31. Oktober 2015

scientes bonum et malum

Der Garten Eden im Stundenbuch des Herzogs von Berry
   Mephistopheles:
Grau, teurer Freund, ist alle Theorie,
Und grün des Lebens goldner Baum.
    Schüler:
Ich schwör Euch zu, mir ist's als wie ein Traum.
Dürft ich Euch wohl ein andermal beschweren,
Von Eurer Weisheit auf den Grund zu hören?
    Mephistopheles:
Was ich vermag, soll gern geschehn.
    Schüler:
Ich kann unmöglich wieder gehn,
Ich muß Euch noch mein Stammbuch überreichen,
Gönn Eure Gunst mir dieses Zeichen!
    Mephistopheles:
Sehr wohl. (Er schreibt und gibt’s.)
    Schüler (liest):
Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum.
(Macht's ehrerbietig zu und empfiehlt sich.)

Soweit Goethe, Faust, im Studierzimmer (Kapitel 7).
   Ein Interpret kommt zur Sache: »›Eritis sicut Deus, scientes bonum et malum‹, schreibt Mephisto ins Stammbuch des Schülers. Die Erkenntnis des Guten und des Bösen, die mit dem biblischen Sündenfall einhergeht, schlägt sich zu allererst in der Sexualmoral nieder. ›Und sie erkannten, dass sie nackt waren‹«.
   Das alles kommt aus dem Alten Testament, der Genesis, 3. Kapitel:
   Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes, die Gott, der Herr, gemacht hatte. Sie [, die Schlange,] sagte zur Frau: »Hat Gott wirklich gesagt: »Ihr dürft von keinem Baum des Gartens essen‹«? – Die Frau entgegnete der Schlange: »Von den Früchten der Bäume im Garten dürfen wir essen; nur von den Früchten des Baumes, der in der Mitte des Gartens steht, hat Gott gesagt: »Davon dürft ihr nicht essen und daran dürft ihr nicht rühren, sonst werdet ihr sterben.« – Darauf sagte die Schlange zur Frau: »Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.« (Gen. 3,1)
   Hatte die Schlange recht? Nein, es war alles gelogen: Wir sterben, wie das Gott schon geahnt hatte, und was gut und schlecht ist, bleibt uns nach wie vor verborgen. Irgendwo steht immer noch (s. Wikipedia) der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse (hebr. עץ הדעת טוב ורע °ez had-da°at tôb wâ-râ, griech. τὸ ξύλον τοῦ εἰδέναι γνωστὸν καλοῦ καὶ πονηροῦ, lat. lignum sapientiae boni et mali).
   Was es mit dem Baum des Lebens daneben auf sich hatte, bleibt meines Erachtens noch düsterer (Gott, der Herr, ließ aus dem Ackerboden allerlei Bäume wachsen, verlockend anzusehen und mit köstlichen Früchten, in der Mitte des Gartens aber den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse. Gen. 2,9).
Michelangelo: Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies (Deckenfresko in der Sixtinischen Kapelle)
Was ich mich frage: Warum war’s so wichig, zu wissen, was gut und was böse ist? Dass Eva dafür ihr und Adams Leben riskierte – oder war sie nur leichtsinnig, neugierig, auf was Neues aus? Egal.
   Heute suchen wir nach dem Schönen, nach Genuss, Freude, Glück, Wellness, der idealen Diät oder Jobsicherheit. Das hat alles nichts mit Gut und Böse zu tun.
   Eine gute, von allen anerkannte Auslegung der Geschichte gibt es meines Wissens nicht. Die Angst, Böses zu tun, muss aber wohl auf eine drohende, ausgleichende Gerechtigkeit, etwa auf die Hölle zurückzuführen sein. Und die haben wir inzwischen verdrängt. Hölle und Jüngstes Gericht sind politisch nicht mehr korrekt. Vermutlich werden wir Hitler im Himmel begegnen …
   Der biblische Gottvater meint, die Kenntnis von Gut und Böse würde uns töten, vielleicht uns blenden wie ein Laserstrahl, den nur er selbst aushalten kann. Und dann passiert das ja auch, nach dem Sündenfall: Die beiden schämen sich vor Gott, und sterben tun sie auch.
   Wie das andernfalls ausgegangen wäre, wissen wir nicht. Dann wären heute wohl Eva wie Adam zweihunderttaused Jahre alt minus fünf Tage; »Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn. Als Mann und Frau schuf er sie«. (Gen. 1,27). Oder war Eva doch etwas jünger? »Gott, der Herr, baute aus der Rippe, die er vom Menschen genommen hatte, eine Frau und führte sie dem Menschen zu.« (Gen. 2,22). Wie auch immer. Keiner von uns war dabei. (Oder alle, wenn man an die Erbsünde glaubt.)
   Jedenfalls ist seit damals die Sexualmoral umstritten. Darf man, oder darf man nicht? Wer wann mit wem? Wo, vor allem wie? Auch alleine?
   Inzwischen hat das Wissen um Gut und Böse die römisch-katholische Kirche direkt von Gott übernommen, allerdings vom Junior. Diese Kirche ist sich sicher, was geht, was sein darf. Andere Kirchen haben’s da einfacher. Sie überlassen es gleich dem individuellen Gewissen des Gläubigen, wie er die Sache hält. Ein konkretes Beispiel: »Die Evangelischen sehen Empfängnisverhütung in der Tat positiv, weil sie nämlich verantwortliche Elternschaft bedeutet und Sexualität als ›gute Gabe Gottes‹ betrachtet.«, so jüngst Frau Käßmann. Bei den Katholiken ist das etwas umständlicher, hier im Katechismus nachzulesen. Das Prinzip scheint inzwischen gelockert. In der Praxis hält sich eh keiner dran. 
   Im Großen geht das Dilemma weiter. Da werden katholischerseits Ehen reihenweise für nichtig erklärt, über protestantische wird hinweggesehen. Ich habe selbst in meiner zweiten Ehe davon profitiert, dass die Katholiken meine erste ignorierten. Das Systems ist verlogen, jedenfalls vor Gott, und auf Erden ein einziges Herumgeeiere.
   Wie kommt die Kirche aus dem Dilemma wieder heraus? Die Synode hat einstweilen nichts gebracht – kein Wunder, entschließt sie selbst doch nichts und berät nur den Papst. Einen Bericht in der NZZ hab’ ich so kommentiert:

Nur ein etwas großzügigerer Glaube wird weiterführen: Zulassung eines jeden zur Kommunion – wie das heute hier de facto praktiziert wird – in der Hoffnung, der Leib Christi wird schon selbst wissen, wo er sich wie entfaltet, in Beurteilung des Einzelfalls wie beim Jüngsten Gericht wohl auch. Solange haben wir verlogene Verhältnisse. Ich gehe glücklich zur Kommunion, auch wenn ich das Sonntagsgebot ein paar Wochen lang missachtet habe (eine Todsünde), ich wurde zu meiner zweiten Ehe vom hiesigen Stadtdechanten im Münster getraut. Wie das? Meine erste Ehe war protestantisch, weil die Katholiken verlangt hätten, dass meine Verlobte konvertiert. Wir haben’s dann bei der Konkurrenz »billiger« bekommen und mussten »nur« die Kinder protestantisch erziehen, für mich eine interessante Erfahrung. Als nach der Scheidung meine zweite Hochzeit anstand, ging das katholischerseits glatt, denn die erste Ehe hatte ja nicht stattgefunden. Der Glaube meiner zweiten Frau wurde nicht hinterfragt; die katholische Kirche ist lasch geworden, und Gott liebt alle (Stichwort pro multis, bis heute in der Messe nicht korrigiert). Mehr Glaube, mehr Gottvertrauen, und weniger Rigorismus bitte.
   Links: Instrumentum Laboris, Papstansprache, Vatikanbericht.
   http://synode15.ch/category/medienspiegel/
Todsünden, katholisch hier; protestantisch nach Ferdinand Christian Baur, 1836, hier.

