30. November 2013

fixing GLÄNSA (by IKEA)

(Den Glänsa-Lichterkranz von Ikea reparieren.)

Ikea Glänsa Number 19972 (0429)
Ø 60 cm (23½") in this case
Design Sigga Heimis
indoor use
200 lamps à 0,5 W 5 V

Type JO302 or J0302
220–240 V ~ 50/60 Hz
power consumption max. 100 W

or the smaller Type JO301 or J0301 max. 75 W
150 lamps à 0,5 W 5 V Ø 26? cm

Let’s look at the label first, so we are sure we speak of the same thing.
(All pictures may be clicked to enlarge.) 


Near the power plug a “flag” with specs


Typically 3 wires go along Glänsa’s cord.
A normal lamp is daisy-chained
(reihengeschaltet) on one wire.
2 wires go into the lamp.
Some lamps (in the beginning and in the middle)
have 3 wires going into the lamp.
At the bottom on one side (left) the typical 3-wire line
comes out, on the other (right) one just 2 wires


The lamp at the very end
has only 2 wires comming.
“Testing” a lamp. Try at your own risk.
«Honi soit qui mal y pense».














Most of the distance Glänsa uses three wires, sometimes just two. Why?
   Here’s the secret in color:
Wiring diagram of Glänsa, big version with 2×50 lamps. (X) means lamp                                      Fotos and diagram Jörn
Look at the red wire. It goes all along to the end of Glänsa’s first part into this part’s last light bulb. Behind the lamp out comes the blue wire. It goes to the last-but-one lamp. From this lamp it goes back to the next, and so on, until all fifty (50) lamps have been connected, then finally into the power plug at the very left.
   Connecting lamps in sequence (and not as usual in parallel) is called a daisy chain – a beautiful name! (deutsch: Reihenschaltung). If all consumers on a daisy chain “eat” the same amount of power, they will all get the same voltage. Here 50 lamps are daisy chained on 230 Volt (V) household power, so each gets 230 V : 50 =  4.6 V, about as much as a bicycle lamp. The lamps are rated 5 V, so they’ll last well with 4.6 V. However: If just one lamp “dies” by interrupting its filament wire and stops sending current further down the line, the daisy chain is interrupted and all 50 lamps stop “burning”.
   Take care: The fact that each lamp runs on 5 V only, does not mean that you don’t have 230 V on some of the wires – like on the red one, depending which way you plug in the mains plug. This thing is electrically dangerous like any old bedside lamp!
   But back to the diagram. Why is there a third wire? I painted it in green. It is connected to the power plug side of the blue wire, so it can carry the full voltage down the line to where another 50 lamps may be connected similarily, shown as “2 wires” on the right; you find the full 230 V there. So the red wire just goes through. In order not to use connectors like screw terminals (Lusterklemmen), all connections are made in the bulbs, see picture “Some lamps … ”. This adds to the magic.

Finally to the repair. My definite suggestion: Don’t! Your chance to find the bad bulb is 1:50, one to fifty! Before you succeed you’ll have to test 24 lamps on average. Chances are, more lamps are bad, which will make you test all fifty of them without success, and nevertheless throw away the chain in anger.
   And then: How to test the lamps? You may cut off a lamp and short circuit the daisy chain there, so as to let the current flow again. If it actually does, you have found the right, bad bulb. If it doesn’t and Glänsa stays dark, you must reconnect this lamp and test the next, and so on and so on. If you want to do so safely use a multimeter – if current flows along the line the lights will all conduct, and the chain would light. Note that in the case of 100 lamps and just half of them not working, there will be a current flowing through the good part. When you catch (short circuit) the bad lamp in the bad part, the current will about double.
   A possible way to short curcuit a lamp without cutting it off is non-invasive with a metal pin, see last picture “Testing”. You might heat the pin over a candle first, but this might riun the pin. Another posibilty would be a stapler, applied slightly diagonally to perforate both wires. Try at your very own risk.
   If half of the chain still works, take off the rest. At least you’ll get a humble looking part-Gänsa.

