30. Januar 2016

Entsetzen über den Staat

1950er-Jahre. Es gab Anwerbebüros der
Bundesanstalt für Arbeit in Italien
Die Anreise eines  italienischen Gastarbeiters
kostete deutsche Unternehmen 60 Mark.
© Institut für Zeitungsforschung
29. Januar 2016 – Berlin hat sich mit einem Riesenaufwand auf das »Asylpaket II« geeinigt, wie angeblich schon einmal am 5. November vorigen Jahres:
   Flüchtlinge mit »eingeschränktem« Schutz dürfen zwei Jahre lang ihre Familien nicht nachkommen lassen. – Als ob das unser Problem wäre!
   Bonn widmet immer mehr Turnhallen zu Flüchtlingsunterkünften um, weil die Stadt weiterhin vorschriftsmäßig 0,35019245324 Prozent der Flüchtlinge zugewiesen bekommt, täglich etwa 150.
   Ein Ausweis für Flüchtlinge wird beschlossen. Ihr Geld kann ihnen genommen werden, weil bei uns ja der Staat das Geld verteilt. Es passiert, was ein Rechtsstaat halt alles tun kann gegen die »Krise«. Das heißt: Meist passiert es eben nicht. Luft wird gewirbelt.

Ich schäme mich.
   Da werden Menschen »willkommengeheißen«, die dann durch Paravents getrennt in Turnhallen leben. Ein Jahr lang auf eine Entscheidung zu ihrem »Status« warten, nicht arbeiten gehen können, aber Deutsch lernen sollen. Danach sollen sie großteils wieder in ihre Heimat abgeschoben werden.
   Keiner »verteilt« sie so, dass es Sinn macht, Sinn für Arbeit, für Unterkunft, für das Zusammenleben. Selbst einer entfernten Vewandten täte man sowas nicht an.
   Und Abschiebungen? Wer soll die Leute einfangen? Wer soll sie dann aufnehmen? Wer zahlt die Rückreise? – Das ist irreal. Die ganze Zukunft ist irreal.
   Keiner hält Flüchtlinge auf an der Grenze und verlangt nach ihrem Visum, weil wir angeblich eine »Außengrenze« haben, zum Ertrinken.
   Die Macht- und Kreativlosigkeit des Staates schreit zum Himmel. Unsere »Hoheit« weiß nicht einmal, wer alles hier lebt. 

   Zum Thema Flüchtlinge noch gefunden:
Fakten zur Flüchtlingskrise – vom Spiegel
FAZ: Nützt Deutschland die Migration?
»Flüchtlinge in Deutschland müssen lügen. Ihr Leben gleicht einer psychischen Folter. Das sagt der deutsch-irakische Schriftsteller Abbas Khider … « – WDR5

Link hierher:

In Israel: »getrennte Identitäten«

Plakat, das die Apartheid in Israel
anklagt, siehe Wikipedia
In Israel gibt es nur religiöse Trauungen und daher keine Möglichkeit für Partner mit unterschiedlicher Religion, eine Ehe einzugehen«, schreibt die NZZ und erzählt die Geschichte einer Jüdin und einem muslimischen Araber, die seit 18 Jahren zusammen sind. Ein sehr lesenswerter Artikel.
   Zutage tritt ein Apartheid-Regime – jedenfalls meiner Meinung nach. Allerdings definiere ich Apartheid (mit d bitte, da aus dem Holländischen, z. B. Freiheit = vrijheid) generell als ein künst­li­ches Separathalten. »Heute wird der Begriff manchmal auch als Synonym für rassistische Segregation im Allgemeinen ver­wen­det«, schreibt bereits vorsichtig die Wikipedia. Für mich müssen es nicht einmal »Rassen« sein, die da aus­ein­an­der­ge­hal­ten werden (sollen). Ich weiß gar nicht, ob Palästinenser und Juden verschiedene »Rassen« sind. Das tut auch dem Unrecht nichts zur Sache, wie wir uns überhaupt zurückhalten sollten, über Begriffe mehr als über die Sache selbst zu streiten.
   Die Wikipedia unterscheidet historisch vorsichtig zwischen der Apartheid in Südafrika, Apartheid, und der heutigen Auffassung von Apartheid als Verbrechen generell, Apartheid (Recht). Dort liest man: »Das Apartheid-Verbrechen wird in Art 7 Abs. 2 h des Römischen Statuts von 1998 wie folgt definiert: ›unmenschliche Handlungen ähnlicher Art wie die in Absatz 1 genannten Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die von einer rassischen Gruppe im Zusammenhang mit einem institutionalisierten Regime der systematischen Unterdrückung und Beherrschung einer oder mehrerer anderer Gruppen in der Absicht begangen werden, dieses Regime aufrechtzuerhalten‹«.
   Das Getrennthalten von Bevölkerungsgruppen hat es zu allen Zeiten gegeben, in guter und in schlechter Absicht. Ich erinnere mich noch, wie die Apartheid als ein Weg getrennter Gleichbehandlung idealisiert wurde, je weiter man von Südafrika weg war, desto intensiver. Dann kehrte sich die Völkermeinung um. Eine möglichst intensive Vermischung (Stichwort Multikulti) wurde propagiert.
   Zuweilen blicke ich »seitwärts« auf Südtirol, wo sich Deutsche und Italiener zusammengerauft haben, zu einem Zustand, den ich sehr schätze.
   Trennungen muss man, wie alles, aus ihrer Zeit heraus zu verstehen versuchen. Getrennte Schwimmbecken gibt es heute nicht mehr, getrennte Toiletten schon. Was gut ist und was schlecht, das muss man im Einzelfall für eine bestimmte Zeit und für bestimmte Verhältnisse immer wieder bedenken.
   So auch die Frage nach den Palästinensern in Israel.

Link hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/in-israel-getrennte-identitaten.html

Con-Tec-Zahlenschloss einstellen

Zahlenschloss von Con-Tec (Contec)
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Eine 
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Zahlenkombination
einstellen


• Bei 0000 öffnen, siehe Foto rechts.
• Den inneren Ring – im Foto rechts, geriffelt – mit der Hand im Uhrzeigersinn bis zum Anschlag drehen (ca. 100°).
• Neue Kombination einstellen.
• Ring wieder zurückdrehen.
Viel Erfolg!
 



Diese Anleitung: http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/con-tec-zahlenschloss-einstellen.html

29. Januar 2016

Warum konnten sie 1944 nicht aufhören?

Die Neue Zürcher Zeitung bespricht am 27. Januar ein Buch:
   Fatalismus und Durchhaltewille der Deutschen im Zweiten Weltkrieg
«Warum hören sie nicht endlich auf?»
Der australische Historiker Nicholas Stargardt hat ein bemerkenswertes Buch über die Mentalität der Deutschen geschrieben, die auch dann nicht aufgaben, als der Zweite Weltkrieg bereits verloren war.
   – Soweit der Titel der Buchbesprechung.

