26. April 2018

LTB

– der langweiligste Titel, den man sich vorstellen kann! – Oder?


Laut Wikipedia – die damals noch nicht geboren war – gibt es Lustige Taschenbücher seit 1967. Seit 1951 gab es als Vorläufer die deutsche Miky Maus. Und ich lese Topolino, das italienische Original, das es schon 1932 gab, seit dessen Formatwechsel und Relaunch 1949.
   In der deutschen Wikipedia ist Topolinos Geschichte nur kurz angedeutet, in Italien weiß man noch, dass nach dem Krieg das Format zwecks rentablerer Nutzung der für den Reader’s Digest beziehungsweise die Selezione frisch gekauften deutschen Vömag-Druckmaschine gewählt wurde. Doch genug Historie.
   Bei »meinem« Comic-Laden in der Oxforstraße habe ich mir jüngst Heft 72 von 1980 aus dem Ramsch geklaubt (nicht geklaut, gell!), ich meine für ein, zwei Euro. Teuer, aber die Sache wert!
   Damals war noch die legendäre Frau Dr. Erika Fuchs (1906 – 2005), Johanna Theodolinde Erika Fuchs aus Hinterpommern, der »Chefredakteur«, die Welt politisch inkorrekt. Auch sie war über den Reader’s Digest zum Übersetzen gekommen.
   Das Heft kostete damals DM 5,60, rund € 2,80, immer schon ein stolzer Preis. Heute kostet ein LTB € 6,50; Inflation 3%, siehe Zinseszinsrechnung unten.
   Die sechs Geschichten, in denen es dabei um »viel Lärm um Donald« geht, sind ordentlich ne eine Rahmengeschichte eingespannt, die Zeichnungen emotional übertrieben, wie das eine Zeit lang Stil war. Noch mehr exzessive Emotionen hat dann aber wohl nicht noch mehr Auflage gebracht, in dieser Zeit sanfter Erzeihung … Bei Neuauflagen sind wohl manche Szenen sogar entschärft worden, siehe auch Kater Karlos Gesundung unten. Heft 72 wurde schon zwei Jahre später, 1982, nachgedruckt (Impressum). Wie der Topolino wurde dieses LTM in Italien gedruckt. Heute werden die LTBs in Thüringen gedruckt, meint die Wikipedia.
Beginn der Rahmengeschichte.
Der aus Wut hochspringende Dagobert ist typisch für die »Ganzkörper-Emotionalität«.
   Das alte Heft ist nur halb farbig. Es wech­seln sich bunte und schwarzweiße Seiten ab, immer zwei in Far­be und zwei schwarz­weiß. Die Schrift in den Blasen ist groß-kleine Druckschrift, was der Lauflänge des Deut­schen geschuldet ist und gut lesbar. Die Italiener lettern Comic-stilgerecht groß­buch­sta­big von Hand.
   Schade, dass die Autoren und Über­set­zer nicht angegeben sind wie teilweise heute.
   Besonders gut gefiel mir die letzte Ge­schich­te: die (oder der) Zerrspiegel. Auf wundersame Weise verzerren sie nicht nur, sie machen schöner, selbst schlechtsitzende Anzüge der »Herr­en­kon­fek­tion Donald Duck«. Die phan­tas­ti­schen Auswirkungen sind spannend – für Donald und uns.
   Übrigens wird, wie immer im deutschen LTB, für $ – Dollar, der Inbegriff des Ka­pi­ta­lis­mus – nur ein T gesetzt. Das steht für Taler, eine eher gemütliche Bezeichnung aus der Gegend um Karlsbad, von Jáchymov, 1930 noch 7216 Einwohner, davon 445 (6 %) Tschechen.
»Zerrspiegel«, Seite 218: »Wo steckt er, dieser Lüderjahn?« – ein weiteres Beispiel für »Ganzkörper-Emotionalität«

Ein »Lüderjahn« kommt übrigens im heutigen Online-Duden nicht (mehr) vor, nur ein Luderjan. Für diesen Lumpen sollte man etwa im Schlesischen Wörterbuch suchen. Ein Luderian, Luderjan, Luderjahn, Lüderjan oder Lüderjahn war ein Taugenichts. Die Wikipedia weiß noch, dass der Preußische König Friedrich Wilhelm II (1744 – 1797) volkstümlich »der dicke Lüderjahn« genannt wurde. Frau Dr. Fuchs muss mit dem wohl eher im Norden Deutschlands gängigen Ausdruck vertraut gewesen sein, wir heute erraten’s aus unserem »passiven Wortschatz«. Grimm kannte ludericht, luderhaft

Miky-Maus-bezügliche Geschichten:
• Die Geschichte mit der Druckmaschine ausführlich:
  http://blogabissl.blogspot.de/2018/04/terry-moore-strangers-in-paradise.html
• Wie Dagobert Duck das Bild des Reichtums prägt:
  http://blogabissl.blogspot.com/2008/03/reichtum.html
• Zinseszinsrechnung für Gymnasiasten und Interessierte
  http://blogabissl.blogspot.com/2016/05/zinseszinsrechnung.html
• Kater Karlo und sein Holzbein: 
  http://blogabissl.blogspot.de/2017/08/gambadilegno.html

Dieser Blog http://j.mp/2JrYced =
  https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/ltb.html





