30. Dezember 2006

Besonnene Jahresrückblicke allüberall, am schönsten, gelassensten der meines Freundes Dr. B.. Meine geschätzte NZZ bemüht sich um »Mitte«, hält Demokratie und Liberalismus hoch. Ich trenne da eher – weniger Philosoph, Historiker und Literat als Techniker, Physiker, Experimentator. Dabei merke ich, dass es mir hauptsächlich um Liberalismus geht – vielleicht, weil über Demokratie genug geredet wird, Liberalismus aber entweder ganz zum Fremdwort geworden und untergegangen oder gar negativ ›besetzt‹ ist. Der Niedergang des Kommunismus’ war nicht ein Erfolg der Demokratie – soviele Kerzen hätten gar nicht in die Fenster gestellt werden können –, es war einfach eine Pleite des Sozialismus’. Ein paar Jahre später kann uns dasselbe Schicksal ereilen, wenn wir statt einfach zu produzieren hauptsächlich ›gerecht‹ umzuverteilen versuchen. Fehlt die Freiheit zu handeln, zu erzeugen, fehlt auch nur der Anreiz dazu, so lebt die Gesellschaft vom Eingemachten, von der Zukunft, von ausgebeuteten, armen Ländern, und sie gewöhnt sich dran, was sich früher oder später rächt. Soviel ich Laie zur Wirtschaft. Nun das Stammtischwort zur Politik: Der Irak-Krieg mag der erste Schritt zum Chaos im Mittleren Osten werden – nicht wegen dem Irak, sondern wegen Palästina, Libanon, Syrien, lauter Staaten um das arrogante Land Israel herum. Man kann doch nicht mit UN-Geld – also auch unserem – ›Flüchtlinge‹ seit Ende des zweiten Weltkriegs in der Wüste in Lagern halten, und dann meinen, die Lage noch befrieden zu können. Das wäre so, als hielte man die Sudetendeutschen in Lagern um Nürnberg.
Also lieber zurück zur Technik. Da bin ich vielleicht weniger polemisch. Die kaputt geglaubte W-Lan-Karte konnte ich wiederaufleben lassen, durch De- und Reinstallation der zugehörigen Software. Ich konnte es einfach nicht glauben, dass so ein flaches Stück Hardware den Geist aufgibt. Die Karte hatte auch wirklich nichts gesagt, mit keiner LED geblinzelt, wenn ich sie einschob. Wie tot. Dann hat Ray angerufen, ob denn das erlaubt sei, wenn der neue Entsorger seine ›gelbe Tonne‹ durchforsche, von wegen Persönlichkeitsschutz. Ich konterte mit langen Gedanken über Straf- und Haftungsrechtliches bei offenen W-Lans. Immer öfter wird die Beweislast umgekehrt, in dieser immer anonymer werdenden Gesellschaft, nur damit jemand, der zu Schaden gekommen ist, nicht darunter leidet – in dem Fall die Musikindustrie (Beispiel). Die ›allgemeine‹ Gerechtigkeit schlägt wieder einmal zu, auf Kosten des Individuums. Aber ich polemisiere schon wieder ...

29. Dezember 2006

Technisch bastle ich immer noch bissl an Streaming. In der »Vorschau« hat es auch hier im Blog 1a geklappt, beim Abspeichern hat sich dann aber Blogger geweigert, ein ›Embed‹ zu akzeptieren. Ich bitte also auf »Streaming« zu klicken. (Wo ich das Verfahren ursprünglich abgekupfert habe, verschweige ich schamvoll.)
Auch der Netzzugriff meiner Computer untereinander funktioniert jetzt, sie »sehen sich«, bis darauf, dass zum einem partout Namen und Passwort angegeben werden sollen – obwohl ich dergleichen gewiss nicht vergeben habe. Werd das wohl auch noch wegbekommen.
In der Tat war es dann wieder einmal »ganz einfach«: Im Rechner, auf den man angeblich nur mit Passwort zugreifen kann, anklicken Arbeitsplatz, Verwalten, man gelangt zur Computerverwaltung (lokal), dort System, lokale Benutzer und Gruppen, Benutzer, Gast, Allgemein, und dort dann »Konto ist deaktiviert« ausschalten. Nichts natürlicher als das!
Und sonst: Sonst waren wir im Zirkus, Zirkus Althoff, aber diesen (René und Patrizia) und nicht jenen (Giovanni) ... Es war schön. Die Kinder – Carla und zwei ihrer Freundinnen z. T. samt Familie – waren begeistet. Wirklich schöne Tiere. Immer noch Pferdedressur, vom Seniorchef selbst vorgeführt. Ponyreiten in der Pause und ein fulminanter Feuerschlucker für die Kinder. Akrobatik. Raubtiere. Clowns (hier natürlich ›Clown’s‹). Zuckerwatte. (Im Bild die Dame dreht sich in der Luft.)

28. Dezember 2006

Essen, essen, essen. Geselliges Beisammensein findet fast nur in engem Zusammenhang mit Überfütterung statt. Feste, Feiern, Feuerwerke, immer wird dazu gegessen, zumindest gesnackt. Kein Wunder, dass die hiesige Menschheit zu dick wird. Warum? Vielleicht weil der einzig gängige sensorische Genuss des zivilisierten Menschen seine »Gaumenfreuden« sind. Man kann ins Kino gehen – doch dann unterhält man sich nicht, und der Genuss hält sich oft in Grenzen, trotz Popcorn. Swinger-Partys und sonstige Promiskuität versprechen ebenfalls heftig Sensorisches, doch erscheinen dabei – schon wegen der nötigen Eigenbetätigung – Enttäuschungen wie programmiert. Und danach mag man sich nie wieder sehen. Also wieder nichts für unsere Freunde aus dem Kreis der Kindergarteneltern. »Wir treffen uns in der Sauna«, das käme der Sache schon näher, ist allerdings nur in Skandinavien üblich, und auch nicht gerade kinderfreundlich. Bowling sollten wir wiederauferstehen lassen.
Technisches: In meinem »Netzwerk« zeigt sich immer nur ein Rechner, der aber bei allen beteiligten; die beiden frisch einkonfigurierten, die auf diesen einen perfekt zugreifen können, sind nicht einmal zu sehen. Woran liegts? Habe ich in meinem Netz des braven Namens “Workgroup” nun eine »Domäne« oder nicht, was ist ein »primäres DNS-Suffix« – man kommt ja ins Tausendste –, liegts am Firewall? Kann denn sowas nicht einfach sein? Ich will doch nur alle Rechner in einem Raum haben.