Soldatenfriedhof Reifferscheid. Aus meinem Album Reifferscheid, 2010
Ich selbst hatte mich das auch gefragt, vor Jahren schon in einem Beitrag für die »Kriegsgräberfürsorge«, hier nachzulesen.
   Inzwischen habe ich von meiner Mutter zwei Briefe bekommen, in denen (auf ihren drängenden Wunsch hin) ein Kamerad meines Vaters die Umstände seines Todes detailliert beschreibt*): »Ihr Herr Gemahl wollte für die nachfolgenden Truppen die Stetigkeit des Vormarsches gewährleistet wissen und drängte auf rasche Überwindung dieser Linie. Durch persönlichen Einsatz in vorderster Front gelang es Ihrem Gatten, seine Soldaten mitzureißen und zu höchster Tapferkeit … « usw., schreckliche Dokumente durch ihrer Nähe zum Geschehen – aus heutiger ferner, intellektueller Sicht.
   Dem Buch und der Besprechung muss man widersprechen. Hier mein Kommentar, unter dem Artikel nachzulesen:
   Starker Tobak, dieser »moralische Niedergang der Deutschen bis 1945«. Ich zitiere einmal aus den Memoiren meines sel. Großvaters: »Nach dem Anschluss des Sudetengaus hatte Hitler im Reichstag erklärt, man werde ihm doch nicht die Dummheit zumuten, dass er fremdes Volkstum dem Deutschen Reich angliedern wolle. Ein paar Monate später tat er’s, am 15. März 1939 errichtete er zufolge eines Vertrages mit dem Staatspräsidenten Hácha das ›Protektorat Böhmen und Mähren‹ und setze einen Reichspräsidenten ein [korrekt: ›Reichsprotektor‹. fj]. Hier konnte ich nicht mehr mittun, von hier an versagte mein Vertrauen zum ›Führer‹«. Damit hatte für ihn der ungerechte Krieg begonnen, nicht erst mit dem Polenüberfall. Mein Vater, aus streng protestantischer Famile, fiel 1944 bei einem von ihm geführten Angriff in der Eifel. Warum, um Gottes Willen, hat er den noch versucht? Sicher nicht aus der Erwartung auf einen »Endsieg«, gewiss nicht in Gedanken an Juden, nicht aus Rache oder Angst. Er muss es wohl als seine Pflicht empfunden haben; etwas sehr einfaches, was wir uns heute so nicht mehr vorstellen können.

*) Bei mir: Bilder\VaterJörn\readme.doc u. a.

Link hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/warum-konnten-sie-1944-nicht-aufhoren.html

27. Januar 2016

Flüchtlinge – ganz genau!

Vergangenheit: Drei unserer »Herzsportler« beim
abendlichen Prellball in der Sporthalle Stadtpark Nord,
siehe »Herzlich gut!«
Inzwischen überrollen Flüchtlinge Bonns Sporthallen. Carlas Judo, mein Herzsport können dort nicht mehr stattfinden.
   Da kommen natürlich Emotionen auf, zumal Bonn – pleite wie es sich hat – schon seit Jahr und Tag mit Sport- und Badestätten herumlaviert. Ich halte mich heraus und suche Fakten.

Deutschland ist auf Flüchtlinge präzise vorbereitet. Sie werden auf ein Zehnmillionstel genau im Land verteilt, nach einem bewährten »Königsteiner Schlüssel« aus dem Jahr 1949. Dieser ordnet  Bonn genau 1,6487 % von 21,24052 % der Flüchtlinge zu, also 0,35019245324 % (3½ ‰) oder jeden 286. Flüchtling, amtlich nachzulesen hier.
   Hier der zugehörige Artikel im Bonner-General-Anzeiger von gestern.
   »Ab Aschermittwoch sollen nach und nach die weiteren 15 Mehrfach- bzw. Großsporthallen – von insgesamt 100 Turnhallen in Bonn – belegt werden. Ihre Gesamtkapazität von insgesamt 2700 Plätzen dürfte 18 Wochen reichen, also bis Mitte Juni.« meint die Stadt, hier. Außerdem sollen 126 Mitarbeiter neu eingestellt werden.
   Hier die ominöse »Liste Gebäude und Flächen für mögliche Flüchtlingsunterkünfte«.

Eine Petition hat sich auch schon gebildet. Sie schreibt: »Es werden nicht pro Woche 150 neue Flüchtlinge, sondern pro Tag 150 aufgenommen, sodass die Rechnung die Hallen bis Juni 2016 zu belegen, nicht aufgehen wird.« Dort findet sich aus die Reihenfolge der geplanten Umwidmungen von Turnhallen:

1 KGS Holzlar, bereits mit 70 Flüchtlingen belegt
2 Realschule Beuel, bereits mit 70 Flüchtlingen belegt
3 Musikschule Schieffelingsweg, bereits mit 70 Flüchtlingen belegt
4 Ludwig-Erhard-Berufskolleg, 70 Flüchtlinge, in Belegung
5 Heinrich-Hertz-Europakolleg, 200 Flüchtlinge, Belegung ab 25.01.2016
6 Robert-Wetzlar-Berufskolleg, 120 Flüchtlinge, Belegung ab 01.02.2016
7 Wasserland, 200 Flüchtlinge
   Nachfolgende Hallen ab Aschermittwoch in der Schnittstraße in Duisdorf [sind] in der Überlegung zweckentfremdet zu werden:
 8 IGS Beuel, 150
 9 Schmittstraße, 200
10 Josef-Strunck-Halle, 120
11 Elisabeth-Selber-Gesamtschule, 200
12 Carl-von-Ossietzky Gymnasium, 150
13 Ringstraße, 150
14 Münsterschule, 120
15 Nicolaus-Cusanus-Gymnasium, 120
16 Berthold-Brecht-Gesamtschule, 200
17 Erwin-Kranz-Halle, 200
18 Sportpark Pennenfeld, 200
19 Sportpark Nord, 200
20 Schulzentrum Tannenbusch, 200
21 Hardtberghalle/Hardtberg Gymnasium, 300

Soweit der Stand der Dinge. Wie sinnvoll das alles ist, mag sich jeder selbst bedenken.