LTB im Netz
auf

 https://www.lustiges-taschenbuch.de/

25. April 2018

Bloggen für Britting

Georg Britting
Siehe auch Brittingblog
Georg Britting war ein deutscher Dichter, bayrisch, nieder­bay­risch aus Regensburg, dann aber in München lebend, be­schei­den, mit zwei abendlichen Stammtischen rund um den Rot­wein, keine Kinder, spät geheiratet. Generation Kästner (Erich, nicht Erhart), Eugen Roth, Brecht vielleicht und sonst heutzutage Unbekannte. Er starb 1964.
    Der Mann kann uns eigentlich egal sein. Es gibt tausende vergessene Künstler, Hobbymaler, Profimaler, His­to­rien­schrei­ber, Lieblingsdichter, Romanciers, Zeitgeister, vergangen. – Bücher sind heute Ramsch.
   Zufällig aber kam ich auf Britting, mehr dazu hier, und ich finde, der alte Herr, der nicht mehr bei Talkshows mitreden kann (er wäre heuer 127 Jahre alt!) hat uns immer noch etwas zu sagen, und das recht konzentriert und kompakt. Er war nämlich ein Dichter, sogar im profanen Sinn des Wortes.
   Immer noch ist es nämlich nicht einfach, kurz und knapp zu schreiben – lesen Sie nur weiter, ich bin das beste Beispiel! –, weil wir nicht dichten, nicht verdichten. Vage Wörter wählen, Technologie und Bereich und Umfeld, vor allem, weil wir nicht feilen, feilen, feilen …
   Brittings Geschichten sind geheimnisvoll, romantisch, ländlich, zeitlos. ’s liest sich gut.

Nun suche ich wen, der Britting propagiert, das heißt bekanntmacht, vielen neu bekanntmacht, anderen besser, manchen ganz besonders. Wir brauchen eine PR-Kampagne. Dazu haben wir manches ausprobiert: Die vollständige Britting-Website Britting.De bekam ein Facelift und sieht jetzt ganz respektabel aus. Eine Zeitlang gab's »uns« auf Facebook, was aber zu nichts gut war. Ich habe mich mit Youtube-Vorträgen versucht, da sieht man die Zahl der Abrufe. Das war nichts, weil ich nichts war, jedenfalls kein Medienstar, schon gar nicht fleißig oder literarisch bewandert. Ein Britting-Blog – http://brittingblog.blogspot.de/ – dümpelt herum. Was soll bei einem toten Dichter schon wöchentlich passieren? Dass er sich im Grab herumdreht, wird nicht gemonitort. (Als mir einmal der Hut hochging, weil behauptet wird, dass Britting ein Telegramm an Hitler geschickt hat, da fing er zwar unter der Grabplatte zu rotieren an. Die Studie dazu hier.) Blödsinn bekommt man aber nicht weg; mit Glück bekommt man es in Fake News umbenannt.

Ich meine: Wir brauchen einen Literaturfreund, vielleicht eine Deutschlehrerin an einem Gymnasium, einen wachen, fleißigen Schüler mit fester Stimme und ohne »irgendwie«, jemand, der in knapp fünf Minuten sagen kann, was er oder sie jetzt schon wieder Gutes an Britting gefunden hat, auf Youtube.
   »Mehr Abonnenten als ein Regionalblatt«, titelt meine heutige Regionalzeitung (pardon!), die NZZ über schweizer Youtuber, hier http://j.mp/2HulbVF = https://www.nzz.ch/panorama/auch-schweizer-youtuber-haben-heute-teilweise-mehr-abonnenten-als-regionalzeitungen-ld.1366281.
   Technisch sind die Siegermedien Youtube und Instagram. Menschlicht ist’s Fleiß und Können, Konstanz und Konzentration,  meine ich.
    »Ich arbeite pro Woche rund 20 Stunden für meine Videos, und das neben meinem Studium an der Universität St. Gallen«, sagt Lionel Battegay. Sein Kanal ist »Ask Switzerland« mit 54'000 Abonnenten. Unglaublich. Ein erstes, schönes Beispiel mit Brad Pitt: https://youtu.be/T3xQfIr280k?t=3m42s.
    Dann hier dieses, ausführlicher analysiert:

Ein Youtube-Muster vom 15.9.2016 aus Lionels Youtube-Kanal – nur das Titelbild ist »scharf« –: http://j.mp/2Huijba = https://www.youtube.com/watch?v=X2Bx6DDqPW4
   Knapp 25'000 Aufrufe, 866 Likes, 40 Dislikes
   Lionel ist per du mit einem, redet schnell und agil (wichtig!), abr Schweizerdeutsch. Diese knapp vier Minuten lange Sendung bringt drei Themen, eine 18-jährige Österreicherin verklagt ihre Eltern wegen ins Netz gestellter Bilder von ihr als Kind (kann mir auch noch passieren), dann wirft ein Zürcher Pub ein schwules Pärchen hinaus, und drittems geht ein namentlich genannter Politiker fremd, was der Sendung den reißerischen Titel gab: »Fremdgange – und di ganzi Schwiz weiss es.«
   Unter dem Video stehen Lionels weitere Links und Adressen.
   Ein weiteres Beispiel ist der Fotograf Jan Kaya mit seinem Instagram-Kanal Lichterfang. (Der Lichterfang ist übrigens ein Gipfel weit im Westen der Großen Barriere von Oth auf Pthor). Hier Instagram-Statistiken und neueste Bilder. Die finde ich fast Brittingsch-gruselig, was sich beim geschätzten Dichter freilich expressionistisch nennt oder naturlyrisch.
   Bei Britting geht’s mir aber um Lyrik und Kurzgeschichten, um geschriebene Bilder. Und das ist noch eine ganz andere Herausforderung!

Was sagt mir das alles? Erstens, dass ich doch Schweizerdeutsch nicht so verstehe, zweitens, dass Youtube gut gemacht werden will und wird – die Ansprüche werden sogar noch steigen –, und dass es, in Ehren, ein gutes Medium auch für Britting sein kann. Danke Lionel.