So again: Don’t try to repair Glänsa. Cut off the wiring, throw it away into the recyling bin, buy a cheap christmas tree lamp set, and use this on the Glänsa metal base. The result: “Glänsa in Green”:

This is a self-made “Glänsa in Green” with just 50 lamps,
the 60-cm-Ø-version. – Fine, but not as fine as the original.
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26. November 2013

Telekommunikationsüberwachung

Typendruck-Schnelltelegraph von Siemens & Halske, ca. 1905,
sandte vom Lochstreifen 2000 Zeichen in der Minute.
»Bildquelle: gemeinfrei, Schutzfrist abgelaufen«
Typischerweise ist Tele­fon­über­wachung ein­facher als An­schlei­chen an den Ver­däch­ti­gen mit einem Imsi-Catcher. Der »catcht« mehr als nament­lich die »Inter­na­tio­nale Mobile Subsciber Identity«, er gaukelt den Handys in seiner Um­ge­bung eine Mobil­funk­zelle vor und leitet die Ge­sprä­che erst einmal über sich. Auch Richt­funk­strecken brau­chen nicht an­ge­zapft zu werden, zumal sie noch mehr Ge­sprä­che über­tra­gen und noch schwie­ri­ger zu be­fischen sind.
   Die veröffentlichte Statistik des Bundes­justiz­amtes zur prä­ven­tiv-po­li­zei­li­chen Tele­kommuni­ka­tions­über­wa­chung berichtet über die Über­wa­chun­gen der Fest­netz­tele­kommuni­kation, 2012: 3.960 Fälle (2011: 3.621), der Mobil­funk­tele­kommuni­ka­tion 20.034 (17.586) und der Inter­net­tele­kommuni­ka­tion 4.488 (1.345), le­ga­li­siert von § 100a der Straf­pro­zess­ord­nung. Sie erfolgt ty­pi­scher­weise über »Leistungs­merk­male«, die öffent­liche Ver­mittlungs­stellen kostenlos darbieten müssen: »automatische, standard­isierte IT-Verfahren« (Wi­ki­pe­dia). Schon zu Beginn der Mobil­funk­hausse wurden diese Zugänge erdacht und mussten eingebaut werden, weil ja nicht mehr das Fräu­lein vom Amt die Ver­bin­dun­gen stöpselt. Not­falls – etwa zum Ab­hören von Skype vor der Ver­schlüsselung – wird zwecks »Quellen­tele­kommuni­ka­tions­über­wachung« ver­sucht, Soft­ware im PC zu nutzen.
   Im Übrigen werden Verbindungsdaten – also wer wann mit wem wo gesprochen hat – als »Vorratsdaten« gespeichert. Wie lange, weiß ich nicht, klare Antworten hab’ ich nicht gefunden, höchstens Meinungen, dass es zu lange ist. In jedem Fall sind da Frau Merkels Daten mit dabei.
   So­weit die ver­öffent­lich­ten Fakten. Die aus­schmückende Phanta­sie über­lassen wir den Medien und empfehlen als Ein­führungs­lektüre von Peter Panter »Ein Fern­gespräch« aus der Vossi­schen Zei­tung vom 5. Juni 1927. (Ich habe am 14. Juni 1994 über »Fangen« berichtet.)