Link hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/fluchtlinge-ganz-genau.html

»Flüchtlinge sind nicht nur Opfer«

Mein Thema Flüchtlinge:
   Flüchtlinge statistisch
   Migration im Großraumwagen?
   Unwort »Flüchtling«, zugehöriger NZZ-Artikel
   Palästinaflüchtlinge
   Migration
   Flucht und Vertreibung

26. Januar 2016

Amtliche Ordnung

V.l.n.r.: Pflanze vom Restaurant Mosch-Mosch, Verkehrszeichen,
private Mülltonne, öffentliche Laterne, öffentl. Papierkorb

Da steht sie nun, jahraus, jahrein, die Mülltonne vom Haus Kesselgasse 1 in der Bonner Innenstadt. Meist ist sie, wie hier, überfüllt. An manchen Tagen wartet sie auf die Müllabfuhr – allerdings nicht alle sieben Tage der Woche. Das Haus 1 ist gegenüber, die Tonne mit einer 1 markiert.
   Die Bonner Müllabfuhr ist seit 2013 eine »AÖR« und nennt sich »Bonn Orange«, seit sie aus der Stadt ausgeliedert wurde. Hier steht’s.
   Das Bonner Ordnungsamt wacht innerstädtisch über die Sicherheit. Dazu gehört das lukrative Knöllchenverteilen an Falschparker, besonders in der Kesselgasse. Geschäftsleuten ist das Ordnungsamt meist ein »rotes Tuch«, weil es über aufgestellte Schilder, Schirme und Exponate vor den Geschäften wacht. Für mich ist’s einfach noch eine Polizei, die Deutschland belebt, siehe »öffentliche Hoheiten«.
   Nun aber zur Geschichte. Ich hab’ beim Ordnungsamt angerufen, ob sie sich nicht um die herumstehende Tonne kümmern könnten. – Muss ich mich schämen dafür?
   Zunächst rief ich einen Herrn vom Ordnungsamt an, dessen Durchwahl ich zufällig hatte. Ich war nämlich – zu meiner Schande – vor Jahren einmal abgestraft wurden, weil ich genau an dieser Stelle zu altem Papier ein bisschen eigenes Altpapier dazugetan hatte. Das wurde prompt als von mir kommend erkannt, ich gebüßt als wilder Entsorger.  Als sei’s ein Auto.
   Der gute Mann am Telefon schickte mich gleich weiter, zurück zur Ordnungsamt-Leitstelle.
   Die Leitstelle vom Ordnungsamt sagte mir, hier seien sie nicht zuständig, sonder Bonn-Orange, und gab mir die Nummer. Bei der Gelegenheit wurde ich belehrt, dass die Damen vom Ordnungsamt – manche kennt man seit Jahren – keine »Hostessen« sind. (»Flugbegleiter« sind sie aber auch nicht.)
   Bonn Orange, Telefon 55 52 720, musste gleich überlegen, ob sie oder die Hausverwaltung der Mülltonne zuständig sind, und entschied sich alsbald, dass jedenfalls sie nicht zuständig sei. Ich möge mich an die Hausverwaltung wenden. Eine Nummer hat man mir nicht gegeben. Aber im Prinzip haben die Leute recht: Warum klären wir Bürger das nicht unter uns? Dann fallen wir dem Staat weniger zur Last mit solchen Dummheiten.

Link zu dieser Story: http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/amtliche-ordnung.html

Gleich mehr. Über die Laternenbin ich auf eine städtische Wunsch-Webseite gestoßen, auf http://anliegen.bonn.de/mitmachen:
Na bitte. Und da hab’ ich jetzt meine Mülltonne platziert.

Die »Kategorie« ist ein wenig martialisch ausgefallen, aber bitte.
   Bleiben Sie also dran. Es wird spannend!
   Nur Minuten später kommt:

Guten Tag!
 Ihr Anliegen mit der Nummer #6295 ist eingegangen und wird bald bearbeitet.
 Bitte klicken Sie auf den folgenden Link, um sich jederzeit den Status anzusehen: http://anliegen.bonn.de/reports/A-6295
 Bitte beachten Sie: Sollte es sich bei Ihrem Anliegen um einen dringenden Notfall bzw. einer akuter Gefährdung handeln, wenden Sie sich bitte sofort telefonisch an die Polizei (110) bzw. Feuerwehr (112).
 Ihr Anliegen wird während der üblichen Geschäftszeiten durch die Stadt Bonn bearbeitet. Nähere Informationen zu unseren Geschäftszeiten finden Sie unter:
http://www.bonn.de/rat_verwaltung_buergerdienste/stadtverwaltung_im_ueberblick/oeffnungszeiten/index.html?lang=de
 Eine Übersicht über den Zeitraum, in der wir eingehende Anliegen erledigen, können Sie hier einsehen: http://anliegen.bonn.de/seiten/leistungen
 Mit freundlichen Grüßen
 Ihre Bundesstadt Bonn
--
Dies ist eine automatisch generierte E-Mail, auf die Sie leider nicht antworten können.


Da freut sich doch der Bürger.

25. Januar 2016

Klüger mit Mittelname

Für meine Tochter Carla, Carla M. Jörn.

Solltest du bald einmal in Amerika sein, auf dich gestellt, dann behalte deinen »Mittelinitial« (middle initial) im Auge, M.:

Carla M. Jörn (Joern)

So, wie ich immer als »Fritz H. Jörn« aufgetreten bin, solange ich für amerikanische Firmen tätig war, und erst später dann das H bescheiden wieder weggelassen habe. Da war ich schon mehr journalistisch tätig: Hier kommt es auf einen knappen, kurzen, unprätentiösen Namen an.
   Studien zeigen, dass Leute mit middle inititial für g’scheiter gehalten werden. Inwieweit das für Schüler auch gilt, ist nicht belegt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass ein Mittelinitial dort eher affig wirkt. Guckst du dann mal!
   Deutungen für den Effekt mag es geben. Hier meine: Ein Mittelinitial ist ein kleiner »Stopper« beim Lesen, ein I-Punkt; klein, aber doch auffallend. Peter Zapfl liest sich schnell dahin, Peter F. Zapfl hakelt, hängt ein wenig, aber nicht lange, nicht irritierend. Nicht so sehr wie ein ausgeschriebener Vorname. Peter Friedrich Zapfl ließe den Mann alt aussehen, aber bissl F. darf sein.
   Ein Zweites: Das Problem mit deinem Umlaut-Ö. Amerikaner können natürlich nicht Jörn sagen, Goethe (gothy) selten, ganz zu schweigen von Baron Rothschild, der dort standardmäßig als Barron Ross Child daherkommt.
   Im Ausland ist es üblich, die Umlaute als diakritische Zeichen zu sehen und einfach wegzulassen, wie wir für Benoît einfach Benoit schreiben. Also wird Jörn zu Jorn. 
   Das spricht man so ähnlich wie Djorn aus, Dschoorn. Dass wir Yearn heißen, von to yearn, gleich sich sehnen, das magst du sagen oder schnell vergessen.
   Ich war in Amerika entweder ein Joern oder ein Jorn, je nachdem, denn erreichbare Umlaute gab’s zu »meiner Zeit« in Amerika beim besten Willen nicht. Manchmal kann das ganz praktisch sein. Auf meiner »grünen Karte« stehe ich, in Chicago eingewandert am Samstag, 19. Juni 1971, wie beim Antrag angegeben, mit oe.
   Viel Erfolg!
  
Links: 
• Das Thema im Business Insider, englisch
• Das Thema in der Wirtschaftswoche
• Hier die Studie vom 25. April 2014 von Wijnand A. P. van Tilburg und Eric R. Igou der Universität Southhampton »The impact of middle names: Middle name initials enhance evaluations of intellectual performance«, zahlungspflichtig.