Link hierher: http://j.mp/2Hrgls2 =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/bloggen-fur-britting.html

PS. Jammerschade, das mit dem »Schwitzerdüütsch«, für mich jedenfalls. Wer keine acht Minuten Zeit hat und auch kein Schweizerdeutsch versteht, wird wie ich das Ask-Switzerland-Duo-Video genießen mit einem jungen weiblichen Youtube-Star der Schweiz, Iris Reeves: https://youtu.be/Jr01uIfSifw. 52'328 Aufrufe +1 jetzt.

animal triste

Es geht um ein klassisches Zitat, und dort um Menschlich-Animalisches. Es geht um das sive.
   Ich gestatte mir (bis auf möglicherweise kommende Proteste wegen Urheberrechtsverletzungen) die Geschichte anonymisiert hier widerzuspiegeln.
   Wen’s stört, bitte direkt bei mir melden, vertrauensvoll (Fritz@Joern.De). Wem’s Freude macht, der darf gern öffentlich kommentieren.

Foto Ghesquiere


1. Akt
   Die NZZ veröffentlicht am 8. April 2018 eine Glosse über postkoitale Traurigkeit,  
Die Zigarette danach.
   Die Autorin Birgit Schmid würzt sie mit einem klassischen Zitat.
Sie können das (hoffentlich) hier lesen: http://j.mp/2HuKxlZ =
   https://www.nzz.ch/gesellschaft/auf-eine-zigarette-danach-ld.1374592
(Birgit Schmid: »Auf eine Zigarette danach«).

   Zitat, kursiv von mir:
»Nicht zufällig nennen die Franzosen den Orgasmus kleinen Tod, und ein lateinisches Sprichwort geht: ›Post coitum omne animal triste‹, nach der Vereinigung sind alle Lebewesen traurig.«

2. Akt
   Ein klassischer Leserbrief, der’s etwas besser weiß:, NZZ 18. April:
Die Crux mit Zitaten
   Birgit Schmid stellt in ihrer süffigen Kolumne (»In jeder Beziehung«, NZZ 6. 4. 18) fest, dass nach dem Beischlaf sich postkoitale Traurigkeit einstelle, von der »vorwiegend Frauen« betroffen seien.
Sie schmückt diese Erkenntnis unter anderem mit der Aussage, die dem griechisch-römischen Arzt Galenos von Pergamon zugeschrieben wird: »Post coitum omne animal triste est«, »Nach dem Beischlaf ist jedes Lebewesen traurig«. Zu gerne wüsste ich, ob sie absichtlich verkürzt zitiert hat. Die Aussage geht nämlich eigentlich weiter: »sive gallus et mulier«, also »ausser dem Hahn und der Frau». Das »omne« wird somit relativiert, Galenos war da anderer Meinung als Birgit Schmid.
Ohne Stellung zu beziehen: Dies zeigt wieder einmal sehr schön, wie man mit ungenauen
beziehungsweise verkürzten Zitaten deren Sinn verändern kann.

3. Akt
   Ein Leserbrief zum Leserbrief legt am 25. April geistig den Rückwärtsgang ein.  
Vorsicht bei Zitaten
   Mit den Zitaten muss man tatsächlich sorgfältig umgehen. Im Falle von Birgit Schmid ist der Vorwurf bewusster Verkürzung jedoch nicht berechtigt (Leserbrief NZZ 18. 4. 18). Das lateinische
»post coitum omne animal triste est sive gallus et mulier« heisst, sofern es richtig überliefert ist: »Nach dem Koitus ist jedes Lebewesen traurig – sei es ein Hahn oder auch eine Frau.« [Die Leserbriefschreiberin oder der Leserbriefschreiber] übersetzt das »sive« mit «ausser» bzw.
mit »ohne«, was wohl eine Verwechslung mit lat. »sine« wäre. Seine Übersetzung ist falsch. Hahn und Frau sind Beispiele für Lebewesen, nicht Ausnahmen der Traurigkeit. Also: Sinngemäss kann man die vier letzten Wörter des Zitats ruhig weglassen. Ob aber der Galen zugeschriebene Satz wirklich von ihm stammt, ist eh nicht sicher, und schliesslich darf man ruhig annehmen, dass der Grieche Galen mit dem Latein auch so seine liebe Mühe hatte, wenn er seine römischen
Kunden behandelte.

sive
   bei Google: oder
   bei Frag-Cäsar: oder, oder aber
   bei Pons: oder
   Linguee kann kein Latein 
   Latin is Simple analysiert das Sprichwort
Übrigens ist der Fehler mit dem »außer« häufig, etwa hier. Selbst die Welt patzt, allerdings nach einem Test tantrischer Yoni-Massage in Berlin. Woraufhin Galen (129 bis 199) als Galçn erscheint.

Gelegentlich auch als: Post coitum omne animal triste praeter gallum, qui cantat. (Quelle)


post coitum tristitia, 1746, in »Von dem Zustand Des Menschen In der Erbsünde«, aus dem Französischen, Quelle. Ein wunderschönes Buch übrigens:


Gegen moderne Blogs sahen Bücher damals halt noch »wertig« aus. Genug.

Link hierher: http://j.mp/2HsKYNE
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/animal-triste.html