Link hierher:     
   http://blogabissl.blogspot.com/2015/10/scientes-bonum-et-malum.html



Der erste Kommentar kam schon herein, über E-Mail. In der Tat verpatze ich mir manches ordentliches Argument durch Polemik: Der geneigte Leser neigt dann dazu, sich zu ärgern, und macht »dicht«. Polemik sollte, wenn überhaupt, erst ganz am Ende stehen. Mir macht’s halt gar soviel Spass, was ich bitte zu verstehen …
   Zur Sache. Hier der Kommentar, wörtlich, anfangs zitierend:
·   »Inzwischen hat das Wissen um Gut und Böse die römisch-katholische Kirche direkt von Gott übernommen, allerdings vom Junior. Sie ist sich sicher, was geht, was sein darf. Andere Kirchen haben’s da einfacher. Sie überlassen es gleich dem individuellen Gewissen des Gläubigen, wie er die Sache hält.« – Polemik gut und schön, aber das »sicher«, »einfacher« und »Gewissen des Gläubigen« sind doch sehr kurzgegriffene Aspekte, die nicht nur Ihren Gesamtbeitrag schwächen, sondern auch sachlich schwer zutreffen. Weder im (klassischen) Protestantismus oder gar der orthodox-orientalischen Tradition sind dem Gewissen dermaßen Kompetenzen zugeschrieben, dass sich daraus (so lese ich Ihr Zitat, auch wenn Sie vielleicht anderes intendierten) ein gewisser Individualismus/Relativismus/Subjektivismus ableiten lässt. »Sicher« ist eine schwierige Kategorie, denn allein die Realität einer Synode, wie sie aktuell in Rom stattfand, zeigt die Gewissenhaftigkeit und ›Un-Sicherheit‹. Immer wieder wurde geprüft, hinterfragt und reflektiert, wenn die Kirche zentrale Fragen des Glaubens in der Autorität ihres Herrn und Gottes, des Stifters der Kirche, zu klären versuchte.
·   »Einfacher« ist dabei nicht immer ein Gütesiegel, was das von Ihnen zur Veranschaulichung gebrachte Beispiel demonstriert:
   … »Die Evangelischen sehen Empfängnisverhütung in der Tat positiv, weil sie nämlich verantwortliche Elternschaft bedeutet und Sexualität als ›gute Gabe Gottes‹ betrachtet.«, so jüngst Frau Käßmann. Bei den Katholiken ist das etwas umständlicher, hier im Katechismus nachzulesen.« – In meinen Augen ist der Katechismus erfreulicherweise sowie zu Recht komplizierter, damit der Komplexität besser Rechnung getragen wird. M. Käßmann – was wäre hier alles zu sagen – ist gerade in diesem Punkt mal wieder Parade-Protestantin (und zwar des derzeit realen Protestantismus): Sie suggeriert nämlich in meinen Augen mit ihrer Aussage, dass verantwortliche Elternschaft sowie Sexualität als »gute Gabe Gottes« zu betrachten nur mit Empfängnisverhütung möglich ist, wobei letztere (wie so oft: unausgesprochen) die künstliche meint, wie ich unterstelle (da es nicht expliziert wird). …
·  »Das Prinzip scheint inzwischen gelockert. In der Praxis hält sich eh keiner dran.« – Diese    Verallgemeinerung umgeht in meinen Augen die argumentative Auseinandersetzung, was aber für das Beitragsthema auch nicht anders möglich ist. Trotzdem ist es mir zu pauschal, »keiner« kann ich prompt widerlegen ;)
   – Soweit der gute Kommentar. Jetzt wieder bissl ich darauf:
   Natürlich ist die katholische Kirche, menschlich-moralisch wie alle, ebenfalls unsicher, sonst hätten wir die aktuelle Synode nicht erlebt. Und die Protestanten haben durchaus ihre Grundsätze, nicht nur alles gewissensfrei. Als ich meine ersten Kinder protestantisch erzog, war mir (katholisch Erzogenem) das Unabfragbare bei den Protestanten als Mangel aufgefallen. Oder hab’ ich nur nicht die richtigen gefragt? Dagegen mag der ausführliche katholische Katechismus überholt sein, überholungsbedürftig sein (mein’ ich), jedenfalls kann er als Vorlage dienen, zu (viel) Anregung, (etwas) Auslegung, (viel) Kritik. Da hat man erst mal was in der Hand: www.vatican.va/archive/DEU0035/_INDEX.HTM.
   Mir hatte die Frage »Was ist Todsünde?« noch schwer im Magen gelegen, folgte daraus doch die Pflicht zum (dann oft peinlichen) Beichten.
   Der praktische Katholik hält sich nicht an den (kompletten) Katechismus, möchte ich trotzdem weiter statuieren. »Wir sind allzumal Sünder«, ist dafür noch die einfachste Begründung. Ein Franziskaner in Salzburg hat einst im Beichtstuhl meiner Mutter das Primat des Gewissens nahegebracht und sie »bei sich« zur Kommunion zugelassen, eine wahre Erlösung für die fromme, mit einem Geschiedenen verheiratete Frau aus einem Dorf im Umland. Vergelt’s ihm Gott!