Link hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/kluger-mit-mittelname.html

21. Januar 2016

PDF-Dateien »ganz« öffnen

Mein neuester kostenloser PDF-Leser, »Adobe Acrobat Reader DC«, zeigt rechts eine breite Menüleiste, die selten gebraucht wird – einfach nur nervt. (Wenn man kann, nutze man einen anderen PDF-Leser; dieser ärgert nur.)
   Man kann sie dann mit dem Pfeilchen nach rechts ziemlich in der Mitte des Bildschirms wegbekommen.

Links unten sieht man klein das PDF-»Dokument«, oben und vor allem rechts »Reklame« für die Programmfähigkiten.
Der rechte Streifen, markiert mit X, soll weg!


Hier nun, wie man gleich »voll« startet, wie früher auch.

Am einfachsten: Die Datei 
   C:\Program Files (x86)\Adobe\Acrobat Reader DC\Reader\AcroApp\DEU\Viewer.aapp 
umbenennen z. B. in: 
C:\Program Files (x86)\Adobe\Acrobat Reader DC\Reader\AcroApp\DEU\OriginalViewer.aapp.
Dadurch kommt sie nicht mehr zum Einsatz.

Hier eine detailliertere Lösung:
   In der Datei C:\Program Files (x86)\Adobe\Acrobat Reader DC\Reader\AcroApp\DEU\Viewer.aapp steht (jedenfalls bei mir; mit Wordpad oder Editor öffnen):

‹application id="Viewer" majorversion="1" minorversion="0" requiresdoc="true" title="Anzeigeprogramm" xmlns="http://ns.adobe.com/acrobat/app/2014"›
    ‹layouts›
        ‹layout name="Default"›
            ‹rhp›
                ‹component name="AppShortcutListView" type="Custom"›
            ‹/component›‹/rhp›
        ‹/layout›
    ‹/layouts›‹/application›


Man wirft man den ganzen Huddl von einschließlich ‹layouts› bis ebenfalls einschließlich  ‹/layouts› raus und hat dann nur mehr:

‹application id="Viewer" majorversion="1" minorversion="0" requiresdoc="true" title="Anzeigeprogramm" 
xmlns="http://ns.adobe.com/acrobat/app/2014"›
‹/application›


Danach öffnen sich PDF-Dateien »normal«, ganzseitig.

Den Seitenübersicht bekommen Sie mit Klick auf dieses Zeichen, und auch wieder weg. Der breite Menüstreifen, der zuvor mit Pfeilchen nach rechts bezw. dann wieder nach links aus- und einblendbar war, steht dann nicht mehr zur Verfügung, weil’s ein Plugin war. (Den Tipp verdanke ich Towanda2 hier.)

(Der Gebrauch von »dem ganzen Huddl« – all dem Zeugs – ist mundartlich.)


Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/pdf-dateien-ganz-offnen.html

18. Januar 2016

öffentliche Hoheiten

Ordnungsamt und Polizei auf »Doppelstreife«
Und das sind nur zwei von den »Hoheiten«, die uns Bürgern gegenüberstehen. Man braucht nur an die Kravalle in der Kölner Silvesternacht zu denken, und es kommen Landespolizisten und Bahnpolizisten dazu. Dann gibt es noch den Zoll, der Arbeiter kontrolliert, und nicht nur Schmuggelware. Dafür kontrolliert Bundespolizei unsere Außengrenzen – selbst wo der »Freistaat Bayern« seine Karos zeigt.
   Jetzt aber genau, aus der Wikipedia:
»In Deutschland wird die Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs im Sinne des § 71 Abs. 3 AufenthG grundsätzlich durch die Bundespolizei durchgeführt. Für den Hamburger Hafen ist die Wasserschutzpolizei Hamburg zuständig; die Seehäfen Bremen und Bremerhaven gingen durch Kündigung eines Verwaltungsabkommens durch Bremen in die Zuständigkeit der Bundespolizei über. An den Bundesgrenzen zu Österreich und Tschechien ist seit 2008 die Bundespolizei für die Kontrolle des grenzüberschreitenden Verkehrs zuständig. Die Bundeszollverwaltung kann … «.

   Polizeien in Deutschland

   Liest man weiter, etwa hier, so gibt es neben
• Gemeindepolizei (Ordnungsamt, städt. Polizei, usw.)
• Landespolizei und
• Bundespolizei (früher auch »Bundesgrenzschutz«) sowie
• Bundeszollverwaltung (»Zoll«) noch das
• Bundeskriminalamt (Kriminalpolizei) und die
• Polizei beim Deutschen Bundestag. Vergessen hab’ ich die
• Feldjäger (Militärpolizei), das
Bundesamt für Güterverkehr BAG, die
• Förster, denen ebenfalls »hoheitliche« Aufgaben obliegen,
• und vielleicht noch ein paar mehr.

Gerade bei der angespannten Sicherheitslage in Deutschland könnte man doch überlegen:
• ein paar Polizeien zusammenzuführen
• und bei anderen echte »Konkurrenz« zuzulassen, so wie man inzwischen seine Kfz-Zulassung auch von der Dekra als »amtlich anerkannter Überwachungsorganisation« bekommen kann, nicht nur vom TÜV. Führerschein und Personalausweis bleiben monopolisiert, was Kosten und Bearbeitungsgeschwindigkeit nicht gerade förderlich sind.

Ich schließe polemisch mit einem der zahlreichen Witze um polizeiliche Doppelstreifen in Italien: Einer hat fifa, einer paura – einer Schiss, der andere Angst, oder, noch gemeiner: Der eine kann lesen, der andere schreiben …

11. Januar 2016

Gmail-Konto einrichten

Hier nur Besonderheiten dazu.
   Ich nutze Gmail als Mailarchiv, weil es von überallher leicht erreichbar ist, und die Suche auch bei vielen Mails verzögerungsfrei funktioniert.

1. Abruf. Ich bediene Gmail wenn, so nur über den Browser und bevorzuge die sehr kompakte, alte HTML-Anzeige
   Um von der schönen neuen Anzeige
 zur alten HTML-Anzeige zu kommen, gehen Sie auf
   https://support.google.com/mail/answer/15049?hl=de
und klicken dort unter »Einfache HTML-Ansicht« auf den Link im Satz: »Wenn Sie sich über einen nicht unterstützten Browser in Gmail anmelden, sehen Sie die Oberfläche in der einfachen HTML-Ansicht. Wie diese aussieht, können Sie sich in einer Vorschau über diesen Link ansehen.«. Schupps landen Sie beim Alten:
Wenn’s Ihnen gefallen sollte, können Sie hier und jetzt im gelben Feld Ihre Standardansicht ändern. Gmail merkt sich’s.