24. April 2018

Der Genitiv-Apostroph

Ein Apostroph ist ein Auslassungszeichen. Die Amerikaner mögen ihn für alles Mögliche einsetzen. Wenn McDonald's® dazu meint: »Ich liebe es‎«, dann ist das falsch. Erstens gehört ein Apostroph richtigrum gebogen wie ein Komma oben, und nicht ' gerade wie Kratzer; und zweitens spricht und sagt man doch »Mäck-Donalds«, selbst wenn man viel Zeit hat, und nicht etwa »Mäck-Donaldsens«. Nichts ist ausgelassen. Also gibt’s im Deutschen kein Auslassungszeichen wo nichts fehlt.
   Nun aber zum Genitiv. Das ist der sogenannte zweite Fall: das Haus, des Hauses, dem Haus, das Haus. Wenn’s (= wenn es) aber nun ein Peter ist: der Peters, des Peters, dem Peter … , genauso. Doch beim Fritz? Der Fritz, des Fritzs – sähe bescheiden aus, könnte man nicht sprechen, sagt man nicht, also: des Fritz’. Das s lässt man weg, und für das ausgelassene s steht dann der Apostroph.
   Mir war’s bei Frau Nahles aufgefallen, hier. »Nahles’ Ergebnis« steht da korrekt, aber – unsauber  – »Nahles' Gegner« mit geradem Strich und – falsch – »Nahles Wahl«. Der Duden ist da klar. Andere Möglichkeiten: Die Wahl von Frau Nahles, der Nahles ihre Wahl (Dialekt).
   Achtung: Ein fehlendes Genitiv-s signalisiert man ausschließlich bei Eigennamen mit einem Apostroph, sagt auch »Fehler-Haft«.
    
Sozialismus, überhaupt die Ismen. Da fehlt nichts, wenn man sagt: die Farbe »des Sozialismus«. Im Duden steht: der Sozialismus; Genitiv: des Sozialismus,usw.
   Auch bei Humus und vermutlich bei allen -s-Wörtern verwendet man inzwischen nicht die überholte Form »des Humusses« und sagt einfach: »Die Feuchtigkeit des Humus«, »die Berechnung des Sinus«. Selbst bei Jungendstil darf vielleicht das s entfallen: »Wien gilt als die Geburtsstadt des Jugendstil(s).« bietet die »deutsche Grammatik« an. Schön finde ich das nicht, mir klingt’s abgehackt, als ob da ein Herr Jugendstil das Licht der Welt erblickt hätte.

Nachts: Bitte nicht »nacht’s« schreiben, da fehlt nichts. Selbst bei macht’s, wo wirklich ein ganzes Wörtchen, »es«, ausgefallen ist, wird man bald einfach »machts« schreiben. Übrigens sind »am Abend« und »abends«, »nachts« und »in der Nacht« orthographisch trickreich: wenn mit s klein; mehr hier.

Noch ein paar Links:
https://deutschegrammatik20.de/das-substantiv-nomen/die-form-des-genitivs/ 
https://www.duden.de/sprachwissen/sprachratgeber/Genitiv-auf-s-oder-es 

Der Link hierher: http://j.mp/2JkXUpp =
https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/der-genitiv-apostroph.html

23. April 2018

»Sekundärer Antisemitismus«

Ich stehe vermutlich allein da mit meiner Meinung, dass man erst einmal nachdenken soll.
   Ich mag Juden, sehr, das kommt schon von meinem sel. Großvater, der mich vor sechzig Jahren erzogen hat. Er stammte noch aus dem »alten Österreich«. Da waren Juden hervorragend – ich meine das wörtlich: Sie ragten heraus, waren erkennbar, wurden erkannt. So stelle ich mir das vor. Heute erkennt, ja kennt keiner mehr welche, jedenfalls nicht hier. Dazu müssen sie schon mindestens Kippa tragen.
   Das alte Wien um die Jahrhundertwende, die von 1899 auf 1900, muss geprägt gewesen sein von Antisemitismus. Mein Großvater studierte dort. Wen er dort kannte, mit wem er verkehrte, weiß ich natürlich nicht. Jedenfalls war meine ganze Familie mit vielen Juden befreundet bis nach dem Krieg, wo uns – uns inzwischen kleine, glücklich vertriebene Leute – in Bozen Amerikaner mit großen Buicks, Servolenkung und Automatik besuchen kamen, aus New York, alte jüdische Freunde. Danach kamen in den Fünfzigerjahren erst wieder Lehrer aus meinem Internat in Oberbayern auf Durchreise nach dem Süden.
   Genug. So wie jeder alte Deutsche einen Junden im Keller versteckt hatte, hatte jeder Jude einen Verwandten gekannt im KZ, Sprüche, die gottlob aussterben. Großvaters Einstellungen und seine Lebenserinnerungen sind gesondert zu lesen, auf www.Joern.De/Hoedl.htm, speziell http://joern.de/hoedl.htm#Judenfrage.
   Ich wollte über meinen erschreckenden »Sekundärantisemitismus« schreiben.

Bild ARD
Anne Wills Gäste gestern Abend von links nach rechts:
– Katja Kipping, Parteivorsitzende der Linken
– Ulf Poschardt, Welt-Chefredakteur
– Volker Kauder, CDU, Vorsitzender der Unionsbundestagsfraktion
– (Anne Will)
– Shimon Stein, ehemaliger israelischer Botschafter in Deutschland
– Ahmad Mansour, Psychologe und Autor

Da hörte ich zum ersten Mal von »sekundärem Antisemitismus«: Ich bin ein Antisemit, das wurde mir klar.
  In der Diskussionsrunde gestern (22.4.2018) hat mich die implizite Definition eines »sekundären« Antisemitismus’ erschreckt. Shimon Stein meinte unwidersprochen, es gäbe bei zwanzig Prozent der Menschen in der deutschen Gesellschaft zumindest »sekundären Antisemitismus«, also Judenhass (so wörtlich im Stern), den es – angeblich – nicht trotz, sondern wegen Auschwitz gibt.