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25. November 2013

Arme Palästinaflüchtlinge

Bekanntlich wurden die Pälästinenser aus Israel vertrieben, jedenfalls die, die dort lebten. Nach dem zweiten Weltkrieg.
Palästinensisches Flüchtlingslager Jaramana, Syrien, 1948.
Wenn ich genauer hinsehe, so schreibt hier die Wikipedia von über etwa einer Million »vor dem Palästinakrieg (1948; nach Schätzung der Vereinten Nationen 711.000) und später im Sechstagekrieg (1967; ca. 300.000 Flüchtlinge) geflohenen Palästinensern. Die Flüchtlinge und ihre Nachkommen leben heute in Jordanien, Libanon und anderen arabischen Staaten, unterstützt vom Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten, in Flüchtlingslagern und bilden in den jeweiligen Ländern eine Minderheit, die, außer in Jordanien, als Staatenlose keine staatsbürgerlichen Rechte besitzt und teilweise systematisch diskriminiert wird. Von den arabischen Staaten werden sie als Druckmittel gegen Israel im Nahostkonflikt eingesetzt.« – Die Hervorhebungen sind von mir, die Links von der Wikipedia. Besser ist noch der englische Wikipedia-Artikel, dem ich das Bild entnehme.
   Die Flüchtlinge werden also seit ihrer Vertreibung UN-betreut. Anlässlich des Wechsels an der Spitze des Hilfswerks sah die Neue Zürcher Zeitung am 22. November 2013 »Frischen Wind für Palästina – UNRWA unter neuer Leitung«. Und berichtete über interessante Fakten.
   Das genannte Uno-Hilfswerk nennt sich UNRWA, United Nations Relief and Works Agency.  Es hilft »rund fünf Millionen Palästinaflüchtlingen und [hat] eine Verwaltung mit 30 000 Angestellten. Sitz des UNRWA-Generalkommissars ist Jerusalem. Das Jahresbudget bewegt  sich bei 1,2 Milliarden Dollar [knapp 900 Mio. €]. Das Hauptproblem der UNRWA ist ihre prekäre Finanzlage. Die USA und die Europäer tragen die Hauptlast des Budgets. … Im Gründungsjahr 1950 stand die Nothilfe für die damals 914 000 registrierten Palästinaflüchtlinge in Cisjordanien, im Gazastreifen, in Libanon, Syrien und Jordanien im Vordergrund. … Die Palästinaflüchtlinge sind in den Gastländern unterschiedlich willkommen. In Libanon etwa ist ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt fast ganz verwehrt, in Syrien ist ihre Integration am weitesten fortgeschritten. … Die Einbürgerung von Palästinaflüchtlingen und deren Nachkommen ist in Israels Nachbarländern nur in Ausnahmefällen möglich. Das von der Uno postulierte Recht auf Rückkehr ist Teil der Verhandlungsmasse, um die sich die Gespräche zwischen Israel und der palästinensischen Autonomiebehörde drehen. In akuter Notlage befinden sich derzeit Tausende von in Syrien registrierten Palästinensern, die als Kriegsopfer in Libanon und in Jordanien das Elend einer zweiten Vertreibung erleben.«
   Soweit Auszüge aus dem Bericht.
   Bei dieser Geschichte platzt mir der Kragen und ausnahmsweise kommt blanker Revanchismus zutage. Ich zitiere wieder aus der Wikipedia: »Die offizielle Abschiebung der deutschen Bevölkerung aus der Tschechoslowakei begann im Januar 1946. Während dieses Jahres wurden rund 2.256.000 Menschen ausgesiedelt, großteils nach Deutschland, zu einem kleinen Teil auch nach Österreich.«
   Man stelle sich vor, die würden noch heute mit Kind- und Kindeskindern in UN-gesponserten Flüchtlingslagern im Bayrischen Wald leben. Und selbstgebastelte Raketen auf Prag abschießen.
   Ich meine: Unrecht muss nach, sagen wir, zwanzig Jahren verjähren. Völkermord, Vertreibungen, Kriegsgräuel müssen innerhalb einer Generation von Schuld und Sühne zu Geschichte werden, so schwer es den Beteiligten fallen mag oder so sehr es sie reinwäscht. Dazu sind wir Christen. »Vereinte Nationen«, die bis zum Sankt-Nimmerleinstag Flüchtlingslager alimentieren, gehören reformiert.

PS. Ich bin 1941 in Brünn geboren. Danach hat mich Gottlob niemand in Lagern gehalten. Für mich gibt es Brünn schon längst nicht mehr.

Link zu diesem Eintrag: http://blogabissl.blogspot.com/2013/11/arme-palastinafluchtlinge.html
 
Aktualisierung NZZ 1.3.2017 »Hasstiraden von Hilfswerks-Mitarbeitern«
   Heute sorgt es [das Uno-Hilfswerk für Palästina-Flüchtlinge im Nahen Osten (UNRWA) mit 30.000 Miratbeitern] für über fünf Millionen Menschen, die als palästinensische Flüchtlinge registriert sind, egal, ob in Jordanien, in Libanon, Syrien, im Westjordanland oder im Gazastreifen. Es bietet Bildung, medizinische Hilfe und Sozialleistungen. …
   Obwohl der Rechtsstreit [um das Rückkehrrecht der Palästinenser] nie beigelegt worden ist, lässt sich sagen, dass keine andere Flüchtlingspopulation weltweit derart viel Sympathie für ihre Forderung nach Rückkehr geniesst wie die Palästinenser. Die Vertriebenenverbände in Deutschland mögen wehmütig ihrer einstigen Heimstätten in Osteuropa gedenken – auf die Idee, sie ihnen zurückzugeben, käme niemand. Die politische Moral ist nicht auf ihrer Seite.
   Meine Meinung: Gebt den Palästinensern ihren Staat mit eigener Souveränität – und lasst sie selbst entscheiden, wer dort leben darf.