Die brisante Hauptfrage bleibt mir:
   Warum kümmern wir uns heute weniger als früher um Gut und Böse? Emanzipation? Mir ist als stünde ich auf dünnem Eis unsicherer Verhaltensregeln.

24. Oktober 2015

Direct URL to a Microsoft Community Discussion Entry

== Direktadressierung von Diskussionsbeiträgen in Microsoft’s Community ==

Discussions in Microsoft’s »Community« can get quite lengthy, e. g. »KB3035583 Installing Windows 10 using Windows Update?« with some 250 replies on 25 web pages up to now, seen by over 40 000 people.
Referring directly to a given entry, say this one, saves a lot of time for the reader, but requires some effort by the writer. Typical for good text … I’ll try to show how it’s done.
1. First we must find the lengthy message number we want to refer to, also called message id, like
8cf5b78a-c203-4101-89bf-f4d08f02368b. That’s tedious. To do this, look at the message in your browser and mark some text around it. Example, with Firefox:
         …

         …

Mark some text around the start (head) of your entry, more or less at your discretion, that you want to directly address, in this case the reply of September 3, 2015:

3. Now have your browser show you the selected HTML code (Firefox click right mouse, popup menu: »show selected source code« – »Auswahl-Quelltext anzeigen«). Don’t panic: You get lots of code to see.

4. Look for the »msgid« (message identification). You can do this by Ctrl-F Find, or by eye. I give you an example (in a shrunk box for easier display here):
»msgid« found and marked by the search function. Frame resized. Lots of other HTML code around all this.
If you don’t find »msgid«, try to select another part of the original reply, and look again. It took me two tries here; first I got none, then one too much, you’ll see.

5. OK, now you have the message ID, here 9f11a770-fc05-4d17-be67-de20b73c3c88. The difficult part is done.
   Take the URL from the top of your screen, add &msgID=, add the message ID itself, and you’ve got a working direct URL:
 http://answers.microsoft.com/en-us/windows/forum/all/kb3035583-installing-windows-10-using-windows/e8dc58af-18c4-4ab6-9906-02658b8f402d?page=9&msgID=8cf5b78a-c203-4101-89bf-f4d08f02368b.
   If it’s the message id of the previous or some other entry, bad luck, go back to the search and try the next msgid by down arrow:
Here we have msgid="e6f7220e-2072-4398-ab08-22aaf3f7a506". The resulting URL becomes http://answers.microsoft.com/en-us/windows/forum/all/kb3035583-installing-windows-10-using-windows/e8dc58af-18c4-4ab6-9906-02658b8f402d?page=9&msgid=e6f7220e-2072-4398-ab08-22aaf3f7a506 – Try it, you’ll like it.