Sekundärer Antisemitismus: http://j.mp/2Jiql7t =
https://www.bs-anne-frank.de/fileadmin/user_upload/Slider/Publikationen/Broschuere_Weltbild_Antisemitismus.pdf#Page=52

Mediathek: http://j.mp/2HnsOx4 =
http://www.ardmediathek.de/tv/Anne-Will/Sendung?documentId=328454&bcastId=328454

Bericht von T-Online: http://j.mp/2Jj9lOu =
http://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/gesellschaft/id_83650954/streit-um-integration-bei-anne-will-antisemitismus-ist-kein-import-.html

Focus zur Diskussion: http://j.mp/2HpdAHX =
https://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/tv-kolumne-anne-will-kipping-ueber-rapper-kollegah-schwimmt-im-strom-der-rechtsextremen-mit_id_8802768.html

Die Welt zur Diskussion: http://j.mp/2HkcM76 =
 https://www.welt.de/vermischtes/article175702115/Anne-Will-Islam-Experte-Mansour-rechnet-mit-deutscher-Integrationspolitik-ab.html

FAZ: http://j.mp/2HojPLQ =
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/tv-kritik-zu-anne-will-antisemitismus-ist-manisch-15555593.html

Stern: http://j.mp/2JjdKRw =
https://www.stern.de/kultur/tv/anne-will-tv-kritik--antisemitismus-debatte-spaltet-die-runde-7953814.html

TAZ mit Zahlen und Gedanken zu sekundärem Antisemitismus:
http://www.taz.de/!5078699/
 
»Deutsche fühlen besondere moralische Verantwortung – aber keine Schuld«, Daten und Fakten in der FAZ: http://j.mp/2HKypAT =
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/deutsche-fuehlen-verantwortung-aber-keine-schuld-15446803.html

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Mir scheint, dass generell eine bloß historische Haltung zum Holocaust bereits Antisemitismus genannt wird. Ein ähnliches Missverständnis erlebte ich am Samstag, als mir durchaus gebildeter
Gesprächspartner zur Vertreibung der Deutschen (aus dem Osten) meinte, das sei ja die Folge ihrer Wahl Hitlers und ihres Nationalsozialismus’.

Ich meine:

Nichts gibt moralisch das Recht auf Hass. 
   Hass, Morde, Attentate, überhaupt Gewalt gegen Mitmenschen ist unter keinen Umständen zu rechtfertigen. Überspitzt ausgedrückt: Selbst wenn es die Konzentrationslager nicht gegeben hätte, dürfte man Juden nicht hassen, wie keine Volksgruppe auf der Welt!
   Wenn man schon Schuld und Moral in eine Geschichte einbringt, dann gehört dazu erst die Empörung über die Unmenschlichkeit, die Unmoral. Eine »Ursachenforschung«, ein »Warum?« ist sekundär, oft sensationalistisch.
   Ich fühle mich als Deutscher für den Holocaust persönlich nicht verantwortlich. Das aber macht mich weder zu einem Leugner der Gräueltaten, noch zu einem Antisemiten, noch zu irgendetwas sonstwie negativ Gezeichnetem. Ich hasse niemanden. Ich weigere mich nur, für etwa verantwortlich zu sein, was ich nicht getan habe. Ich bin auch nicht stolz auf Beethoven, obwohl ich ihn bewundere. Wer bin ich denn, dass ich urteile, verurteile, ein (sogar unwissender) Nachgeborener als göttlicher Richter?
   Polemisch lässt sich das so überspitzen: Ein jüngerer, in Deutschland eingebürgerter Türke, kann doch nicht nur deshalb als Antisemit bezeichnet werden, weil er die Verantwortung für den Holocaust ablehnt.
   Wir laden genug Schuld auf uns, von den Ertrunkenen im Mittelmeer bis zu den staatlich gutgeheißenen Raketenangriffen in Syrien (»völkerrechtswidrig«!) bis zu unmenschlichen Ausweisungen papierloser Frauen nach dreißig Jahren friedlichen und unauffälligen Lebens hier. Dazu kommen Stasi-Bespitzelungen und Schüsse an der Mauer – alles öffentlich ziemlich vergessen. homo homini lupus. Denken, »fühlen« wir daran.
   Der Holocaust wird sich nicht wiederholen. Die Roten Khmer bauten keine Gaskammern. Geschichte wiederholt sich nicht. Doch das Unrecht, das wir jetzt tun – (noch ein Beispiel:) allein durch jahrelange Asyl-»Verfahren« – das liegt mir auf der Seele.
   Und kritisieren tue ich – um zum Thema zurückzukommen – den Unfrieden in Israel, die illegale Siedlungspolitik, die Isolation des Gazastreifens. Warum ist die »Zweistaatenlösung« noch nicht gelöst, das heißt einfach durchgeführt? Hier wird fortwährend Hass gepflanzt.
   Am Schluss zur Vertreibung der Deutschen aus dem Osten: Politisch war es gut, dass keiner, nicht einmal ethnische Minderheiten übrigblieben. Da gibt es wenigstens heute keinen Anlass zu Streit …

Permalink hierher: http://j.mp/2HqnqZW =
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/sekundarer-antisemitismus.html