21. November 2013

Georg-Britting-Lektüre

Georg Britting »Jugend an der Donau«, Ausgabe 1940
Ein Freund hat mir ein altes Heftchen geschenkt, auf billigem, vergilbten Papier, 1940 steht hinten drauf.
   In diesem »Münchner Lesebogen« findet man zwei Kurzgeschichten von Georg Britting: »Fischfrevel an der Donau« und »Lästerliche Tat«. Krimis also? Sich das zu fragen, erhöht noch den Reiz Lektüre in Fraktur, die erst 1941 verboten wurde (hier mehr dazu).
   Im Vorwort schreibt sein Freund Hohoff, mit dem er 1967 die »Lyrik des Abendlandes« herausgegeben hat:

GEORG BRITTING
   wurde am 17. 2. 1892 in Regensburg geboren, machte den ganzen [ersten] Weltkrieg an der Westfront mit und lebt als freier Schriftsteller in München.
   Britting schrieb Erzählungen und Gedichte, die aus einer unerhört nahen Beziehung zur Wirklichkeit gespeist, aus der Kraft des dichterisch verwandelnden Wortes, merkwürdige Zeugnisse reiner Dichtung sind. Eine erste Übersicht in Art und Stoffkreis Brittings gewährt der Auswahlband »Die kleine Welt am Strom« 1933, dem auch die beiden Geschichten dieses Lesebogens entnommen sind.
   »Das treue Eheweib« 1934, »Der bekränzte Weiher« 1937 und »Das gerettete Bild« 1938 enthalten Erzählungen. Der »Lebenslauf eines dicken Mannes, der Hamlet hieß« ist ein Roman, der in spannend-eigenwilligem Stil Wirklichkeit und Märchen verschlingt. Die beiden Gedichtbände »Der irdische Tag« 1935 und »Rabe, Ross und Hahn« 1939 offenbaren die dichterische Urkraft Georg Brittings am reinsten; die Lyrik ist ihr eigentliches Element!
   Alle Werke Brittings erschienen im Verlag Albert Langen/Georg Müller, München.
   Die Dramatik der Erzählungen, ihre thematische Reichweite vom Grausigen zum Komischen, vom Gemeinen zum Holden wird in den Gedichten gleichsam auf die Natur selber bezogen, indem Britting sie in ihrer Fülle, Pracht, in Schrecken und Schönheit zum Aufleuchten bringt durch die magische Kraft des dichterischen Wortes. Die beiden folgenden Erzählungen lassen etwas schmecken von der Weite dieses Lebensgefühls, von der Eigenart des Stils und der elementaren Gewalt dieses Dichters.
   Curt Hohoff

Hervorhebungen und Absätze sind von mir.
   Die Begeisterung, die Lesefreude, die stecken hoffentlich an. Brittings dichter und dichter werdender Erzählstil, seine typischen Retardierungen, seine griffigen Nachsätze, all das findet man beinahe schon in den ersten Worten: »Mein Vater, ich erinnere mich gut, war … «. Schlicht schreibt er, unprätentiös, und natürlich fern moderner Sprechblaserei und politischer Korrektheit. Meist geht es bei Britting um den Menschen in der Natur, die er ganz genau beobachtet, die er auf uns wirken lässt, expressionistisch in seinen frühen Werken und später überragend humorvoll, schlicht und in ihrer ganzen Fülle. Das lesen wir gern. Dichter geht’s nicht.

Die beiden Geschichten hier stehen – wie alles von Britting – im Netz. Anklicken genügt.
Georg Britting: »Fischfrevel an der Donau« 
und »Lästerliche Tat«

Wer sich das Heftchen kommen lassen will, der suche beispielsweise hier. Gibt’s samt Versand schon ab zwei Euro!