There must be an easier way.
   Noel Burgess knew, thank you Noel!
1. Once you have the message ID, the most direct link to the message is simply
http://answers.microsoft.com/message/{msgid}
, e.g.
http://answers.microsoft.com/message/4a994164-0eb2-4b29-89c3-190e3bb0ad75
2. If the message you want to link to is in the latest 40 posts, click the RSS feed button Image on the page and find the post you want to link to. Its heading is the direct link to it, e.g.
KB3035583 Installing Windows 10 using Windows Update?
   Using IE, right-click on the heading and Copy shortcut (»Link-Adresse kopieren«) will place the direct link on your clipboard.
   This works similarly for whole threads, too:
http://answers.microsoft.com/thread/e8dc58af-18c4-4ab6-9906-02658b8f402d
––––––––––––––––––
Screenshots courtesy free Gadwin Print Screen. Top bar with date courtesy Title Time. Little courtesy to Microsoft, stealing time from us. Why not – instead of likes and other wasteful crap – display the message ID and give a link? And letting us run Win 7 instead of pushing Win 10? Even I can add a direct link:
   Link to this »blog a bissl« (»Blog a Bit«) here blog entry: 
http://blogabissl.blogspot.com/2015/10/direct-url-to-microsoft-community.html

23. Oktober 2015

Transitlager in Österreich

»Ich weiß, ich weiß – Sie möchten das Transitlager wieder geöffnet haben!«, 1. Oktober 1973,
London Evening Standard. Cartoon von Raymond Jackson. Die »Austrian Railways« sind die ÖBB.
Alles schon einmal dagewesen! Österreich hatte in Schönau, Niederösterreich, ein Durchgangslager für russische Juden eingerichtet. Palästinensische Attentäter erpressten nach einer Geiselnahme dreier Emigranten und eines Zollbeamten am 28. September 1973 Bundeskanzler Kreisky zur Schließung des Lagers. Nach dem unblutigen Ende des Überfalls wurden die Emigranten dann statt in Schönau im Nachbarort Wöllersdorf untergebracht …
   Die ganze Geschichte steht schön in der Wikipedia unter dem Stichwort »Geiselnahme in Marchegg«.

Link hierher, zum Weitergeben:
http://blogabissl.blogspot.com/2015/10/transitlager-in-osterreich.html

Waldbrand!

Holzfeuer, gut gezähmt im Ofen.                     Foto Jörn
(Ein Waldbrand sieht grausig aus.)
Ein aktueller Kommentar aus Singapur hat mich draufgebracht.
   Waldbrände verheeren das Klima.
   Konkret berichtet n-tv, dass » … seit September [2015] an 26 von 44 Tagen der CO2-Ausstoß Indonesiens höher war als in den USA«.
   Recht deutlich war schon 2009 der Online-Spiegel gewesen: »Die Autoren der [in Science veröffentlichten] Studie [»Fire in the Earth System«, Bowman et.al.] schätzen, dass die CO2-Menge, die durch alle Arten von Waldbränden freigesetzt wird, halb so groß ist wie die Emissionen, die auf fossile Brennstoffe zurückgehen. Allein Brandrodungen machen demnach bis zu 19 Prozent der Erwärmung aus, die seit der industriellen Revolution stattgefunden hat.«
   Zum Schluss steht da noch die Warnung vor Bränden:  »Mitteleuropa entwickelt sich demnach zu einer der Risikozonen«.
   Leider ist dem nichts hinzuzufügen. Die Aufregung über etwas mehr nominale Dieselemissionen als angegeben können wir uns sparen. Ich schlage eher Feuerwehrübungen im Laubwald vor.

Link hierher, zum Weitergeben:
http://blogabissl.blogspot.com/2015/10/waldbrand.html

22. Oktober 2015

Mainstream-Medien

Ebenfalls aus T-Online, 14.01.2015, 10:56
Emotionalisierung verkauft sich gut. Das gilt für Fernsehsendungen genauso wie für Berichte und Leitartikel. Dabei empfiehlt sich die Massenmeinung, der »Mainstream«, schon zahlenmäßig. Mit neutraler Berichterstattung, gar mit Ausgewogenheit oder journalistischem Gewissen hat das nichts zu tun.
   Massenmeinungen – vorgebliche, weil man nicht weiß, was die Leute wirklich denken – bekommen zudem griffige Namen, von »Wutbürgern« im Speziellen bis zu »Hooligans« im Allgemeinen. Massenmeinungen sind dadurch leichter zu beschreiben, machen sich in Schlagzeilen politisch korrekter aus als amorphe Massen, ob gut oder schecht.
   »›Herz statt Hetze‹ gewalttätiger als ›Pegida‹« – die Überschrift wäre schlecht angekommen.
   Weil in Dresden ein Pegida-Anhänger am Weg zur Demonstration schwer verletzt wurde – und dann bald in Vergessenheit geraten ist – habe ich mir einmal auf T-Online eine Live-Berichterstattung vom 20. 10. angesehen und Auszüge herauskopiert bis zum Attentat gegen den Pegida-Mann:

Vor einigen Minuten haben sich turbulente Szenen vor der Altmarkt Galerie abgespielt. Wie die «Mopo24» berichtet, sollen Polizisten von Hooligans mit Steinen beworfen worden sein. Die Beamten hätten große Mühe, die Lage unter Kontrolle zu bringen. – 19.10.2015 um 22:19:50

2200 Wilsdruffer Straße/Altmarktgalerie #DD1910 Gewaltbereites Klientel unterwegs, wir sind mit starken Kräften dran. – 10:05 - 19 Okt 2015

Aufgeheizte Stimmung handgreifliche Auseinandersetzung, vermummte Hools am Albertplatz - aufgelöst #DD19109:54 - 19 Okt 2015
Kaputte Heckscheibe: Nur noch ein Aufkleber mit dem Schriftzug «Signum des Verrats» – so der Titel eines Songs der Band Böhse Onkelz – hält den oberen Teil der Scheibe zusammen. Der Rest wurde vermutlich von Pegida-Gegnern eingeschlagen, wie der «Nopegida»-Aufkleber nahelegt.
Von Sophie Rohrmeier, dpa über dpa am 19.10.2015 um 21:47:56

Hools greifen Polizei am Zwingerteich an. Mehr: https://t.co/GpveV6n1h8 #dd1910 #pegida https://t.co/HZpKZFjvwm 9:35 - 19 Okt 2015

Flaschenwurf auf abziehende #Pegida -Demonstranten Terassenufer #Dresden #DD29109:15 - 19 Okt 2015

Bei Auseinandersetzungen zwischen fremdenfeindlichen Demonstranten und Gegenprotestlern ist, wie bereits berichtet, ein Pegida-Anhänger schwer verletzt worden. Der Mann sei auf dem Weg zur Pegida-Kundgebung am Theaterplatz angegriffen worden, so ein Polizeisprecher. Dass dabei eine Eisenstange benutzt wurde, wie es in einem Bericht der «Sächsischen Zeitung» hieß, schließt er aus. Es soll sich um zwei Faustschläge gehandelt haben. Außerdem habe es mehrere Angriffe von Gegendemonstranten auf Polizeibeamte gegeben, sagt der Sprecher. Die Polizisten hätten daraufhin Pfefferspray eingesetzt. – von dpa ∙ live Desk am 19.10.2015 um 20:57:27
   Klarstellung #DD1910 Pegidateilnehmer wurde von Unbekannt auf Devirentstraße angegriffen, schwerverletzt. Eisenstange spielt keine Rolle! – 8:55 - 19 Okt 2015

Soweit die Zitate. Ohne je demonstriert zu haben (außer coram AEG am 16. August 1961), schon garnicht für oder mit Pegida – in Bonn kam man vor lauter Polizeisperren an deren Demo mit »nur 300 Demonstranten« erst gar nicht heran –, will ich’s dennoch wagen, ein wenig was zu meinen:

Darf einer nicht Menschen ähnlicher Herkunft lieber haben, vorziehen? Alte Freunde, Leute aus dem selben Dorf, Berufskollegen, Vereinsmitglieder? Leute, die dieselbe Sprache sprechen, die – sagen wir – wissen, wo Ruhpolding ist oder Kiritein? 
   Ist das schon Fremdenhass? Braun und böse? 
   Jeder Leitartikler regt sich auf über die Pegida, macht alle davon zu bald einmal brandschatzenden Neonazis. »Rechte« gibt es bekanntlich hier nicht (Linke schon), also müssen es immer gleich »Rechtsradikale« sein, ein Mob, gefangene Ratten …So wie Liberale stets »neoliberal« sind.
   Als ob in Dresden nicht die Gegendemonstration gewalttätiger gewesen wäre, siehe oben, handgreiflicher. Nur lässt sie sich weniger ›griffig‹ verdammen, was auch keiner will, denn da waren Gutmenschen am Werk.
   Medien: Bitte de-eskalieren, de-emotionalisieren. Fakten. Emotionen machen wir uns dann schon selbst.