25. Dezember 2006

Ein Fest jagt das andere, jedenfalls bei uns zu Weihnachten. Wir sahen heute nachmittag den »Nussknacker«, getanzt vom »russischen Staatsballett«. Ein rosaroter Traum nach Barbie-Art, in der eher heruntergekommenen Bonner Beethoven-Halle, einem Allzwecksaal. Eine freundliche Platzwanweiserin hatte uns aus der Mitte des Parketts – wo wir wohl nur äußerste Luftsprünge gesehen hätten – auf die Empore gelotst. Dort trafen wir Carlas Freundin Alma mit Mutter und Großmutter. Ein voller Erfolg also! Die Mädchen konnten sich in der Pause und danach nicht halten, tanzten und tanzten ...
Hier ein Ausschnitt
(knapp 5 MByte, leider sehr dunkel, Absicht oder Hobbyaufnahme?)
Die Musik kam aus der Konserve, ich vermute sogar aus mitgebrachten Laustprechern am Bühnenrand. Nichts da mit »Dolby Surround«, hinter uns schepperten nur die Scheinwerfer. Dass die so etwas nicht hinbekommen. Es wirkt dann alles wie ein Gastspiel im Dorfgasthaus Post. (Technisch – dass ich das nicht hinbekomme, dass das Video streamt, also gleich losläuft?)
Mozarts Zauberflöte am 23.: Carla (5) frisch gebadet, sogar nachmittags vorausgeschlafen, wir alle drei geschniegelt und aufpeputzt. Trafen sogar ebensolche Bekannten dort. Die Aufführung der Bonner Oper war modern, aber nicht verfälscht oder peinlich. Sogar ein bissl humorvoll, etwa, als sich zuletzt Papagena aus einem riesen Pappei herausboxte. Wir hatten Plätze im Parkett, Reihe sieben, vom Feinsten, denn ich hatte lang gezögert, sie zu kaufen, kennt Carla die Zauberflöte doch von DVDs zwar halb auswendig, nicht aber »modern«. Ein großartiges Erlebnis. Mozart halt. (Im Web wenig Bilder gefunden, nur die Knaben, uns hatten sie wie Mädchen ausgesehen ...)
– Weiter mit vermischten Gedanken.
• Stadtpfarrer Schumacher, sonst nicht gerade ein Freund von mir, schreibt mir »Liebe Senorinnen und Senioren der Gemeinde St. Martin« (zu der er, nicht aber ich ich gehöre), seine Eminenz Joachim Kardinal Meisner, auch kein Freund von mir (nur: wer bin ich schon?), als »liebe Schwestern und liebe Brüder im vorgerückten Alter!«
• ›Ex Oriente Lux‹ – Bildschirme aus China. Schreibe dazu einen Besinnungsaufsatz!
• Meinem Freund Uwe, Arzt, hat die Telekom (ausgesprochen, nach eigenem Wunsch, »Tieh komm«) die Nummer abgeklemmt, nachdem er den Auftrag über DSL wegen miserabler Vorbereitung storniert hatte (wäre viel zu lang, das auszuführen). Stundenlanges Warten in elektronischen Schlangen, heilloses Durcheinander, eine Ersatznummer übers Wochenende – für die prompt 51 Euro Installationsgebühr abgebucht wurden und nun die weiter verwirrende Frage ansteht, wie sie ins Telefonbuch eingetragen werden soll. Na ja, deshalb haben sie ja Ricke geschasst.
• Technisches
· Audio-Streaming aus HTML gelungen, siehe Friedell-Ende oder direkt hier. Der Trick ist, nicht direkt auf die Musikdatei zu verweisen, sondern sozusagen auf eine Abspielliste mit Endung .m3u, die dann ihrerseits erst auf die Musik verweist.
· Kaum hat sich ein neuer Acrobat-Leser eingenistet (Reader 8), schon fragt er einen beim Versuch, in Stampit wie hundertmal gewohnt einen Briefumschlag zu drucken: »Möchten Sie die vertrauenswürdigen Identitäten einer früheren Acrobat-Version importieren? Wenn Sie mit "Nein" antworten, wird ein Standardsatz vertrauenswürdiger Identitäten angelegt.« No, hab’ ich ja geklickt, mit dem Erfolg, dass der Druck nicht stattfand und danach ziemlich daneben ging – was wohl mit meiner Antwort nichts zu tun hat. Saudummes Gefrage!
• Rat einer adligen Großmutter, nicht mehr ganz politisch korrekt: »Kind, wasch dich nicht zu viel, du bist doch kein Dienstmädchen!« (von Birte berichtet).
Damit genug; ab mit »post«.

23. Dezember 2006

Festtage, Selbstmordtage. Jedenfalls fuhren heute früh die Züge statt über Bonn Hbf. über Bonn-Beuel, bekantlich auf der anderen Rheinseite. Reisende wie Birte wurden eilig mit Taxis zu diesem anderen Bonner Bahnhof gefahren. Gerüchteweise soll sich wieder einmal jemand vor den Zug geworfen haben. Man spricht nicht gern darüber. Jeder Lokführer muss damit rechnen, statistisch ein- bis zweimal in seinem Leben, ein Horror: Etwa fünfhundert Leute sollen sich jährlich in Deutschland vor den Zug werfen. Herr, gib ihnen die ewige Ruhe.
Birte schickt mir den Spiegelartikel über ihre gelungene Wahl des Studiums. Zitat: »„Unsere Ingenieure sind Weltspitze“, sagt VDI-Direktor Willi Fuchs, „aber wir haben einfach nicht genug davon.“ Schon jetzt ist der volkswirtschaftliche Schaden durch die Technikverweigerung immens: An jeder Ingenieurstelle hängen geschätzte 2,3 weitere Arbeitsplätze, die durch den Mangel verloren gehen.«

22. Dezember 2006

Da ist doch der Wurm drin. Vorne in einer Schlange haben die Leute die Ruhe weg, hinten wird gedrängelt. Der Erste, der bereits an der Kasse des Buchladens Begleichende, zählt ruhig seine Cents, sucht unter P im Handy-Adressbuch fummelig seine Scheckartengeheimzahl, oder bittet um Geschenkverpackung samt Scherenschneidekräuseln beider Maschenenden. Der Zweite träumt staunend dahinter, phänomenologisch saturiert. Der Dritte ist bereits indifferent. Danach wird’s bewegter, innerlich. Äußerlich sind wir ja alle gebildet, Buch-gebildet, und drängeln nicht. Hinten murrt’s, im Schwanz der Schlange. Zuweilen schwenkt der Schwanz auch aus, es bilden sich Tributarien, jedenfalls bis zu den ersten Protesten aus den anderen Nebenflüssen. Technisch ist die Psychologie der Schlange natürlich kontraproduktiv, denn so wird sie gestaucht statt gestreckt und dadurch ge- statt entspannt. Ein selbsterzieherischer Effekt findet nicht statt, der vielleicht den kassierischen Handreichungen extra Schwung verliehe. Man hat die Ruhe weg, am Ziel. Völkerkundlich-evolutionär gesehen fragt man sich natürlich, warum die Ur- und Allmacht Evolution die Warteschlange nicht vorgesehen hat. Hat der Ureinwohner, has das Mammut nie angestanden? Ist immer nur gedrängelt worden? Hieß Darwin dreistes Dreinschlagen? Die Zivilisation mit ihren Buchpräsenten zum Fest scheint so schrecklich jung zu sein, dass es nur hinten hippelt.