16. April 2018

Fake News

An Fake News – Falschnachrichten – ist meistens falsch, dass es gar keine Nachrichten sind. Da geht es gar nicht um einen sachlichen Inhalt einer Nachricht, der mehr oder weniger stimmen kann, sondern um die Tatsache, dass die Nachricht eine Meinung ist und kein Geschehen.
   Hört man sich im Radio Nachrichten an, so sind »Nachrichten« oft – ich schätze nur in einem Drittel der Fälle – »Nachrichten«: Sachen, die tatsächlich oder angeblich passiert sind. Der Rest sind aneinandergereihte Meinungen. Gibt es nichts Neues, müssen Meinungen und Vermutungen her. Und statt eine Aussage inhaltlich zu prüfen, schiebt das Nachrichtenorgan als Autorität einen oft unmaßgeblichen Politiker vor, der dann dies oder jenes gesagt hat. Oft sagt A dem B, was der tun sollte, hat aber selbst keinen Einfluss auf das Geschehen. Dann kommt zwecks Ausgewogenheit (»Proporz«) die gegenteilige Meinung von C zu B. Die Berichte mancher Stationen sollten gleich »Nachrichten und Meinungen« heißen. 
   Emotionales verkauft sich eben besser als objektiv Sachliches. Dabei werden gern meinungsbildende Adjektive mit unbestreitbaren Tatsachen durchgeschmuggelt, vom berühmten »wohlverdienten Ruhestand« bis zur immer wieder »völkerrechtswidrigen Annektion der Krim«. Die Menge der Eigenschaftswörter steht proportional zur Tendenz. Dazu kommt gefälliges »Product Placement«, etwa für eine »Funke-Mediengruppe«, unter der sich keiner etwas vorstellen kann oder möchte. 
   Inhaltlich fehlen oft klare Angaben darüber, was wirklich Sache ist. Dass 87 Millionen Leuten ihre Facebook-Daten »geklaut« wurden, ist ja bös und schlimm, doch was waren das genau für Daten – auch Passwörter? Sicherheitsfragen? Geburtsdaten? Häufigkeit der Nutzung? Likes? – Das sagt uns keiner. Wie groß war da ein Datensatz? Was steckte drin? Das hätte man doch Zuckerberg fragen können. Erlitt jemand einen finanziellen oder seelischen Schaden? 
   Weiter gesponnen: Haben Facebook-Daten, geschickt manipuliert, den Brexit oder die Trump-Wahl beeinflusst? Oder Facebook-Fake-News? Weil der Papst angeblich Trump bevorzugte? Dass Falschnachrichten oft interessanter sind als wahre, lässt sich zeigen. Meines Wissens werden allerdings am liebsten Katzenbilder »geteilt«, was noch lang nicht sagt, dass die Leute deshalb Katzen wählten. Ich weiß nichteinmal, ob die vor Wahlen an allen legalen und illegalen Stellen angebrachten Kandidatenkonterfeis die Wähler wirklich beeinflussen. Dass ein gesellschaftliches (»politisch korrektes«) Interesse besteht, das so zu sehen, glaube ich wohl. Wer sich drüber aufregt, wird verdächtigt, gegen die staatliche Wahlkampffinanzierung zu sein oder für Minderheiten. Und Zeitungen beeinflussen die politische Meinung doch auch, und wie! 
   Denken. Das wichtigste Mittel gegen Falsches war und ist: selbst denken, plausibilisieren. Kann das stimmen? Und weiterdenken: Wem nützt diese Aussage, diese Meinung? Soll ich mich ihr anschließen? Darf ich nicht einmal sagen: Ich weiß es nicht. Ist mir egal. Damit habe ich mich nicht befasst. Darüber muss ich erst nachdenken.
Werbung am südlichen Mainufer,
wo gerne Jogger vorbeikommen:
»Nicht alles, was am Main läuft,
ist Main-Stream. 90,4 youfm,
music like me«. 18.10.2013
   Nun Werbung. Werbung hat sich immer schon dem Umworbenen angepasst. Einem Jogger am südlichen Mainufer empfehle ich doch nicht eine Kreuzfahrt in der Südsee, sondern entweder Laufschuhe oder leich­te­re Kopfhörer. Wer eine Waschmaschine sucht im Internet, dem schickt man nicht Hotelreklame. Dabei wissen die au­to­ma­ti­schen digitalen Werbeplatzierer eher zu wenig von mir: Die Werbung für Wasch­ma­schi­nen lief eine Zeitlang weiter, nachdem ich die Maschine schon gekauft hatte.
   Verkauft mir den Bürger nicht als dumm. 

Permalink http://j.mp/2H3CYCL =
 https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/fake-news.html

Übrigens war ich Ostern 2009 wenige Wochen lang bei Facebook, bevor ich mich verärgert abmeldete (was gar nicht so leicht war). Hier meine Glosse dazu:
http://www.joern.de/FacebookEsel.pdf

Damals hatte Facebook 242 Millionen Nutzer (Quelle).
  

13. April 2018

NZZ-Artikel empfohlen





Mir treuem Leser fallen Artikel auf. 
   Ist man älter (oder einfach alt), möchte man sie weiterempfehlen. 
   Ich mache das einmal, und dann noch einmal, wieder, wenn ich fleißig bin. Oben ist immer der neueste.

Die Artikelüberschriften sind online oft andere als im Blatt. Wer sucht, sollte dazu ein Stück Inhalt wählen. – Datumsangaben variieren oft; so bringt die internationale Ausgabe das meiste einen Tag später.
   Permalink hierher: http://j.mp/2HhYerD =
http://blogabissl.blogspot.com/2018/04/nzz-artikel-empfohlen.html
–––––––– · ––––––––
24.4.2018
   Nicht zu Nepals Nutzen http://j.mp/2JouHKb
»Man kann sich die Notenbank eines Landes wie einen riesigen Vermögensverwalter vorstellen. Theoretisch könnte sie einen Goldschatz damit aufbauen, marktfähige Wertpapiere kaufen oder wichtige Importgüter finanzieren.«, s. a. »Dagobert-Duck«-Blog

21.4.2018
   Warum Intellektuelle den Kapitalismus verachten http://j.mp/2JlFB3t =
https://www.nzz.ch/meinung/warum-intellektuelle-den-kapitalismus-verachten-ld.1367638

20.4.2018
   Streit über Erbgut und Rassen in USA http://j.mp/2HmzxqQ =

https://www.nzz.ch/feuilleton/der-genetiker-david-reich-loest-in-den-usa-einen-intellektuellen-streit-ueber-erbgut-und-rassen-aus-ld.1378433


12.4.2018Die Fußfessel: http://j.mp/2HKBIbh

https://www.nzz.ch/gesellschaft/kleiner-big-brother-am-fuss-ld.1375638

 12.4.2018
   Bekenne, du schlechter Mensch!
Polemik von Reinhard Sprenger

   Gegen das Moralisieren aller Lebensumstände. Gut geschrieben.
https://www.nzz.ch/feuilleton/bekenne-du-schlechter-mensch-ld.1375392 = http://j.mp/2qrZVct