2. Absender. Meine gewöhnliche E-Mail-Adresse ist Fritz@Joern.De. Ich möchte nun, dass die wenigen Mails, die ich (vielleicht von unterwegs) aus Gmail versende, ebenfalls ganz »Von Fritz Jörn « kommen, und nicht offensichtlich von Gmail. Also etwa so:
Dazu muss in den Gmail-Einstellungen »Von derselben Adresse aus antworten, an die die Nachricht gesendet wurde« angeklickt sein, sonst antwortet er aus Gmail, denn für ihn ist das die »Standardadresse«.
Vieleicht kann man sich sogar die expizite Antwortadresse hier sparen.
   Vorher hatte ich, zugegeben, bei Gmail eine »weitere E-Mail-Adresse« zugegeben, eben meine Fritz@Joern.De. Sogar einen eigenen Postausgangsserver wollte er dafür. Den hab’ ich bei 1&1 als »auth.mail.onlinehome.de« mit Port – na, dem angegeben großen. Der »Onlinehome« mag alt sein, es ging aber.

3. Eingangspost zu Fritz@Joern.De wird von mir (unter anderem) automatisch zum Gmail-Konto weitergeleitet.  Gmail arbeitet auch gerne mit einem regelmäßigen Postabholdienst, sodass aktives Hinleiten nicht nötig wäre, aber eben einen Tick schneller läuft.
 
4. Da ich auch Ausgangspost bei Gmail archiviert haben will, nutze ich »Auto-BCC«.

Link hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/gmail-konto-einrichten.html

10. Januar 2016

Bissl Schriftsatz: Einzug, Text im Kasten

Schriftsatz tut Not, spätestens zum Schluss, wenn Text und Bilder »zu Papier« gebracht werden sollen. Ich lektoriere gerade ein spannendes Buch mit vielen Bildern und mehrspaltigem Text, und da fällt’s mir wieder auf:

Einzug. Absatztrennung durch Einzug oder Durchschuss. Liest man bei Beinert nach, hier, so sagt er: »Texteinzüge am linken Rand eines geschlossenen Schriftsatzes (z.B. eines Romans) werden … als Absatzmethode verwendet, um Textpassagen sinngerecht in Absätze zu gliedern.« Genauer geht auf das Thema die Wikipedia ein, darauf, wie es früher üblich war und heute sein soll.
   Die weniger schöne Methode, Absätze kenntlich zu machen, ist ein »Durchschuss«, einfach eine Leerzeile. Davor warnt Beinert: »Eine Gliederung durch eine Leerzeile stört den Leserhythmus. Eine Leerzeile wird hier nur für einen Themen- bzw. Szenenwechsel verwendet.«
   Ich mache drei Leerstellen als Einzug (in Nur-Text-E-Mails nur eine), wie ← hier in diesem Blog, und eine Leerzeile vor neuen Abschnitten. Empfohlen wird oft ein Geviert Einzug,
 das ist, dank extra   in der HTML, hier ← so viel. Wie Beinert meint: Geschmacksache.
   Zieht die jeweilige Software wie HTML mehrere aufeinanderfolgende Leerstellen zusammen, so habe ich mir dafür die erzwungene Leerstelle auf AltGr+Leertaste gelegt, HTML  , siehe Tastaturtreiber.
   Soll Schriftsatz besonders »luftig« sein, etwa in Broschüren, wo man wenig zu sagen hat und viel Luft zeigt: Durchschuss!


»Waßmuß, der deutsche Lawrence«, Seite 169
   Nun aber zur Frage: Durchuss und Einzug? Das ist falsch, wie hier rechts gezeigt. Beinert klar und deutlich: »Texteinzüge in der ersten Zeile eines neuen Kapitels oder einer neuen Kolumne werden nicht gemacht, sie bleiben ›stumpf‹, also ohne Einzug.«
   Das ist eine Regel, die aus praktischen Gründen seit eh und ja gebrochen wird und wurde, nicht unbedingt in Zeitungen, aber doch in Büchern. Hier rechts aus einem 1937 gesetzten Buch. „Als der Tod … gehörte ganz nach links geschoben, weil man auch so erkennt, dass da was Neues angeht, und weil’s schöner aussähe. Sogar in der ersten Zeile einer Spalte (Kolumne) empfiehlt Beinert, auf einen eventuellen Absatzeinzug zu verzichten. Na schön.
   Das aber bedeutet, dass der Einzug verändert werden müsste, je nachdem, ob eine Absatz mittendrin beginnt oder ganz an einem Anfang. Das macht keiner. Der Autor schreibt den Text mit Einzügen, der Layouter pflanzt ihn auf die Seiten. Nimmt er von Hand einen Einzug heraus, weil der zufällig wo ganz oben sitzt, dann ist beim nächsten Umbruch das Durcheinander vorherzusehen. Derartige Feinheiten mache man also erst ganz, ganz zum Schluss oder verzichte darauf. (Ist das Layout allerdings durch CSSs darauf vorbereitet, mag’s anders sein, s. Wikipedia unter Einzug und unter Absatz.)

»Original Schweizer Offiziersmesser«, Seite 130
Hier rechts moderner Schriftsatz:
• Absatz durch Einzug.
• Nach Leerzeile hingegen linksbündig ohne Einzug, »stumpf«.
   Kapitelanfänge sind in diesem Buch übrigens mit Initialen geschmückt. Mehr zu Initialen hier.

Noch etwas zum Spaltensatz, besonders bei Kästen. Achten Sie darauf, dass der Leser innerhalb und außerhalb des Kastens erkennt, ob und wo es weitergeht. Gut eignen sich Silbentrennungen dafür: Endet eine Spalte mit einem halben Wort und Trennstrich, so sucht der Leser automatisch in der nächsten Spalte die Fortsetzung, egal wie hoch oben sie wegen einem Bild oder einem Kasten ansetzt! Geht’s gar erst auf der nächsten Seite weiter, sind ein Satzende und ein Fortsetzungshinweis, ev. kursiv, angebracht.

Ralf Turtschi speziell zu Trennungen:
   http://medienwoche.ch/2015/03/02/trennungen-fuer-fortgeschrittene/

(In schlecht fallenden Blog-Texten trenne ich oft von Hand durch in die HTML eingefügte ­.)
Beinerts Typolexikon: http://www.typolexikon.de/
Dibas Tyographielexikon: https://eberhard-dilba.homepage.t-online.de/pdf-Dateien/Lexikon.pdf
Tyographiebegriffe bei der NZZ von 2004: http://www.nzz.ch/article9NJNR-1.314407*)
Mein »Tastaturtreiber«:
   http://blogabissl.blogspot.de/2013/09/tastaturtreiber-andern-ab-windows-vista.html


Link hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/bissl-schriftsatz-einzug-text-im-kasten.html

*) »Jungfer. In der traditionellen Sprache der Metteure ist eine Jungfer ein fehlerlos gesetztes Manuskript.«