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20. November 2013

Willy

Über Verstorbene soll man nichts Böses sagen. Wenn einer aber derart posthum bejubelt wird wie zurzeit Willy Brandt, dann möcht’ ich doch meinen persönlichen Dämpfer auspacken.

Schlechtes, gar Böses habe ich über ihn nicht zu sagen. Ich habe nur meine eigene Meinung zu seiner Politik, speziell zu seiner Ostpolitik. Das hat mit dem Menschen nichts zu tun, den ich das eine oder andere Mal persönlich in Berlin erlebt habe – etwa bei seiner Rede nach der Mauer, man sieht mich deutlich im Bild (Originalartikel hier, das Bild aus Urheberrechtsgründen nur »zitiert« :–). Doch auch da war er der Politiker.
   Mein Freund Henning, ja, der mag den Menschen Brandt gekannt haben, hat er doch auch das zweitbekannteste Bild von ihm gemacht, das mit der Mandoline. Jüngst hat er mir erzählt, eine »Willy-Brandt-Schule« habe daraus die Zigarette wegretuschiert, zwecks politischer Korrektheit …
   Die »neue deutsche Ostpolitik« haben damals viele vertreten, letztlich sogar Franz Josef Strauß. Die Wikipedia vermeldet zwar aus dem Jahr 1969: »Strauß entwickelte sich zum vehementen Kritiker der Ostpolitik von Bundeskanzler Willy Brandt«. Dann aber: »1983 sorgte Strauß durch das Einfädeln eines Milliardenkredits für die DDR für Aufregung«. An der Ostpolitik hat mich alten »Zwangsmigranten« die Versöhnung nie gestört. Wir alle hatten persönlich und privat stets gute Bekannte, Freunde im Osten. Bei der Politik haben wir aber alle immer mehr weggesehen, hatten die Wiedervereinigung schon aufgegeben, kurz vor der »Wende«. Dieses Ceterum Censeo für die Wiedervereinigung, ja für den Sturz des Kommunismus’, das war dank Ostpolitik längst gefallen. Westpolitiker kamen sich weltmännisch vor, gentlemenlike, nobel, wenn sie auf Augenhöhe mit denen aus dem Osten verhandelten. Die »DDR« hatte längst aufgehört, nur in Anführungszeichen zu stehen. Die kommunistische Gesellschaft war gesellschaftsfähig.
   Ich war nie Politiker, aber immer stur. Ich bin zwar nicht gegen den Strom geschwommen, wider den Stachel gelöckt hab’ ich immer. Ich meine, dass der Ostblock ohne die Unterstützung durch den Westen früher pleite gegangen wäre – freilich eine bloße Meinung, über die sich streiten lässt.
   Inzwischen sind weite Gebiete des Westens ebenfalls pleite, was nach traditionell gemeinnützigen (marxistischen?) Gepflogenheiten den Staat immer mehr übernehmen und an immer mehr Schrauben planwirtschaftlich drehen lässt. Moloch Staat zieht dann einfach Privatvermögen ein (und seien es Bilder eines alten Mannes) oder entwertet sie (etwa mit einer EU-weit vorgeschriebenen Mindestinflationsrate). Statt sich zurückzuziehen, Rahmenbedingungen für eine freie Wirtschaft zu schaffen, und sich ansonsten um Recht und Ordnung zu kümmern, gibt er immer mehr selbstgedrucktes Geld aus, Konfetti für das Volk.

Link zu diesem Eintrag: http://blogabissl.blogspot.com/2013/11/willy.html

Lachnit: Mann und Frau am Fenster, »gefundenes« Bild, mehr hier

14. November 2013

Handy-USB-Ladekabel fixen

How to fix a USB cable to work as battery charging cable. 
Short the data wires, and disconnect them from the power source. 