12.4.2018
   Am Berg in den Wahnsinn getrieben
Sinnestäuschungen im Hochgebirge. Erwas für Berg- und Gruselfreunde
https://www.nzz.ch/gesellschaft/reise/berg-wahnsinn-getrieben-hoehenpsychose-ld.1368339 = http://j.mp/2HixV4F

11.4.2018 
   Die grosse Apokalypse auf dem Mond zog sich hin
Anders als angenommen stammen die riesigen Mondkrater und die Meteoriteneinschläge bei uns nicht aus derselben Zeit.
https://www.nzz.ch/wissenschaft/die-grosse-apokalypse-auf-dem-mond-zog-sich-hin-ld.1374732 = http://j.mp/2HhxK9F

11.4.2018
   Atome und Antiatome schwingen im gleichen Takt
Am Cern zeigte man bis auf die zwölfte Stelle hinter dem Komma, dass die Naturgesetze gleich bleiben, wenn man Materie und Antimaterie vertauscht, den Raum spiegelt und die Zeit umkehrt. (Wie man die Zeit umkehrt, wird nicht erklärt.)
https://www.nzz.ch/wissenschaft/atome-und-antiatome-schwingen-im-gleichen-takt-ld.1374313 = http://j.mp/2qxir3p

6.4.2018
   Ein Dorf puzzelt http://j.mp/2qRlAuV =
https://www.nzz.ch/panorama/ein-dorf-puzzelt-gegen-die-anonymitaet-ld.1371389

23.2.2018
   Millionen winziger Spiegel lenken Licht ins Haus
 Natürliche »künstliche« Beleuchtung – ein Archtektenthema
   https://www.nzz.ch/wissenschaft/millionen-winziger-spiegel-schaffen-licht-ins-haus-ld.135511831.1.2018 = http://j.mp/2HhSX3j

31.1.2018
Hiobs Schweigen http://j.mp/2CyQLSV =
https://www.nzz.ch/feuilleton/hiobs-schweigen-ld.1343521
Nicht Gott, der Teufel versucht den Menschen, sagt der Papst. Doch in der Versuchung des gottesfürchtigen Menschen liegt das tiefste Paradox des Christentums.

3.1.2018
   Die Entdeckung der Ehrlichkeit http://j.mp/2CznN5g =
https://www.nzz.ch/feuilleton/die-entdeckung-der-ehrlichkeit-ld.1343514
In einer zauberhaften Parabel stellt Italo Calvino unsere Weltordnung auf den Kopf. Das Gleichgewicht des Diebstahls hält hier das soziale Gefüge zusammen. Lena Schall illustriert den Text mit ganz eigener Komik.

3.1.2018
   Europa entsteht aus der Konkurrenz http://j.mp/2CECxA1 =
https://www.nzz.ch/feuilleton/das-wahre-europa-entsteht-aus-der-konkurrenz-ld.1343018
Wenn es kriselt in der EU, wird die historische Einheit Europas beschworen. Nur, die gab es eigentlich gar nie.

24.2.2016
   Meteorit über dem Atlantik
   10'000 Tonnen, Energie von 500 bis 600 Kilotonnen TNT – das entspricht dem 30- bis 40-Fachen der Hiroshima-Atombombe.
https://www.nzz.ch/wissenschaft/riesiger-meteorit-vergluehte-unbemerkt-ueber-dem-atlantik-1.18700665 = http://j.mp/2quzPp6

27.2.2013
   «Tscheljabinsk» in Arabien
Schweizer Forscher finden in Arabien prähistorischer Meteoriten.
https://www.nzz.ch/panorama/tscheljabinsk-in-arabien-1.18028142 = http://j.mp/2HnwJxb
   Einschlagkrater: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Einschlagkrater_der_Erde
  https://www.nzz.ch/article8XP27-1.272503

11. April 2018

Google.com statt Google.de verwenden

Vor allem bei der Bildersuche ist Google.de unpraktischer. Wer lieber mit Google.com sucht, sollte nicht nur einfach Google.com ansteuern – da wird er sofort zu .de umgeleitet –, sondern

https://www.google.com/webhp?hl=en  bezw.

https://www.google.com/webhp?hl=de

aufrufen. (Das Anhängen von /ncr -- no country redirect -- klappt nicht mehr, schreibt Chip.)
   Hier noch eine Reihe von Firefox-Plugins für das Suchfeld:
http://mycroftproject.com/google-search-plugins.html
  Da kann man sich ein "Google US" holen:


 Einfach "Hinzufügen", schon erscheint "Google US" als Wahlmöglichkeit oben rechts im Suchfeld. Dort kann man sie dann über "Suchmaschinen verwalten" noch weiter hochschieben.

Suche ohne "Personalisierung", neutral, hier.
Suche ohne SSL hier.
Suchparameter
Suchparameter lt. Google 
Duden.De-Suche als Plugin
Linguee (Deutsch-Englisch), Pons
Wictionary

Permalink hierher:
   https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/googlecom-statt-googlede-verwenden.html

Youtube: Dieses Video ist nicht verfügbar

Youtube meldet bedauernd: »Dieses Video ist nicht verfügbar.«
Das liegt an der Gema.
Ob’s nun an der Gema liegt, ob vielleicht nur ein wenig, wer dergleichen »nicht Verfügbares« gucken will, kann’s mit dem Browser-Zusatz Proxmate probieren. Mit Zusatz meine ich ein Add-On, ein Plugin, eine Erweiterung, wie auch immer das genannt wird.
   Das Verfahren funktioniert dadurch, dass man nicht direkt mit seiner Deutschland verratenden IP-Adresse surft, die einem sein Internet-Provider zuordnet, sondern über eine Zwischenstation im Ausland: ein »Proxy«, was soviel wie rechtlicher Stellvertreter heißt.
   Erstens muss man so einen Proxy kennen, denn Proxy spielen ist Datenarbeit.
   Zweitens muss man zumindest seinen Browser sagen, dass man über den Proxy surfen möchte.
   (Chip beschreibt das hier, genauer hier.)
Für das Ganze gibt’s zahlreiche Programme, empfohlen etwa von
Computer-Bild ein Youtube-Unblocker
• Chip