8. Januar 2016

Unbekannte Anfangsmeldung bei Imap

Ich hatte gerade auf einem alten Outlook 2003 T-Online-Imap installiert, mit den vorgegebenen Einträgen und Einstellungen.
   Dann kam die Meldung: »Der Imap-Server hat eine unbekante Anfangsmeldung gesendet«. Mit »Details« ließ sich mehr sehen, aber so schnell war ich nicht. Irgendwas mit »Must issue a StartTLS command first«.
   Die Meldung kam wiederholt, spätestens alle fünf Minuten, dem üblichen Synchronisierungsintervall.
   Ich habe dann den Eingangs-Port von 995 auf 993 gestellt. Dann ging’s.
Den Port 993 hatte ich aus dieser Anleitung und dieser, generell hier.
   Wikipedia zu StartTLS:
» … Bei einer älteren Methode zur Einleitung der Verschlüsselung einer Verbindung zwischen Mailprogramm (Client) und Mailserver setzt diese Verhandlung bereits beim Verbindungsaufbau ein, indem die entsprechenden Ports angesprochen werden. In den Beispielen für Standardports kennzeichnet das jeweilige S hinter den Protokollbezeichnungen die abgesicherte Variante:
   • SMTP auf Port 25 bzw. 587 und SMTPS auf Port 465
   • IMAP auf Port 143 und IMAPS auf Port 993
   • POP3 auf Port 110 und POP3S auf Port 995
… usw.« – Wer mag, kann sich weiter schlaumachen.
   Port 995 war für Pop. Hier eine praktische Port-Übersicht. Damit auch Ihre Nachricht den richtigen »Hafen« findet.
   Viel Erfolg!
 

PS. Outlook 2003 lässt sich nicht mehr »registrieren«. Ich fahr’s mal versuchsweise ohne. Dazu muss nur beim Start der Registrierungswunsch weggeklickt werden. Sonst die 0800 284 8283 anrufen, den zugehörigen alten Installationsschlüssel bereithalten, und nett fragen; das soll auch helfen.

Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/unbekannte-anfangsmeldung-bei-imap.html

6. Januar 2016

gebenedeit

Mariae Auferstehung, Attard, Malta (Wikipedia)
Bei der Neufassung des Avemaria wurden die Weiber zu Frauen, weil Weib und Weiber inzwischen abfällig klingen.  Da sollte man schon politisch korrekt beten.
   Wann aber war das? Ich meine zur Liturgiereform nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil 1969-70.
   Unser Absterben wurde einfach zum Tod, Amen.  Absterben klingt heutzutage nach aussterben, nicht nach einem einzelnen Tod, zumindest nach einem Dahinsiechen, einer Pflanze etwa.
   Nur das (sogar zweimalige) gebenedeit, das kein Normalsterblicher versteht, das haben sie stehen lassen.
   Gebenedeit habe ich nie verstanden. Im Gegenteil: Mein Großvater sel. sprach immer von gebebtem Brot, wenn er getoastetes meinte. Das klingt so ähnlich. So muss ich beim Avemaria stets an ein Sonntagsfrühstück denken, denn Toast – aus dem brandgefährlichen Klapptoaster – gab’s bei uns nur zu besonderen Anlässen.
   Das gebenedeit kommt schnurstracks aus dem Lateinischen, steht auch in der Wikipedia:
     Benedicta tu in mulieribus,
     et benedictus fructus ventris tui, Iesus.
Die Engländer waren da schon immer klar:  
   blessed art thou amongst women, 
   and blessed is the fruit of thy womb, Jesus.
Amen.

Links:
http://blogabissl.blogspot.com/2009/03/pro-multis-fur-viele-so-stand-das-fast.html
http://blogabissl.blogspot.com/2014/02/promultis.html

Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/gebenedeit.html

5. Januar 2016

Fußstapfen Fraktur

Fußstapfen schreibt man in Fraktur Fußtapfen, ohne s. Ich vermute, dass Fußſtapfen einfacht schlecht ausgesehen hätten. So haben es die Fußtapfen bis in den Duden geschafft.

Bild: Buzz Aldrin salutes the U.S flag on the Moon (mission time: 110:10:33). His fingertips are visible on the far side of his faceplate. Note the well-defined footprints in the foreground. Buzz is facing up-Sun. There is a reflection of the Sun in his visor. At the bottom of Buzz's faceplate, note the white 'rim' which is slightly separated from his neckring. This 'rim' is the bottom of his gold visor, which he has pulled down. We can see the LEC straps hanging down inside of the ladder strut. In the foreground, we can see the foot-grabbing loops in the TV cable. The double crater under Neil's LM window is just beyond the LM shadow.

Jetzt aber genau. Hier war’s mir aufgefallen, in »Waßmuß, der deutsche Lawrence«, von Dagobert von Mikusch, Paul List Verlan Lepzig 1937, Seite 98, Mitte 9. Zeile.
 


Sieht doch gut aus?

Schlägt man allerdings im letzten Fraktur-Duden von 1941 nach, so findet man Fußstapfe, Fußstapfen (ich nehme mal wieder das runde s statt ſ), aber auch Fußtapfe. »BR. u. ÖR« sind das bayrische und das österreichisches Regelbuch, »PR« das preußische. Also nochmals:
   In Bayern und Österreich Fußstapfe oder Fußtapfe, bei den Preußen nur: Fußtapfe.
   Modern gesehen nennt der Duden die Tapfe selten, die Stapfe genauso. Google allerdings bevorzugt klar die Fußstapfe mit heute, 6.1.16, 6.290 Treffern gegenüber der Fußtapfe mit 2.220 Treffern. Geht man zur sinnvollen Mehrzahl über und sieht sich Fußstapfen an, so findet man 546.000, immerhin eine gerade Zahl. Nötigt man Google dann aber zu Fußtapfen mit Gänsefüßen (d. h. »genau so«), so findet man ihrer bloß 27.200.
   Kurz: Man tapft nicht im Schnee, man stapft. Wenn’s denn einen gibt.
 
 Wilhelm Waßmuß in der Wikipedia, umfangreicher englisch.






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http://blogabissl.blogspot.com/2016/01/fustapfen-fraktur.html