19. Oktober 2015

Föhn-Reparatur Braun Satin Hair 7

Braun Satin Hair 7; Braun Type: 3 549, 1850—2200 W; Schleifgeräusche, Geräusch, schleift, Lärm, Föhn, Foen, Fon, Haartrockner, Heißluftdusche. Vorsicht mit Strom! Alles auf eigene Gefahr.

Der Föhn IST DANN KAPUTT. Eine »Reparatur« wie hier empfehle ich nicht, zumal dann ÜBERHITZUNG droht, schlimmstenfalls Feuer*). Dieser Föhn wurde 2010 rückgerufen.

  Braun Type: 3 549 1850—2200 W
Braun Satin Hair 7 mit abgebrochenem Ventilatorflügel









Der am Rand schleifende Ventilatorflügel
Auffallend: Einer der vier Ventilatorflügel franst aus.














Gitter abnehmen, Schutzgitter mit vier Kreuz­schrau­ben abschrauben (Bild links unten). Die langen Schrauben sind unten, die kurzen oben.
   Die Ventilatorflügel sind elastisch. Dreht sich der Ventilator »volle Pulle«, biegen sie sich nach außen und fangen mit der Zeit an, am Rand zu schleifen.
  Man kann den entstehenden Grat abkratzen, man kann – während des Laufs – am Rand eine dünne Nagelfeile einführen.
   Bei mir half nur, den Flügel ganz abzubrechen (Bild oben links). Dann war Ruhe. Ob meine Frau merkt, dass der Föhn nur mehr mit Dreiviertelwind weht?*)



Link hierher:
http://blogabissl.blogspot.com/2015/10/fohn-reparatur-braun-satin-hair-7.html

*) Bei voller Heizleistung, Stufe III, überhitzt der dreiflügelige Föhn und schaltet nach rund einer halben Minute ab. Dann muss man eineinhalb Minuten warten, bis sich der Thermoschalter wieder abgekühlt hat – und das Spiel geht von vorne los …

Braun schreibt: »Für unsere Haartrockner gibt es keine einzelnen Ersatzteile. Hier hilft nur der Austausch des gesamten Haartrockners. Melde dich doch mal bei meinen Kollegen in der Verbraucherberatung. Die Rufnummer ist kostenfrei und lautet: 00800 27286463.«
   In Deutschland kann man auch 0800 0004307 anrufen (das spart Procter & Gamble etwas Geld).
   Der Telefonservice ist sehr kompetent und kennt den Fehler. Man muss Kaufdatum, Kaufort und bezahlten Preis wissen, dazu einen dreistelligen Herstellkode aus dem Inneren (angebl. »auf fünf Uhr«; nicht gefunden. ›PA66G15‹ ist nur die Kunststoffart). Iban (Kontonummer) bereithalten!
   Vor dem Entsorgen des Föhns sicherheitshalber Netzkabel abschneiden.

Neue gibt’s ab 35 Euro.
   Hier z. B. der mit 2500 W nominal noch leistungsstärkere, »neue« Haartrockner »Braun Satin Hair 5 PowerPerfection HD 580« für 36 Euro, links der Kassenzettel von Karstadt. 

10. Oktober 2015

Migration im Großraumwagen?


Aus dem schönen Reiseblog von Tina Uebel, als »Zitat« …
Ist das mit den Fremden nicht wie bei einer altmodischen Zugreise in Waggons mit Abteilen? Ist man im Abteil, so empfindet man jeden, der vom Gang hersieht, als möglichen Eindringling, als Gegner, Außenseiter, wörtlich. Und man macht sich’s im »eigenen« Abteil bequem.
   Ist dann aber der Fremde »eingedrungen«, wie auch immer, wird er zum Mitverschworenen und gehört alsbald zur Gesellschaft innendrin. Man richtet sich ein mit ihm.
   Nur, dass wir das in unseren neuen »Großraumwagen« vergessen haben.