Tipps: mit der Seite http://convert2mp3.net/ kann man sich das Video oder mp3 laden

   Von Hand macht man das so – beispielweise am Firefox. Extras, Einstellungen,

nntime.com »Most free proxies are slow and useless?«

Dann verwende einfach dieses Firefox AddOn: addons.mozilla.org/de/firefox/addon/anonymox/
Oder geh auf http://hidemyass.com/

addons.mozilla.org/de/firefox/addon/anonymox/
s. http://www.anonymox.net/de/gettingstarted

https://addons.mozilla.org/de/firefox/addon/anonymox/  _ streut Reklame ein.
Ändert IP nicht.

Vielleicht zum Testen:
https://www.youtube.com/watch?v=5JH_yEHqxY4 = Salzburger Geschichten – »nicht verfügbar«

… und das liegt am deutschen Urheberrecht, das meint,
fünfzig Jahre alte G’schichten müssten immer
noch »Frucht bringen«, irgendwem. –
Dasselbe Video »aus dem Ausland« angesteuert.










Permalink hierher:
https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/youtube-dieses-video-ist-nicht-verfugbar.html

Terry Moore: Strangers in Paradise

Terry Moore: “Katchoo”
(in full: Marie Choovanski)
SiP Vol. III No. 25 "On The Beach"
At first I had thougt SIP is the Internet phoning protocol, and Terry Moore a beautiful actress.
   But now SiP stands for Strangers in Paradise, and Terry Moore is a male cartoonist. His most famous series is and was Stragers in Paradise, ninety issues from 1993 to 2007. His SiP received the Eisner Award for Best Serialized Story in 1996 as well as the National Cartoonists Society Reuben Award for Best Comic Book in 2003. It also won the GLAAD Award for Best Comic Book in 2001. I hadn’t known that; Wikipedia knew.
   On my way to the grocery store across Oxford Street I pass Bonn’s Comics Shop. They display unsold old comics, plastic figurines und other related paraphernalia (including dust) at reduced prices on the walkway. So after shopping I rest my heavy green bag, and I thumb through German, English or even Italian cartoons. Just today I got 16 more SiPs, published by Abstact Studio – his and his wife Robyn’s own publishing company – reduced for US$ 2.75 to one Euro each.
   I love comics, ever since my mother seduced me to Topolino back in 1949, when it became pocketable, in order better use the same printing machines as the Selezione dal Reader’s Digest. These details come from Corriere della Sera’s book Topolino Story on page 12: « Facendo di Topolino un pocket, inoltre, può ottimizzare i tempi morti della rotativa Vomag [Vogtländische Maschinenfabrik AG, Plauen im Vogtland, Germania], già impiegata per las stampa del tascabile di informazione e cultura Selezione dal Reader’s Digest, il cui primo numero è uscito nell’ottobre 1948. » – Birth of the Italian Disneys.
Topolino (Micky Mouse) as Dante in his Divine Comedy, by Guido Martina signing as Walt Disney, 1949
History aside and back to SiP. I had been aware of Terry Moore’s »strangers« since quite a while. I like his Art Noueau design. It’s not really Art Nouveau, but it hints at it. Especially women’s full hair styles lend themselves to ornaments. If you care to look at Terry Moore’s blog, you can see that. His humour sometimes suggests Norman Rockwell, especially as Moore is an expert in face expressions.
   Moore does not like color, really, as he’s a one-man show, his own penciller, inker and letterer. He would not like to be flatter and colorist as well …
   His drawings – to me – often seem simple, and remind me of children’s books like Dr. Dolittle, see here for an example. Moore is excellent with drawing people, women especially, and even more with expressions. That’s why I chose the …AAAAAANND… above as an introduction.
   Boring and self-repeating surfaces are not his favourites: the sea, wooden surfaces, sometimes even the sky result
   Astonshingly SiP is read by women more than by men. This is quite unusual for comics! Read the three webpages interview with him by Stephan van Löchtern (?) 1998. A quote: »I draw in [air]planes. When I’m in America I draw when I’m travelling all the time. I've done almost an entire issue on airplanes. But in Germany I’ve not been able to get anything done because it’s all so new to me and so pretty. It’s a pretty country. I’ve been on a lot of trains and I’m just looking out the window the whole time. We’re going up and down the Rhine river valley with all those castles. I just can’t NOT look, I can’t concentrate on a blank page while all this is going by. I’m supposed to be working on my book right now and I’ve not done a thing. So I'm in trouble (smiles).«


Francine, sitting, and Katchoo, pointing (at Drachenfels?), enjoying a view of the Rhine Valley and the »Siebengebirge« (seven hills range) – seems like (from here).


SiP gibt’s auch deutsch, mit demselben englischen Gesamttitel. Hier eine Rezension von Band 7 aus dem Jahr 2002.

SiP in the English Wikipedia
SiP in der deutschen Wikipedia

Amazon still sells the complete “strangers” as “The greatest love story ever told”, two volumes in a box, 2,128 pages, for some 120 Euro. My copy, bought cheaper, is at Siebenfahr.

Permalink to here:
https://blogabissl.blogspot.com/2018/04/terry-moore-strangers-in-paradise.html

From http://www.maida.net/sip/sipstuff/calendar2000.html