3. Januar 2016

Neuen Windows-Rechner einrichten

Alle meine Tricks
• Seine Passwörter bereithalten, angefangen beim W-Lan.
• Denn als erstes muss der Rechner mit dem Internet verbunden werden, sonst geht gar nichts! Selbst ein nagelneues Iphone muss erst einmal »ins Netz«.
   Also unten in der Taskleiste das W-Lan auswählen, Passwort eingeben. Stationäre PCs in der Nähe des Routers gehören stattdessen fest über Ethernet-Kabel angeschlossen.
  Was für ein Betriebssystem man hat, erfährt man über (Start und) die Suche nach »Betriebssystem«, dann meist mit »PC-Einstellungen, Betriebssystem«. Merken Sie ich die Bitzahl, meist 64 Bit.
• Die Benutzerkontensteuerung des »personal computers« braucht keine Passwörter; einfach freilassen bei der Einrichtung, außer man möchte seinen PC vor Fremden schützen. Direktstartanleitung.
Computer (einfach aber eindeutig) benennen, ev. Arbeitsgruppe wählen (sonst ist’s »Workgroup«).
• (Zugang zu Systemdateien hat nur der »TrustedInstaller«, siehe Wintotal-Tipp.)
• Eventuell Num-Lock ausschalten. Man tippt oft aus Versehen auf diese Taste.
Virenscanner? Da gibt’s kostenlose, und berühmte wie Kasperskys. Ich hole mir meist die Microsoft Security Essentials, ein robustes Auslaufmodell. In Windows 10 laufen die »Essentials« nicht; man möge den eingebauten »Windows Defender« nutzen. Wenn der aber partout nicht aktiv werden will, sehe man unter den installierten Programmen nach, ob z. B. ein McAfee installiert ist und das System bis zum Ende einer kostenlosen Probezeit »schützt«. Dann läuft kein anderes Antivirenprogramm, und McAfee muss erst deinstalliet werden! – Stand März 2017: Windows 10 geht auch ganz ohne gesonderen Virenscanner, das tät’ ich (wie immer ohne Haftung gesagt).
   Zu einmaligen Virenprüf- und -entfernungen empfehle ich sehr den kostenlosen »Online«-Scanner von F-Secure, schnell und gut (läuft eigentlich am eigenen Rechner, aber ohne Installation und Reste.)
   Bei dieser Gelegenheit mag man auch sonstige vom Hersteller eingeschmuggelte, unerwünschte Programme rausschmeißen, wenn man sich etwas auskennt (Systemsteuerung\Programme\Programme und Funktionen).
• Eventuell die vielen lästigen Updates von Microsoft und alle Versuche, einen auf Windows 10 zu verführen, in der Zukunft abblocken. Dafür gibt’s ein zorniges Programm: »GWX Control Panel«, hier. Ich hab’s hier beschrieben und nutze es genüsslich hier auf dem geschätzten Windows 7 (und auf XP).
• Eventuell persönlichen Tastaturtreiber installieren. Bei mir sind da die »französischen« Gänsefüße mit auf der Tastatur, die mag’ ich wie diesen echten Apostroph. (Meine »Tastentreiberladung« finden Sie auf www.Siebenfahr.com/deutschj.exe als selbstentpackendes Archiv.) In Windows 10 findet die zugehörige setup.exe zunächst die nötigen Dateien nicht, mit »erneut versuchen« ging’s dann.
• Eventuell die Wartezeit nach einem zwangsweise Beenden (Abschießen) eines Programms durch den Task-Manager (Ctrl-Alt-Del, Strg-Alt-Entf) verkürzen, statt lag auf »Es wird nach einer Lösung des Problems gesucht … « zu warten; Anleitung z.B. hier.
• Eventuell Sondermanns TitleTime einsetzen. Kann durch Klick aufs Icon (ev. ausgeblendet) konfiguriert werden. Title Time läuft auf Windows 10, aber nicht immer, dann lässt es sich nicht konfigurieren. Das liegt dann an den Kompatibilitätseinstellungen; im Kompatibilitätsmodus (mind. Windows 7) klappts!
Tab2Desk im Einsatz. Ganz rechts
der »Task«:»Minimize all Windows«
Daneben Picture Publisher 10
Tab2Desk einsetzen, (143 kB), bewährt seit 1996 und inzwischen sogar auf Windows 10 bestens im Einsatz!
Denn bei Win10 geht’s mit Alt+Tab nicht mehr zum Desktop. Dafür gibt’s Windows-Taste+Tab nehmen, oder nur zum Desktop mit Win+D.
• Als drahtlose Maus empfehle ich die fünfzig Euro teure Logitech-Maus »MX Anywhere 2« (Man gönnt dem Rechner ja sonst nichts … ). Sie lässt sich über Bluetooth 4.0 anschließen (herkömmliches Bluetooth im Rechner reicht nicht!) und belegt so keinen USB-Port.
•  Startet man den klassischen Windows-Explorer (Icon, rechte Maus, Eigenschaften, Verknüpfung, Ziel) mit "%windir%\explorer.exe /e, /select, C:\" (statt nur mit "%windir%\explorer.exe"), dann zeigt er gleich C: an.
   Der Windows-Explorer von Windows 10 nervt, weil er erst einmal lange an einem »Schellzugriff« arbeitet. Gleich mit »C:« oder »Dieser PC« öffnen, ist z. B. hier beschrieben. Ich hab’ mir die Eigenschaften eines Desktop-Icons für den Explorer auf »Verknüpfung« mit »C:\« umgestellt. Hier links sieht man, wie man’s generell umstellt (Bilder klickbar). Im Explorer Ansicht, Optionen, »Datei-Explorer öffnen für«, und dort im Klappmenü »Dieser PC« wählen.
• Standardbrowser festlegen, bei mir Firefox. Vom Hertseller Mozilla aus dem Netz laden, installieren. (Wenn später einmal Firefox kaputtgeht und sich selbst mit »Reparieren« nicht fixen lässt? Weiter nutzen, das geht vorüber.)
Software ohne Speichern gleich ausführen (etwas warten).
• Nun Tipps zum Browser
   Im Firefox die »Erweiterung« (über Menü,Symbol drei dicke Striche übereinander, Add-ons) ansteuern, »OpenDownload²« suchen und einbauen. Damit bekommt man bei jedem Download die zusätzliche Option, die Software nicht erst zu speichern, sondern sie wenn möglich gleich auszuführen. Ich verspreche mir davon einen müllfreieren Rechner.
    Vor dem Start des Programms muss man dann allerdings warten, bis die Software ganz heruntergeladen ist. Den Downloadfortschritt kann man oben am Pfeilchen oder Minischauglas verfolgen.
   Google-US zur Suche bekommt man mit dem Addon »Google NCR«. Vor allem die Bildersuche läuft da viel klickärmer.
   Ärgert einen Bing in Firefox, sucht man in about:config (als URL in die Firefox-Adresszeile eingeben) nach bing und löscht die drei Einträge.
• Ev. Firefox Sync aktivieren, um alle seine Lesezeichen, gespeicherten Passwörter usw. auf den neuen Rechner zu übertragen. Gefährlich! Eventuell ohne Passwörter synchronisieren.
• In Windows 10 Cortana ausschalten, wenn man (auch nur zunächst) nicht mit Spracheingabe arbeiten will.
• Ev. Desktop optisch anpassen (rechte Maus auf Desktop, Anpassen. Ich nehme Designs, Designeinstellungen, »Windows – klassisch«. Ab Windows 8, also auch für Windows 10, bietet Microsoft das klassische »Classic Theme« nicht mehr an; es gibt aber Ersatz, siehe http://www.howtogeek.com/133405/how-to-get-classic-style-themes-back-on-windows-8/. Hab’s nicht probiert, fahre mit »Themed Backgrounds«.
• An großen Bildschirmen Schriftgröße nach Gusto einstellen, z. B. 125% (Systemsteuerung\Darstellung und Anpassung\Anzeige). Kann aber Ärger machen, hab’ vergessen wobei.
• Um den Bildschirm maximal auszunützen ev. Taskleiste auf zwei Zeilen vergrößern, aber automatisch ausblenden lassen und F11 einschalten (zurück wieder mit F11, dazu muss ev. unten die Taste Fn zugleich gedrückt werden).
Backup, externe Platten. Ich empfehle Ghislers Windows Commander, heißgeliebt von Alters her für alle Da­ten­hin­und­her­schie­be­rei­en. Besonders tüchtig und hartnäckig, wenn es darum geht, eine Menge Dateien zu sichern oder zu kopieren, mit »Synchronisieren«. Hat bei mir schon zahlreiche Lese- und Schreibfehler erfolgreich überwunden.
• Eventuell für Screenshots den kostenlosen Gadwin Printscreen installieren und konfigurieren (Options, Bildname, Typ jpg, Ordner etc.). Sehr nützlich! Ich empfehle Printscreen 3.0, Version 5.4 lief bei mir nicht (Jan.2016). Auf Anfrage.
• Eventuell Skype installieren und starten. Bei Login-Problem kann dieser Tipp helfen. Möchte man die schlanke, einspaltige Anzeige, so wähle man Anzeige, Geteilte Fensteransicht und schließe dann das überfüssige rechte Fenster.
• Eventuell am PC Whatsapp installieren. Nennt sich Whatsappweb und macht den Nach­rich­ten­dienst groß und schön und leicht betipp- und -dienbar! Das geht aber nur, wenn Whatsapp im Handy läuft, da Whatsapp die Beteiligten über die Mobiltelefonnummer identifiziert.
   Whatsuppweb am PC zeigt einem zunächst am Computer ein QR-Muster an. In Whatsapp im Smartphone geht man ins Menü (nicht in die Leiste oben, bei Androiden auf die drei Punke!) und wählt »whatsApp Web«. Dort wird man aufgefordert, den QR-Kode mit der Kamera einzuscannen (oder bekommt gesagt: »Momentan angemeldet an … «, und kann sich abmelden, wenn man Wahtsapp Web an einem anderen Computer laufen lassen will). 
Office installieren. Ich habe ein altes, gutes Office 2003, das läuft sogar unter Windows 10.
  Dazu den »Compatibility Pack« aus dem Netz, damit man die neuen Dateiformate mit o oder x bearbeiten kann. Die erfolgreiche Installation erkennt man an den angebotenen Formaten, siehe rechts.
   Hat man in Word Macros, Tastenkürzel und sonstige Spezialitäten, die persönliche Normal.dot einpatchen.
• Adobe Acrobat 8 professional läuft bei mir noch und macht brav und schnell PDF-Dateien, etwa direkt aus Word
• Micrograf X Picture Publisher – ein altes, vor zehn Jahren meist kostenloses Fotobearbeitungsprogramm – auch, siehe http://blogabissl.blogspot.de/2013/10/picture-publisher-auf-windows-7-etc.html.
Picasa, lokal, wird zwar nicht mehr »unterstützt«, kann aber besonders gut retuschieren und mehr. Auf Anfrage.
Mailkonto (in Outlook, Thunderbird) frisch einrichten, sofern man nicht den meist bereits eingebauten Mailer (etwa Microsoft Mail) oder nur Webmailer verwenden will. Üblich ist Imap, das »synchronisiert« und ist praktisch, wenn man von mehreren Geräten aus auf seine Mail zugreift. Ich bevorzuge immer noch Pop und SMTP, wenn ich genau wissen will, welche Mail wo ist. Dabei empfange ich oft von meinen verschiedenen Mailkonten, sende aber über denselben SMTP-Server. – Ev. Auto-BCC nicht vergessen, geht nicht in Microsoft Live Mail, jedefalls nicht gratis.
• Indexierung der Mails und oder des Rechners mit »Lookout for Outlook« oder »Google Desktop«? Beides sind alte, gute Programme …
Zur lokalen Suche hab’ ich noch einen »Google-Desktop« 20051208-de laufen, hier (1,2 MB).
• Die Outlook.pst-Datei muss öfters einmal nachkorrigiert werden. Dazu eignet sich Scanpst.exe (bei mir auf E:\SaveCplus\Programme\Gemeinsame Dateien\System\MSMAPI\1031\SCANPST.exe). Die Maildatei ist ebenfalls oft scher zu finden (bei mir auf  D:\Dokumente und Einstellungen\Fritz\Lokale Einstellungen\Anwendungsdaten\Microsoft\Outlook\Outlook.pst > 5GByte, Jan.17)
  Für Bildersuche am eigenen Rechner suche ich noch ein Programm.
• Als Spamschutz bevorzuge ich Cloudmark DeskTopOne, das leider Ende 2017 seinen Dienst aufgibt.
• Ev. Comparettis Speedfan zur Temperaturkontrolle.
DU-Meter von Hageltech lieb’ ich auch, ’s kostet aber einmal etwas. Da sieht man den Datenfluss vom und ins Internet.