21. Dezember 2006

Welche Feuerwehr hat vier Lenkräder? Und verfolgt ein Ferrari-Coupé mit zweien? Der Abstand bleibt gleich, das Rennen spannend. Die Kinder winken ihren Müttern und mir, vom Weihnachtsmarktkarussell. Schön. Nur die heißen Kastanien sind wieder wurmig, nicht wie unsere am Hof.
(Bild aus www.Joern.De/hof1950.htm)
Sonst? Den frisch aufgesetzten Thinkpad X20 weiter aufgebaut, Tastaturtreiber (den mit den »französischen Gänsen« und anderen praktischen Raritäten, DU-Meter zur Verkehrskontrolle, meine kleine Zeiteinstellungs-Batchdatei mit Blick nach Braunschweig, Title Time, dann Kaspersky. Der will wieder was: Update von Visual C++, sagt aber erst mühsam von wo denn her. Einstellungen, die man so schätzt. Und dann noch lang nach dem ›alten‹ Desktop-Bild gesucht, auf 800×600 Pixel gebracht, und zum Schluss doch ein anderes genommen.
In der FAZ ist nach ein paar hektischen Telefonaten zwischen Wien, Bonn und Düsseldorf (zum einzigen Egon-Friedell-Experten), Friedells »österreichische Seele« erschienen, nachdem sie wer bei mir gefunden und goutiert hatte.
Mehr später. Muss Carla abholen.
So, während sie neben mir »Madita & Pim« nach Astrid Lindgren guckt, bastele ich weiter am Blog.
Henning hat über Weimar geblogt (HvBGlossen.Blogspot.com), wohlab- und ausgewogen, nur als er dann berichtet vom »Bauhaus-Museum, was freilich auch fest hält, dass diese Kunstbewegung in Weimar schon Mitte der Zwanziger Jahre ...« hab ich wieder die »neue« Rechtschreibung verflucht, die in schamlosem Zusammenspiel mit irgendwelchen Korrekturprogrammen einem alten Schreiber wie ihm oder mir Trennungen hineinbastelt, die einfach falsch sind. Etwas »festhalten« ist ganz etwas anderes als etwas »fest halten«, sogar die Betonung ist anders. Das eine ist virtuell, das andere gegenständlich, Rhetorik vs. Realität. Ich lasse mir nicht die Wortwahl verarmen. Und dem Leser das Lesen erschweren. Ich setze Wörter, alle, (möglichst) bewusst. Kein Korrekturprogramm kennt den Unterschied von ›Wörtern‹ und ›Worten‹.

19. Dezember 2006

Carta scripta sunt – die Karten sant geschrieben, wie der Bayer sagt. Jetzt muss nur noch die E-Mail-­Weihnachtswünscherei g’macht werd’n (’s Netz ist eh schon voller Spammerei), dann kanns Kindl kommen. Oh hektikbringende Weihnachtszeit.
Im Terminkonflikt zwischen Kindergottesdienst – immerhin am dritten Adventssonntag! – und dem Weihnachtstreff der Tanz- und Ballettschule entscheiden sich die üblichen Eltern fürs Ballett. Gisela musste Baum schmücken, 3,46 Meter Baum. Carla und in versäumen die Schautanzeinlage, nicht aber das Buffet, »alles für einen Bon«, weils schon so spät war. Was im Kindergottesdienst vom Marienkindergarten gezeigt worden war, ist wohl ebenso rührend unbeholfen, allerdings gewiss langweiliger. Immerhin ringt sich die kurzweilige Gemeinde zwei seltene Weihnachtslieder ab. Kläglich. Man müsste zu einer Sekte gehen.
Am Montag dann wieder Schlittschuhlaufen nach dem Kindergarten. Die Stadt, oder ist’s die Telekom, spendiert den Bürgern freies Eis im Zelt vor der Guggenheim-Ausstellung, was gern genutzt wird. Anschließend für Carla und mich Musikschulenweihnachtsabend. Dank Bad Godesberg, alten Räumlichkeiten und einem vollen, kleinen Festsaal erfreulich schön und gemüthig. (In Frankfurt in meiner Erinnerung in der »neuen« Schirn, mit meinen vormaligen Kindern, ein schlimmes Ereignis nicht enden wollender Peinlichkeit.)
Kurz vor neun kam Birte mit der Bahn aus Rosenheim, schimpfte über die Neubaustrecke Nürnberg—Ingolstadt, die ihr ihre um 15 Euro billigeren Verbindungen unten herum über Ausgsburg, Stuttgart versaut hat. Sie meint, die Zug-Clientèle wolle vor allem billig fahren, auf ein paar Minuten käms denen nicht an, »schau sie dir nur an«. Stimmt.
Drauß in der Friedrichstraße haben sie probeweise Kandelabermuster aufgestellt, zur Entscheidungsfindung über die kommende Straßenbeleuchtung. Die alten, hoch oben querhängenden Laternen sind angesichts der Haushaltslage nicht mehr gut genug (Ironie). Gefragt werden Hausbesitzer und Geschäftsleute. Der Bautrupp der Stadt fährt mit dem größten und teuersten Unimog vor, den ich je gesehen habe, ein Monstrum wie ein Hummer hoch zwei. »Dafür kriegens ein Einfamilienhaus«, sagt mir der Fahrer, »200.000 mindestens.«
Technik: Meinen alten Thinkpad X.20 »neu aufgesetzt«, also aus der noch von IBM versteckten Sonderpartition der Festplatte das originale Windows 2000 auf eine frisch geputzte Platte aufgesetzt. Das geht, der Rechner lebt danach noch. Weil das Ding weder Disketten- noch CD-Laufwerk hat, hatte ich Angst gehabt, bei einem Fehler vor verschlossenen Wänden zu stehen. Dann Versuch, die W-Lan-Karte zum Laufen zu bekommen, über einen mit USB-Stick (welch ein Segen!) hereingeholten Treiber. Das geht, wir kommen aber nicht ins Netz. Kurz kommt das Fonero-Netz auf, das Birte übrigens wegen seiner Hartnäckigkeit, immer nur sich selbst zu zeigen, für einen Trojaner hält. Nach langem Probieren eine (Fest-)Lan-Karte eingeschoben, sie wird erkannt, und auf geht’s zum Betriebssystemupdate über vier Service Packs und vielleicht hundert Updates. Beim »Sicherheitsupdate für Windows Media Player-Plug-In (KB911564)« hängt sich der Update-Prozess unweigerlich auf, kann dann nur über den Task-Manager abgeworfen werden, der meint, das Programm erwarte noch eine Eingabe, mordet dann aber auf Wunsch doch hinterrücks, woraufhin ein erneuter Updateversuch fehlgeht, weil angeblich gerade »ein automatischer Update« läuft, klar doch. Also zum wiewiewiederholten Mal neu starten. Kann man denn nicht so etwas wie einen Update robust machen? Alles darf crashen, nur ein Update nicht.
Ja, noch lang nach des Jahres besten Kalenerbildern gesucht, siehe http://picasaweb.google.de/Fritz.Joern/2006:

15. Dezember 2006

Zwischendurch ein Wort. Ansonsten sind gerade Weihnachtskarten dran, gegenständliche, ganz unvirtuell – sofern man ›virtuell‹ nicht lateinpennälerhaft für ›tugendvoll‹ hält. Der Rest ruht.
In Frankfurt war’s schön, siehe Kapuzinerkücheng’schichten. Verspielt will ich mir hier mal die schöne Uhr von dort holen.
Danke, Hans. [Geht dann doch nicht! Beim »Veröffentlichen« kommt eine eklig gelb-rote Fehlermeldung: »Ihr Tag is not closed: ‹embed src="http://www.clocklink.com/clocks/0008-Orange.swf?TimeZone=GMT0100" wmode="transparent" type="application/x-shockwave-flash" height="150" width="150"›-Code kann nicht übernommen werden«, obwohl er mir in der Vorschau die Uhr schön gezeigt hat ...] Na, dann »hole« ich mir halt das Bild:

Und in meinem Kopf hier hab’ ich das rel="nofollow" rausg’schmissen, mal sehen, ob mich Google jetzt dann findet. Genug. Weiter geht’s mit Karten: Blanco-Faltkarte mit Foto bekleben (digital vom Fotoladen um die Ecke für 9 Cent/Stück abgezogen), Adresse aus meinem Psion 3mx in Stampit eintragen, Briefumschlag einlegen, etwas klickreich drucken, mit Füller fein was in die Karte schreiben, nachdenken, erinnern, sinnen halt, den Jahresbericht (farbig, aus dem anderen Drucker, den Link halt ich hier noch zurück) falten und einlegen, in der Liste abhaken, abschlecken, stapeln, fertig, nächste Karte ... Bis es mir dann zu viel wird. Zuviele unbesuchte Menschen, ungenutzte Gefühle

28. November 2006

Fleiß und Ausdauer. Na ja: Fleiß und Ziel vor Augen. Daran liegt’s halt. Nicht am Genie. Sogar Begabung mag mit dem Interesse kommen. Ein bissl einen Riecher sollte man auch haben, Initiative, siehe Barbie. Aber bleiben wir beim Fleiß – oder seh ich den so kritisch, so entscheidend, weil ich selbst hier nicht immer excelle? »Fleiß« hört sich doch gut an; ich könnte auch Willenskraft sagen, das aber klingt ein wenig tausendjährig. Wie überhaupt gewisse durchaus auch fürs Martialische geeignete Tugenden (Fußnote für junge Leser, was eine Tugend ist, vs. virtuell) nach dem Krieg verpönt waren. Es soll uns jetzt besser gehen. Freizeit. Wellness. Von den 68ern ganz zu schweigen, die haben uns dreißig Jahre zurückgeworfen, nicht nur moralisch [»Innerhalb der katholischen Moraltheologie bzw. Soziallehre bspw. wird der 68er Bewegung eine deutliche Mitschuld an der heutigen Misere (Zerrüttung von Familien, Ehescheidungen, Verwahrlosung) etc. gegeben.«] sondern bis hin zu technisch. Was haben wir mit Macht weiterentwickelt? Es geht nicht ohne Fleiß und Ziel. Man kann ja einen Sommer lang »Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!« rufen, aber hinterher stellt sich heraus, dass wir heute weniger auszugeben haben als 1991. Wir sollten wirklich hinfahren, nach Berlin ...
Weiter mit vermischten Gedanken
Die populistische Berichterstattung über den beigelegten Mannesmannprozess zeigt mir Mangel an Liberalismus. Was geht’s den Staat an – noch dazu strafrechtlich? Von den Einnahmen Essers etc. hat er ja wohl seine Steuer abbekommen. Dass die Angeklagten schon einmal freigesprochen worden waren, daran wird nicht oder nur ungern erinnert.
Bei der Bonner Verwaltung hab ich mich gestern in die Nesseln gesetzt, als ich ihr »Bäderkonzept«, das die Schließung des einzigen Innenstadtbades vorsieht, durch meine Viktoriabadargumente kritisierte. In der Pro-Bad-Versammlung waren c. 60 Leute, mehrheitlich alte.
Mit Carla wieder »Heidi« geguckt, gerührt. »Lueget, vom Berg und vom Tal flieht schon der Sonnenstrahl ...« bezw. »Luegit vo Bärg und Tal ...« (lugen = schauen, losen = hören) – die Erkennungsmelodie des ehemaligen Senders Schwarzenburg. Hier Geschichte und Text des Liedes.
Und hier am Weihnachtsmarkt: »Oh kohmeht ia Hirten oh kohment ...«, dabei sind nur die Käufer gemeint.
Kälter ist’s geworden. »Ich glaub’ jetzt schneit’s am Penser Joch«, sagte Carla heute früh.

27. November 2006

Die Rente rückt ran. Heute musste ich eine Lebendbescheinigung abschicken. Nur gut, dass sich zugleich geklärt hat, dass § 5 Abs. 1 VAHRG (Versorgungsausgleichshärteregelungsgesetz) auf mich nicht zutrifft. Ich verlasse die Anstalt fröhlich und beschwingt bei strahlendem Frühlingswetter aufm Radl.
Mit alten Freunden gibts Diskussionen um Blogs. Keinem ist’s ganz geheuer, mir auch nicht. Ein Brief ist halt was anderes, direkteres, und wird auch eher gelesen. So meint S.: »Obwohl ich ein Antibloger bin, schaute ich mal rein, nicht ohne das Gefühl los zu werden, neugierige Blicke in Nachbars Garten zu werfen. Was sieht man dabei schon? ALLES ! Und das ist es eben, es ist zu viel. Es fehlt die Spannung des Dialogs. So frage ich mich, warum blogt man? Warum schreibt man keine Briefe mehr oder warum nicht gleich, so man es kann, ein Buch – einen Roman, eine Geschichte, eine Fabel, eine Anekdote? So wie Sarah Kirsch ihre „Kuckuckslichtnelken“, die gerade bei Steidl als einem entzückendes kleinenes Buch aufgelegt wurden und die man verschlingt, auch wenn man kein Leser ist. Vielleicht finde ich die Antwort auf meine Frage noch, ein Blogleser werde ich dennoch nicht werden. Immerhin habe ich entdeckt, daß auch der „kleinen Welt am Strom“ gedacht wurde und ein weiterer Link uns verbindet ...« Schulfreund Hennings Blog wiederum hält ein paar feine Geschichten vor, den »Hias« zum Beispiel.
Sonst: Carla »kann geheim pfeifen« – tonlos, sie lernt’s gerade. Und ’s nächste Mal schreib ich über Fleiß und Ausdauer. Hab ich jetzt nicht.