Es ist wie verhext. Da schließt man ein USB-Ladekabel mit passendem Micro-B-USB-Stecker ans Handy an, auf der anderen Seite ein Ladegerät, und dann erscheint:
»Ladegerät nicht unterstützt«. Das liegt am Kabel, nicht am Gerät (Handy, Smartphone, sonstwas), auch nicht am Ladegerät. Das Kabel ist ein Kabel, das – wie USB meist – sowohl für Datentransfer als auch zum Laden taugt. Am Kabel muss man fummeln, dann geht’s!
Ladekabel
»USB-A-Stecker an Micro-B-Stecker«
Angeschnitzes Kabel
Die Bilder sind alle klickbar!
Als erstes schnitzt man das Kabel ein paar Zentimerter lang auf, wie hier rechts oben. Unter der Isolierung ist ein feines Drahtnetz und etwas Stanniolpapier, als Abschirmung. Da ist es nicht tragisch, wenn man diese Schirmung verletzt. Die Abschirmung braucht’s nur für den Datenverehr. Die Kabel darunter sind um so besser geschützt.

Kabelinnenleben
Ganz innen verlaufen vier Leitungen













Die vier Leitungen unter der Abschirmung sind (siehe auch hier):
    rot – Pluspol (+ 5 V)                     (Pin 1)
    schwarz – Minuspol bezw. Masse  (Pin 4)
    grün – Daten plus                          (Pin 3) 
    weiß – Daten minus                       (Pin 2)
Für das Laden sind Plus und Minus wichtig, rot und schwarz. Diese Leitungen lassen wir in Ruhe.
   Dafür verbinden wir die Datenleitungen, grün und weiß, löten sie zusammen.
rot, schwarz, weiß bezw. gelb, grün
Datenleitungen (grün und weß) abisolieren und verbinden













Isolierung abschaben oder Kabel
durchschneiden und abisolieren.
Sie müssen nicht rundrum blank sein.
Sind die Datenkabel elektrisch verbunden,
braucht man sie nur noch
auf der Großen-Stecker-Seite abzuknipsen.
Was ich jetzt mal ungern zeige, sind meine Lötkünste …
   Zum Schluss empfiehlt sich noch, die Datenleitungen Richtung Netzgerät zu kappen, auf der Seite mit dem großen USB-Stecker. Zumindest mein Nokia besteht darauf.
   Zusammenkleben, fertig. Notfalls geht das auch unterwegs. Sind die Datenleitungen mit der Abschirmung elektrisch verbunden, meint das Handy, es müsse vielleicht doch fragen, ob man Daten übertragen will. Macht auch nichts. Ich versuche trotzdem, die Datenleitungsverbindungslötstelle abzuisolieren.
   (Übrigens: Die zarten Datenleitungen muss man vor dem Löten nicht ganz freilegen, die Isolierung kokelt schon weg, wenn man mit Zinn dran rümlötet.)

Link zu diesem Tipp: http://blogabissl.blogspot.com/2013/11/handy-usb-ladekabel-fixen.html

Die Bastelei auf eigene Gefahr. Auch ob das mit jedem Gerät so geht, weiß ich nicht. Im Zweifel bitte melden bei Fritz@Joern.De.

Lit.:
Wikipedia: Ende des Abschnitts Stecker
Sept. 2013 Apple-“Lightning”-Adapter und hier
12. 6.2012 Strom fließt an den Daten vorbei. Laden unterwegs (II): USB – Standard mit Hindernissen
27. 4. 2011 Ladegeräte für die Reise
21. 6. 2011 FAZ-Net – Fünf Volt wird Standard: Laden ohne Originalgerät
 
Gerüchteweise wollen Apple Iphone, Philips u. a. 71 kΩ bezw. 51 kΩ von Datenleitung (Pol 4) gg. Masse (Pol 5, minus) oder ? 2 × 49 kΩ. – Samsung Philips, Creative ähnlich: beide Datenleitungen jeweils 15 kΩ gegen Masse – Garmin Navis auch wieder anders: Minuspol der Datenleitung 18 kΩ gegen Masse.


















(Weitere Dateien bei mir: Reiseladegerät.doc, Netzgeräte.doc, Batterielader.doc)










Permalink hierher: http://blogabissl.blogspot.com/2013/11/handy-usb-ladekabel-fixen.html