• Wenn der Rechner dauerläuft, bitte mit Prime95 Rechenzeit stiften. Ein gutes (digitales) Werk!

• Viel Erfolg!

Link hierher: http://blogabissl.blogspot.de/2016/01/neuen-windows-rechner-einrichten.html
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Speziell – spätestens – bei Windows 10 werden Ihnen die »Apps« auffallen; sowas hieß früher »Programme«.
   Zum »Start«-Bildschirm mit all diesen App-Kacheln (’ne Art Aufkleber) kommen Sie mit der Windows-Taste, auch wieder zurück! Am Start können Sie getrost zwei Drittel der Kacheln mit Rechtsklick »von „Start“ löschen«, wenn die Sie nicht interessieren. Von Ihnen installierte Programme erscheinen dort ebenfalls als Kacheln, bei mir Word und so. Falls nicht, so ziehen Sie das Programm aus der alphabetischen Programmliste (»Alle Apps«) ins Kachelmeer (den Start-Bildschirm). Wollen Sie sie zusätzlich, wie früher, am Desktop (»Arbeitsplatz«) sehen, so ziehen Sie sie einfach weiter dorthin (nach rechts).

Ein eigenartiger Effekt bei Windows 10. Microsoft will einen vor »bösen« W-Lans (»Wi-Fi«) schützen und setzt wohl auf Beliebtheit. Hier mehr darüber. Auf jeden Fall warne ich davor, »Verbindung mit vorgeschlagenen öffentlichen Hotspots« einzuschalten. Dann klappt, grob gesagt,  keine Verbindung mehr, »ums Verrecken nicht«. Hier die empfohlenen Einstellungen: alles aus!
  Der Task-Manager ist in Windows 10 stark aufgehübscht, auch sprachlich. Wenn ein Programm hängen bleibt und nicht mehr reagiert, wie hier mein Outlook, so heißt die Meldung: »inaktiv«; beschönigend und falsch, denn das Programm loopt.