26. November 2006


Sonntag Abend. Gisela hat Garten und Adventsschmuck fertig, ist’s zufrieden. Ich hab mitgemacht, hauptsächlich den Teich. Und eine Glosse über den Choke geschrieben, mal sehen.
Gestern waren wir beim Turnerfest, Carla hatte »Aufführung«. Ihre Gruppe war weniger spannend, dafür eine Röhnradmeisterin einsamer Klasse, ein Mutter-Sohn-Turnen (41,13), und zum Schluss Mary Poppins mit Rhönrädern, unglaublich, gut. Schade, dass die Leuchtstoffröhren in der großen Turnhalle ein so fahles Licht gegeben haben, dass alle Leute übernächtig aussahen. Seit Kodak ist man’s halt röter gewohnt.
Heute dann wollte ich mit Carla Karussell fahren gehen. Der Weihnachtmarkt hatte allerdings (Toten-)Sonntagspause. Die Hauptattraktion waren das traditionelle Fenster voll bewegter Steiff-Tiere und »unsere« russische Glasharfenspielerin – sie spielt auf Gläsern mit Wasser drin. Ich will mal versuchen, ein Muster hier einzulinken. (Zum Beschneiden der Original-MP3-Datei hab ich mir eben »mp3DirectCut« geholt. Frage: Wie bekomme ich die Tondatei direkt in den Blog? – später ... ›embed src=...‹ lässt er nicht zu. Bei anderen lassen sich scheints Tondateien hochladen. Hab die MP3 mal mit einem »MP32Wav« ver-WafT. Komischerweise gleich groß. Besser? Schon irr, was für Programme man sich pronto-pronto aus dem Netz laden kann, kostenlos, funktionierend, vertrauenswürdig – da werden »harte« Geräte wie Set-Top-Boxen, Handys usw. nie hinkommen!)

25. November 2006

Albtraum–Alptraum. Erst zum Wort. Früher war Alptraum richtig, mit Paula. Wie die Alpen halt, etwa im Satz: »Weg mit den Alpen, freier Blick aufs Mittelmeer!« Da hätte keiner geschrieben: »Weg mit den Alben, freier Blick ...«. Wer hat heut noch Alben für seine Fotos. Die hält man in Ordnern, am PC. Da findet man das Mittelmeer eh nicht, weil die Bilder irgendwie IMGP2933.JPG heißen, und sich Google an Bildinhalten erst übt. Damals, vor der Rechtschreibreform, schrieb einzig die FAZ »Albtraum« mit Berta. Inzwischen, in der neuen Rechtschreibung, ist der B-Albtraum so vorgeschrieben. Natürlich geht es jetzt ein wenig drunter und drüber: in Faz.net kommt laut Suche Albtraum 774mal vor, Alptraum 94mal. (Man klicke selbst nur mutig hier die Links an.) In der gedruckten Ausgabe, sorgfältiger redigiert, kommen Alpträume fast gar nicht vor. Aber ich komme vom Hundertsten ins Tausendste – und fand einen schönen, langen, guten Verriss von Basian Sick (Zwiebelfisch), mit 34 Repliken. Ja, der Balken im eigenen Auge und das Brett vorm Kopf. Genug der Wörter.
Wir waren gestern mit Freunden im James Bond! Juhu! Endlich wieder Kino. Freilich erst einmal eine halbe Stunde Reklame für andere Filme, allesamt Phantasy-Grusel-Action-Modelle immerfort mit Yurassic-Park-Wumm-Wumm-Wumm. Am schönsten war die Malborough-Werbung, dabei nicht unmodern. Der neue Bond ist schön, schön lang, sogar mit Pause; wir haben nachher beim Wein die Villa Melzi Google-Maps-gegoogelt, alle hatten wir romantische Erinnerungen dazu. Welcher Palazzo mag das wohl sein, der da in Venedig versank? Ich sehe das Buch mit der Bilderreihe der Palazzi am Canal Grande vor mir ... Am liebsten hätten wir uns den Film gleich noch einmal angesehen (Faz-Artikel, SWR), möglichst stilecht von einer Raubkopie. Fürs erste müssen Bildchen oder der Trailer (Originalton!) reichen.
Nachts hatte ich dann den Albtraum: Beim Eyrnberger war eine große Sandgrube entstanden, die das ganze Tal verschandelte, Man stelle sich vor: statt Wald (s. Bild) nur ein riesiges Loch, etwa so wie einretuschiert. In der Früh bin ich aufgewacht und hab den Landschaftsschutz gepriesen.
Und sonst: Mein Hamburger Freund MB war am Donnerstag zu Besuch. Wir sind gut Abendessen gegangen. Er hat noch einen Lkw gekauft, eine Magirus-Feuerwehr aus den sechziger Jahren. Und die Pal-optimal-Fernseher, voriges Jahr noch eine Zeit lang top Bestseller in Deutschland, sind schon wieder überholt. 1080 Pixelzeilen sind inzwischen standard. So end’ ich doch mit Technik.

23. November 2006

Lebenslanges Lernen – muss das denn einsam sein? Beim Einrichten des neuen Thinkpads fällt mir auf, wie ratlos ich da herumtue. Wie war das doch gleich gegangen? – frage ich mich alle Nasen lang – und finde höchstens im Internet dazu weitere Fragende. Alle sind sie ratlos. Viele empfehlen dann ziemlichen Quatsch, bis Fragen, Antworten und Rückfragen im Sand verlaufen. Das jeweilige Ende bleibt offen, unbekannt. Keiner versteht, warum irgendetwas so und nicht anders in die Software hineingebaut ist. Selbst Anleitungen sagen bestenfalls: Machen Sie das und das, dann dies und jenes, am Ende müsste es gehen. Aber wieso? Warum? Hat sich da wer was gedacht? Aus meiner Zeit als Berufsanfänger kenne ich das »Debuggen« fremder Software nach Gefühl. Man versucht sich in den Schreiber hineinzuversetzen, versenkt sich in den Roman. (Und kommt dann nachts viel zu spät wieder heraus.) Zum Schluss ist es eine Frage der Hartnäckigkeit, ob man draufkommt. Ja: ’s ist ein einsamer Wettkampf gegen die Maschine. Macht mir Spass.
P. S. Könnten bitte die P. T. Leser einmal einen Kommentar hinterlassen, ich hab ja keinen Schimmer, ob das wer liest!

T-Mobile SMS E-Mail

Mit SMS bloggen, das geht. Ich musste nur auf Blogger bei Einstellungen, E-Mail das Kästchen Veröffentlichen anklicken, und jetzt den SMS-auf-E-Mail-Umsetzer (Nr. 8000) von T-Mobile nutzen. Guten Morgen!
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Diese Nachricht wurde Ihnen durch T-Mobile zugestellt.
Bitte beachten Sie bei Ihrer Antwort, dass nur die ersten 160 Zeichen der Betreffzeile und des Nachrichteninhalts weitergeleitet werden.