5. November 2013

Licht am Abend, Licht der Welt

Cubo Luce Notte, traditionell schwarz,
von Cini & Nils
Seit dreißig, vierzig Jahren, sozusagen schon mehrere meiner Leben lang, nutze ich als Nacht­tisch­lampen rechts und links vom Doppel­bett zwei Cubi Luce Notte von Cini & Nils in Mailand. Das schlichte Design sagt mir zu, das einfache, ganz lautlose Ein- oder Aus­schalten, und das Licht, das man sich in jede Richtung schwenken kann.
   Viele Male habe ich die Lampen schon repariert, weil sie immer wieder einmal herunter­fallen, ausleiern oder sonstwie »ermüden«. Meine alte Webseite, www.Joern.De/CuboLuceNotte.htm, die das beschreibt, steht inzwischen bei Google auf Rang eins, sucht man nach »Cubo Luce Notte«. Dort steht auch mehr über die Designer, Franco Bettonica und Mario Melocchi.
   Heute etwas anderes. Beim Runterfallen geht oft die Birne kaputt, der Glühfaden reißt, eine neue Glühbirne (oder elektronische Lampe) muss her. Kurz vor dem Herbsturlaub war es wieder so weit: Rums, der Cubo war runtergeflogen, und schon leuchtete da nichts mehr. Dabei hatte ich doch extra eine teure runde, mattierte Lampe gekauft, die es nur mehr in einer Ausführung für Backöfen gibt. Brüssel verbietet ja matte Glühlampen, und zum Teil Glüh-Lampen überhaupt, weil sie viel Wärme abgeben.
   Nach dem Urlaub, ich hatte die kaputte Lampe schon wieder vergessen, blieb es immer noch dunkel auf meinem Nachttisch. Ärgerlich. Eigentlich traurig, wenn ich an meine Stimmung nach den schönen Tagen in Regensburg und Nürnberg denke, an Licht und Sonne, Tag und Strom, den breit fließenden in Regensburg und den still glänzenden in Nürnberg. Schöne Erlebnisse, und nun wieder was kaputt.
   Ich wollte aufstehen und an meine Lampenvorräte gehen, vielleicht findet sich ja eine passende Lampe. Also setze ich an, die Birne herauszuschrauben.
   Und da geht sie an. Sie war nur ein wenig locker geworden in der Fassung.
   Licht leuchtete wieder. Ich hab’s als ein gutes, glückliches Zeichen genommen. Licht am Abend.

Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. (Mt 5, 14.15, nach der alten Übersetzung)

Dieser Blog: http://blogabissl.blogspot.com/2013/11/licht-am-abend.html

3. November 2013

Die Umfrage des Papstes

Wie immer ist es schwer, hinter den sofort veröffentlichten Meinungen die Quellen, die Sache selbst zu finden. Ich stieß auf einen »Text des Vatikans für die Bischofssynode über den Fragebogen an die Gläubigen zu Ehe, Familie und Vatikan« in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, hier. Länge und Tenor sind glaubwürdig. Der »Fragebogen« entpuppt sich als generelle Fragen zum Stand des Glaubens und der Gesellschaft, seiner Vermittlung und den dabei auftretenden Problemen. Die Deutsche Bischofskonferenz geht erst einmal defensiv um mit dem Thema.
27. Oktober 2013, Familienmesse am Petersplatz. Foto NCS Paul Haring
Am besten beleuchtet das Thema wohl die »Kirchensite.De«, zu der ich über »kath.De« gekommen bin. Dort steht: »Der Fragebogen des Vatikan, den der NCR [US-Zeitschrift ›National Catholic Reporter‹] veröffentlicht, richtet sich eher an Bischöfe und Verwaltungen als an Gemeinden oder gar einzelne Katholiken. Die erste Frage zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften lautet etwa: ›Gibt es in Ihrem Land eine zivile Gesetzgebung, die Verbindungen von Personen desselben Geschlechts anerkennt und damit in etwa der Ehe gleichstellt?‹«. Diesen Eindruck bekommt man auch, wenn man die deutsche Version liest, Absatz »III – Fragebogen« im FAZ-Text.
   Am weitesten fortgeschritten – oder nur vorgeprescht – sind die Engländer, deren Online-Fragebogen hier steht.
   Hier der amerikanische Artikel: »Vatican asks for parsih-level input on synod document«, der auch den englischen Brief des Generalsekretärs der Bischofssynode Lorenzo Baldisseri aus dem Vatikan bringt. Wir werden sehen, wie’s weitergeht.

Link zu diesem Eintrag: http://blogabissl.blogspot.com/2013/11/die-umfrage-des-papstes.html

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