20. Juli 2017

Völkermorde wiedergutmachen?

   Eine Polemik
Ist die Welt verrückt geworden, zeitlich verrückt? Da legt das deutsche Parlament im Mai 2016 fest, der Mord an den Armeniern von 1915/16 (einer von mehreren leider) sei Völkermord gewesen, siehe meine Gedanken zur »Resolution«
   Jetzt haben wir den Salat. Was das Kaierreich 1904 den Herero und den Nama angetan hat, um für die deutschen Siedler in der Kolonie Namibia Platz zu schaffen, soll jetzt zu Re­pa­ra­tions­zahl­un­gen von erst einmal dreißig Milliarden Dollar*) führen – nach einer möglichen Klage in Den Haag. In New York läuft bereits eine Klage – um wieviel es da möglicherweise geht, habe ich nicht herausgefunden. Das berichtet im Juli 2017 präzise und ausführlich die Neue Zürcher Zeitung, hier.  

Vielleicht könnte man sich gleich auch modernerer Gräuel annehmen: den stalinistischen Säuberungen, den Vertreibungen der Deutschen, der Roten Khmer. Aber möglicherweise wartet die Welt der Lobbygruppen, der selbsternannten Volksvertreter, der Juristen und Gerichte erst einmal ab, bis die Schuldigen zu Geld gekommen sind. Zeit spielt heute ja keine Rolle mehr. Ein christlicher Antisemit könnte in New York auf Schadensersatz für Christi Tod prozessieren …
   »Eins aber sei euch nicht verborgen, ihr Lieben, dass ein Tag vor dem Herrn wie tausend Jahre ist und tausend Jahre wie ein Tag.« Zweiter Petrusbrief 3:8. Der Herr scheint ganz modern US-Amerikaner zu sein, He makes America great again. Was der heutige Steuerzahler mit Namibia (oder Armenien) zu tun hat, außer hinzureisen, müsste mir mal ein Politiker erklären. »Pro Kopf erhält Namibia von allen Ländern Afrikas das meiste Geld aus Berlin« (NZZ, Genaueres).

Link 
• zum NZZ-Artikel
• zum Spiegel-Artikel
Deutschlandfunk
Deutsche Welle
• zu meinem Armenierresolutionsblog 

hierher: https://blogabissl.blogspot.com/2017/07/volkermorde-wiedergutmachen.html


*) etwa das Achtzigfache des jährlichen deutschen Staatshaushalts (2017: 327,1 Mia. Euro) 

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