22. November 2006

Meinen Favicon hat der Blog jetzt, dieses kleine, blaue fj im Adressfeld des Browsers, gleich vor http, siehe oben. Gut, gell. Ich ging statt auf »Veröffentlichen« auf »Vorlage« und fügte im Header (also irgendwo vor ‹/head›) ein:
‹!-- Favicon --›
‹link rel="shortcut icon" href="http://Joern.De/favicon.ico" type="image/x-icon" /›
‹!-- Favicon end --›
Wirksam ist nur die mittlere Zeile. Sie verweist auf den bei mir (Joern.De) gespeicherten Favicon. (Ist der nicht männlich, der Favicon?) [Die ‹Haken› müssen in Wirklichkeit richtige Kleiner- und Größer-Zeichen sein.] Finden muss man das halt all’s ... Die Einsamkeit des PC-Proklers. Nebenher ist mir im Blog-Vorspann die Zeile ‹a href="‹$BlogBacklinkURL$›" rel="nofollow"› aufgefallen. Gerade dem umstrittenen »nofollow« muss ich noch einmal nachgehen ... Bittesehr, als P. S. Es scheint sich um eine Anweisung zu handeln, die den Suchmaschinen sagt: Diesem Link nicht weiter folgen, der zählt nicht beim Beliebtheitswettbewerb von Seiten! Hier Pro- und Kontrameinungen. Wann Suchmaschinen allerdings den eigentlichen Text eines Blogs scannen, weiß ich nicht, ich warte drauf und mache immer mal wieder einen Test.
Na, und der Blog-Post über SMS schaut ja grausig aus. Der E-Mail-Betreff, »T-Mobile SMS E-Mail«, den die T-Mobile generiert, wird zur großen Überschrift, ordinär. Allerdings: Der Inhalt der SMS kommt auch rüber. Sendet man statt einer SMS eine E-Mail, dann lässt sich das dezent und sauber gestalten: Der Betreff wird zur Überschrift. Ohne Betreff: keine Überschrift, normal beginnender Blog-Text. Gut vielleicht für unterwegs. Allerdings kann einem so eigentlich jeder reinbloggen, der die Adresse kennt. Mal sehen, ob Spam kommt. Verbesserungsvorschlag: Die Einmailadresse frei wählbar machen.
Weiter mit Blog-Technik. Bloggen via E-Mail krieg ich nicht hin, dafür soll es Sprachbloggerei geben: http://audioblogger.com/faq.html. Das freie Schwimmen (»Navigation«) in den ganzen Blogeinstellungen, -fragen, -hilfen etc. ist mir schleierhaft, nebulös, äh intransparent. Ich will auch nicht immer als Fritz.Joern@Gmail.com erscheinen, Google mag das wollen, aber dort lese ich normalerweise Post nicht; Gmail ist mein Archiv. Sonst: Windows-Anmeldung ohne Crtl-Alt-Del hinbekommen, und mir gleich selbst eine Hilfe dafür ins Netz gestellt: www.Joern.De/LogonFragerei.htm. Zwischendurch machte mein Kaspersky bei jedem Virenupdate aus dem Netz Harakiri. Schaltet man ihm unter Einstellungen, Service seinen »Selbstschutz« aus, so überlebt er. Angeblich soll man noch C:\Dokumente und Einstellungen\All Users\Anwendungsdaten\Kaspersky Lab\AVP6\Data\updcfg.xml wegwerfen. Eigekauft, den Linksys’ Kiss DP 600 zurück zur Post gebracht, enttäuschend das Ding. Übrigens ist mir doch jüngst wer in meine Test-Webcam eingebrochen, bloß wer? Doch nicht nur Technik ...
... ein Plädoyer fürs Viktoriabad hab ich mir geleistet. Unsere niederreißerische Zeit. Und wieder viel Freude mit Carla gehabt. Ich durfte zum Abendessen meinen geliebten Reis mit Paradeissoß’ machen. Danach drei Spiele Schwarzer Peter, weil G. (wie Gattin) da schon da war. Zu zweit geht Schwarzer Peter nicht, man hat nach jedem Zug ein Pärchen. Jetzt muss ich die Kleine noch ins Bett nebenan tragen. Sie schläft so gern bei mir ein. Ich auch.
Man schreibt ja doch nicht ins Leere, nicht wahr? Dazu hatte ich nie Lust. Ja, wenns um einen skurrilen Reparaturtipp für eine ganz bestimmte, alte Haarschneidemaschine geht, die ich mir vor über zehn Jahren gekauft habe, um Uhrenstellen oder Klapplampenfixen, dann bin ich dabei, kriege da auch gehörige Dankesschreiben – aber Bloggen? Regelmäßig? Ohne Feedback? Die Sache ist doch, wie M. richtig insistiert, passee. Und verweist auf einen Artikel einer »mehrfach preisgekrönten« Bloggerin. Was find’ ich dort? Einen toten Hund. Und wenn bereits das achtseitige »Magazine für den eCommerce« übers Bloggen schreibt, oh Gott, wo bleiben wir denn da? Da lassemers lieber bissl.
Trotzdem ist mir neben allem Allfälligen gelungen, Virtual CD zum Laufen zu bringen. Eine schöne Sache, wären da nicht die sich fortwährend verschärfenden CD-Abspielverhinderungen der Industrie. Der frischeste »Media«-Player von Microsoft spielt Medien wie CDs oder DVDs gerade eben nicht, verlangt spezielle Codecs. Andererseits gibt es alles in guter alter und neuer Internettradition gratis, nur muss man sichs eben holen und kommt sich vor wie ein Pirat. Sogar die Wikipedia beschreibt den »Media Player Classic«; und doch hatte ich dann viel Fummelei, bis ich da den neuesten gefunden habe.
So, jetzt aber auf!

18. November 2006

Thanksgiving bei Denisons! Inzwischen eine Tradition. Im Bild allgemeine Fröhlichkeit und schon (noch) der frisch gebratene Turkey.
Sonst: Paul Jandl berichtet in der NZZ ausführlich über den Meteoritensaal des Wiener Naturhistorischen Museums: »Er hat seine Aura des Zeitlosen bewahren dürfen. Seit 1889 ist der Meteoritensaal unverändert.« Was für eine Zeitung, was für eine Stadt, was für ein Saal!