Wenn dann aber das Abteil voll ist, dann ist es voll. Jedenfalls in Mitteleuropa. Da steht keiner im Fußraum des Abteils oder legt sich ins Gepäcknetz. Die Leute stehen im Gang; draußen vor. Im Großraumwagen klappt das nicht mehr. Leute überall.

Wir brauchen wieder, so leid es mir tut, kleine, überschaubare Abteile, mit klaren Außengrenzen. Solidargemeinschaften, die dann wirklich solidarisch sind.

Link zum Weitergeben: http://blogabissl.blogspot.com/2015/10/migration-im-groraumwagen.html

Siehe auch http://blogabissl.blogspot.com/2015/09/migration.html

2. Oktober 2015

Putins plötzliche Politik

Jetzt rätseln alle, was Putin plötzlich in Syrien will, und auf wen er die Bomben wirft. Flugs bastelt man sich aus Vorurteilen emotionalisierte Erklärungen. Mitmachen dürfen alle, also tu’ ich’s auch.
»Lady Mode. Aleppo – Syria.
+963 21 3337470. 0944 240898«
Aus unserem Album Paris 2013,
Gedanken dazu hier.

Und denke traurig an Aleppo.
   Jahrelang hat sich kein Europäer um den Nahen Osten gekümmert, nicht um den Libanon, um Palästina, Gaza, Saudiarabien, Ägypten, den inzwischen zerbombten Jemen, den Irak, höchstens über den Iran (und seine »Atombombe«), nicht um Israel (mit seinen Atombomben), you name it. Jetzt wird bombardiert, gedrohnt. Wen aber treffen Bomben? Die Leute dort. Und die fliehen. Ganz großes Geschäft für allerlei Organisationen wie UN, helfende Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen, illegale Schlepper etc.! Dazu kommt das »faszinierende Phänomen« IS.
   Dabei hatte alles auf diesem Bombenfass so »friedlich« begonnen, 2003 mit einem »Eingreifen« der USA gegen Saddam Hussein und 2011 mit Protesten gegen Assad. Und jetzt fragt man sich:
   Kriegen wir einen Weltkrieg im Nahen Osten?
Ich meine:
   Angesichts moderner Waffen wird Friede wichtiger als Gerechtigkeit.
Konkret polemisiert die NZZ heute wieder über Putin, hier. Der sachliche Inhalt des Artikels ist gering. Zeitungen versuchen Ereignisse möglichst schon vorwegzunehmen, wie Börsenspekulanten und Wahrsager: Glaskugelgucken. Wörtlich: »Russlands Agieren wird deshalb – und vor dem Hintergrund der völkerrechtswidrigen Krim-Annexion und der Aggression im Donbass – mit Skepsis beurteilt.« – Aha.
   Der Artikel wird von den Lesern heftig kommentiert. Ein »Til« verweist auf einen FAZ-Artikel zur Frage der Krimschen Völkerrechtswidrigkeit, hier, und erwähnt ein (vierzigminütiges, englisch geführtes) Fernseh-Interview mit Assad vom 15. September:


Ein Transkript auf einer scheinbar regierungsfreundlichen Website hier. Assads gutes, britisches Englisch erklärt sich aus seinem Augenarzt-Studium in London. RT steht für Russia Today. Wir befinden uns also ganz auf »gegnerischer« Seite – doch ›videatur‹ et altera pars

Links

Wir zahlen immer noch für Palästinaflüchtlinge.

Link hierher zum Weitergeben:
 http://blogabissl.blogspot.com/2015/10/putins-plotzliche-politik.html


autoBCC

siehe http://www.joern.de/AutoBCC.htm
 
Wenn’s aussetzt (warum?), in Outlook einmal Alt-F11 und wieder zurück. Ein Outlook-Neustart danach ist nicht nötig.
   (AutoBCC sendet automatisch Blindkopien von Ausgangspost ans Archiv, bei mir Gmail mit inzwischen 103 096 Mails, blitzschnell durchsuchbar, reinstes Geheimdienstmanöverfeld.)