17. November 2006

Deo Gratias. Religionsgedanken heute, an einem regnerischen Freitag früh, zurück vom Kindergarten, fast vorbei an Remigiuskirche und Minoritenkloster (1274—2007). Am Sonntag soll ich dort im Kindergottesdienst aufsagen: »Lieber Gott, wir danken dir für das Korn, das du wachsen lässt, für die Erde, in der es wächst, für Sonne und Regen.« Ganz schön, für mich halben »Bergbauern«. Ich denke zurück an meine Internatszeit. Wer am Sonntag nicht zur Kommunion ging, was auffiel, ließ sich zur Ausrede einfallen, er habe versehentlich etwas gegessen. Heutzutag weiß keiner mehr, was Sünde ist, kennt erst recht nicht den Unterschied zwischen Tod- und lässlicher. So war’s: Am Sonntag Kirche geschwänzt, Hand an sich gelegt: Todsünde, kein Kommunizieren; ohne Abendgebet eingeschlafen: lässlich. Und heute?
Ich also zurück auf die Erde: Die Rentenversicherung will von mir alsbald mit Formblatt V3413 wissen, ob § 5 Abs. 1 VAHRG zutrifft, ein Marktforschungsinstitut ruft an, ob ich bei Lidl einkaufe, Allfälliges sonst, Beichten, schon aus schlechtem Gewissen, Carla abholen, ihr zuliebe vom DVD-Player tanzende rosa Mäuse, Ballettkurs. Gisela war geschäftlich in Hamburg und doch schon gegen fünf zurück, gemeinsames Abendessen gerettet.
Technik:
An Artikeln gebastelt und am neuen laufwerkslosen Thinkpad versucht, Virtual CD zu installieren. Das geht, nur will die blöde Software die echte CD nicht übers Netz lesen, nicht einmal von einem »Netzlaufwerk« unter Z:. Nein, subst und assign tun’s auch nicht. Überhaupt diese »Netzwerkumgebung«: Von einem Rechner sieht man den anderen, vom anderen nicht den einen, derselbe microsoftige Firewall ist am alten Rechner transparent, sperrt aber den Zugang zum neuen (beide XP), und sagt’s nicht einmal an. Zu Beginn wird das Netzwerk als gefestigt gemeldet, dabei geht nichts durch, weil das Zeug doch Wep-verschlüsselt ist. Dieser Schlüssel fliegt immer wieder aus dem Schloss, wohl weil ein Lenovo-Hilfsprogramm (»ThinkVantage«) rivalisiert mit Windows, das inzwischen auch schon »drahtlose Netzwerke« kennt. Gibt man dieses Wep-Passwort bequem alphabetisch ein, wird es falsch umgerechnet und nichts geht, natürlich ohne Angabe von Gründen, gibt man’s hexadezimal ein, dann klappt die Entschlüsselung. Alles unnötige Frickelei. Guat Nacht : ’s ist Freitag.
P. S. Alte Gedanken zu »billig und heilsam« und zu Gott, der mich erfreut von Jugend auf.

16. November 2006

Lestofanten, alles Lestofanten! (lestofante = it. Gauner)
Bei uns grassiert Lestofantismus, von wegen »abgehängtem Prekariat«! (Wer nicht weiß, was ein Lestofant ist, darf raten. Die Lösung hab ich hier wo versteckt.) Unsere stadtbekannten Bettler, privilegierte Eckensteher ohne Gewerbeschein und ordnungsamtlich dekretierten periodischen Standortwechsel –, die bekommen in der spendenfreudigen Vorweihnachtszeit Konkurrenz von anbetend knienden Fremdländerinnen und Fremdländern, deren mitleidserheischender Blick um Längen herzzerreißender ist als der aller einheimischen Altbettler. Es schämt sich keiner mehr, zu betteln; nichts zu geben auch. Routine rennt aneinander vorbei. Unseren jungen Stammbettler am Markt, diesen professionell miesgesichtigen Säulenheiligen mit Plastikbecher, sah ich jüngst mit seiner Scheckkarte am Geldautomaten. Nur keinen Regenschirm hat er nicht, der arme. »Geduldete« dürfen nicht arbeiten, das kommt bei der aktuellen politischen Diskussion zutage, wir bezahlen sie solidargemeinschaftlich, wohl weil das anders mit den deutschen Gewerkschaften »nicht zu machen ist«. Dabei habe jeder Mensch ein Recht auf Arbeit, selbst Bleiberechtler. Und Berufsbettler (»Ich habe Hunger«) sollten sich zumindest den Regeln für fahrende Bänkelsänger unterwerfen: Gewerbeschein, gelegentlich zur nächsten Ecke weiterschleichen. Und wenn schon neue Regeln aus dem Ordnungsamt: Wie wär’s mit einem Verbot elektronischer Lautverstärkung auf öffentlichen Plätzen? Es singe, wem Stimm gegeben.
Na, und wenn ich schon einmal beim Politisieren bin. Historiker Heinrich Maetzke gedenkt heute in der NZZ der Schlacht an der Somme und bringt beängstigende Parallelen zum heutigen Bevölkerungsüberdruck im Mittleren Osten: »In den Palästinensergebieten beträgt die durchschnittliche Geburtenrate sechs Kinder pro Frau. Fast 50 Prozent der Einwohner im Gazastreifen und im Westjordanland sind unter 15 Jahre alt - Millionen Teenager ohne Arbeit, Ausbildung, Perspektive.« Über Persien: »1970 hatte das Land 30 Millionen Einwohner, heute 68 Millionen. 30 Prozent der Iraner sind unter 15 Jahre alt. Jedes Jahr strömen dort 800 000 auf einen überforderten Arbeitsmarkt.«
Doch von morgen und gestern zurück zum Heute: Carla hat keine linke Tiefhörschwäche! Bestätigt der Ohrenarzt. Dann Kindergarten, Turnen, Schwimmen, gemeinsame Spaghetti im Café Blau, zurück am Radl im »Kofferraum« (Gepäckkorb), zu Renate,
Gutenachtgeschichte, PC, Blog und aus.
Nachts. Na, sagen wir’s genau: kurz vor vier. Chopin, Erste Ballade g-moll, gespielt von Vladimir Horowitz, 1932. Im Nachtprogramm scheint die Welt noch in Ordnung. Als Student hatte ich mir die Schallplatten billig in Ostberlin gekauft. Es gab da Aufnahmen eines Chopin-Wettbewerbs, die von der Deutschen Grammophon und der Polkie Nagrania gleich herausgebracht worden waren. Wir kauften die »polnischen« Platten, in schlichteren, weißen Hüllen. Vitæ passate.

Wollt aber von Carlas Untersuchung schreiben. Die Kleine ist ja vorbildlich, geliebt von allen, von der Änderungsschneiderin, Frau Pleh, bis eben zum Kinderarzt, Dr. Radinger. Sie sieht perfekt, selbst als »Pirat«, hören ist nicht so gut, und 24,2 Kilo bei und 1,17 Meter sind ein klein wenig viel. »Doc Radi« befragte sie geschickt nach ihren Fähigkeiten und Wünschen: Schauspielerin werden, Lukas heiraten, obwohl der kleiner ist, aber älter, vier Kinder, zwei Mädchen, zwei Jungen.

Ich bin dann mit Carla noch in die Sitzung des Bonner Sport- und Bäderausschusses ins Stadthaus gegangen, Ratssaal, Zuschauertribüne: Unser geliebtes historisches Hallenbad, das Viktoriabad, soll samt Stadtmuseum und jüdischer Gedenkstätte abgerissen und verkauft werden, das Frankenbad, nördlicher in der Altstadt, völlig neu gebaut. Die CDU wills umgekehrt, das Viktoriabad erhalten, das Frankenbad schließen, keinen Neubau. Oberflächliches Gerede (Schulsport als Knackpunkt), da um den Brei: Das zentrale Areal brächte dem leeren Stadtsäckel mehr. Außerdem macht ein Neubau mehr Spass als bloße Ausbesserungen, erfüllt, weil virtuell, allen alle Wünsche. Relativ lockerer Umgang mit Millionen. Wann lernen wir, mit dem Gegebenen sparsam zu leben, statt Städtisches herunterkommen zu lassen und dann pompös neu zu bauen? Nicht, wenn staatliche Investitionen auf Pump erlaubt sind, Unterhaltskosten dagegen aus dem Laufenden genommen werden müssen. Die Schulden eines Gemeinwesens sieht man nicht, Neubauten schon.
Beispiele für spendables Investieren haben wir genug in Bonn: teuerste Straßenbeläge, umgestaltete Plätze. Zur Verschönerung einer populären Straßenbahnhaltestelle wurden am Ende wohl dreieinhalb Millionen Euro ausgegeben.
Ach ja, bezeichnend: Beim Durchwinken der zahlreichen Subventionen im Sportausschuss wurden nicht einmal die Summen genannt.

15. November 2006

Morgenblog, ausnahmsweise. Carla hab ich in den Kindergarten gebracht, bin zurückgewandert über den Marktplatz; bekannte Gesichter, Morgenstimmung, frisch noch. Jetzt am Schreibtisch Verdi ausm roten Radio, dann wieder possierliches Gerede. Kusch.
Sollte eine Glosse schreiben: Einrichten eines neuen Peeh-Zehs. Frickeln, fummeln, finden – aber erst nach langer Suche. Stundenlang im Teac-Außenspeicher nach dem alten Bildschirmschonerschreibtischplatten(›Desktop‹)hintergrundbild geforscht, ’s war von Pfingsten 2004, dann doch ein neues genommen. Der Acrobat-Schreiber muss nach dem Office reinstalliert werden, sonst nistet er sich nicht ein in Word usw. X mal »Wollen Sie jetzt neu starten?« usw.
M meint, ich solle alte Blogs nicht nachbessern, sein Feedreader tät’s ihm nicht anzeigen. Schad’t nüt, sag i’, und bleibe Rückwärtsperfektionist. Er soll das altbewährte »Watchthatpage« nehmen, dann sieht er auch Änderungen tief unten in der Rappelkiste, siehe Blog vom 5. 11. Dergleichen Lese- und Schreiberfahrungen gehören technoliterarisch verbreitet, meine ich, er nicht, schade.
Sonst? Leser verzeifeln am Funkurstellen. Ich verbinde quer, vulgo netwörke, und tröste.
Carla hat mir gestern zu viel ›gefernseht‹. Eine Pest: Kaum war sie bei der Freundin, die Kinder allein, schon lief Kika; Bibi Blocksberg, Sissi, Hänsel und Gretel (gelesen von Bert?), Kitsch-as-Kitsh-Can, all’s hintereinanderweg, hektisch (vermute ich einmal), Schlussszenen mit Kinder-Ha-Ha-Ha (auch), Kinder süchtig (und dumm) machend. Carla muss heute zur U9 (obwohl erst fünf :–), ich morgen ansitzen für neue Herztabletten; prüfe schon eifrig den »RR«: 142-82, 154-86, 142-73, 137-73, 150-88, bei 47—54 rpm, letztere z. T. taktlos, warum bloß? Wieder Wäsche; ich bin Teilzeithausmann – und Hauptzeittechniker: Seit Carla groß ist, hängt das Babyphon neben der Waschmaschine im Keller, so kann ich hier oben hören, wie weit sie ist!

12. November 2006

Sonntag in Aurich, Familientreffen zum Boßeln mit kl. Absenzen. Die Großeltern haben gut vorbereitet, Betten überzogen, Stühle geschleppt, vorgekocht. Am Freitag Abend füllt sich das Haus, die »Ausgelagerten« kommen mit Elke zum Abendessen dazu. Der Tisch ist ausgezogen und beinahe bis zur Tür verlängert. Ausgelassen die Stimmung.
Der Samstag vormittag bleibt »zur freien Verfügung« – die einen gehen shoppen, Großvater mit Carla in den Keller, ich werfe meinen blitzneuen Thinkpad X60 an; Opas W-Lan ist Jörn-kompatibel. Was mir an Software fehlt, Tastaturtreiber, Tab2Desk, usw. hole ich mir mit FTP von meinem Rechner in Bonn; Ist schon ein Wunder der Technik! Draußen Regen, kalt.
Und dann am Nachmittag zum Boßeln Glück und gutes Wetter! Es reicht für ein paar Fotos. Zum Teil superbe Würfe, vor allem von Hermann jun. und Horst. Danach — der Abend und die Kälte fallen schon wieder ein — zum traditionellen Grünkohlessen im der alten Schmide: Pinkel (Mettwurst), Speck, Kasseler, Kartoffeln und Grieben. Draußen Unwetter, sogar Hagel. Bei uns drin die 16. Verleihung (im 15. Jahr!) des Meino-Happinga-Preises. Horst brilliert wieder mit der Laudatio, an Elke. (Die Begründung liefere ich hier noch nach.)
Ein Teilfamilientreffen mit allgemein viel Freude, Spass und Humor, Lachen, gelegentlich auch Ernstem im Gespräch, sogar einem bald wieder geschlichteten Streit.
Am Sonntag nach dem Familienfrühstück leider allgemeine Abreise, sogar Birte, die mit Arne nach Bonn und dann Rosenheim zurückfährt. Wir machen einen Nachmittagsausflug nach Bensersiel, Sturm gucken. Es bläst uns fast vom Damm. Immer Sturm, zwischendurch Regen samt Hagel, aber auch Sonne, dramatisch halt. In der Ferne stehen die meisten Windräder – bei bestem, allerbestem Wind. Verstehe einer diese Windenergie. Tee.
Abends Tatort, »das zweite Gesicht«, schwach. Gila ist mit Carla schon im Bett. Ich tippe das hier – unkonzentriert, tut mir leid.

9. November 2006

Donnerstag. Ende dieses Monats werde ich – ganz ohne Wirbel – fünfundsechzig. Betriebsrenten haben sich schon gemeldet und nach meiner Kontonummer gefragt, der Rest hat über E-Mail geklappt. (Nur zwei Lohnsteuerkarten – seit Jahren benutze ich Selbständiger dergleichen nicht mehr – musste ich papieren verschicken.) Aus dem Generationenvertrag, so meinte ich, bekäme ich dann auch eine Rente, obwohl ich mich nicht erinnere, dergleichen je abgeschlossen zu haben. Pustekuchen: Die Rente gibts nur auf Antrag, wie mir gnädig-hoheitlich mitgeteilt wurde. Ich also heut hin zur »Deutschen Rentenversicherung Bund«. Ganz modern, vormittags jedenfalls frische, speditive Beraterinnen mit Blick auf Flachbildschirm und Bonner Bahnhof, Trinkwasser- und Thermosflasche, Henkeltasse, Zimmergrün. Die Rolle Tippex sah ich wirklich – nicht bei einer Blonden. Bloß: Die Geburtsurkunde eines Kindes hatte ich nicht mit – Kinder­bekommen­habende kriegen mehr –, reichte sie nachmittags mim Radl nach, eine »Entgeltbescheinigung/Entgeltvorausbescheinigung« muss ich an meinen Arbeitgeber schicken, und der ist die Künstlersozialkasse ... Verstehst?
Nachmittags Carla zum Turnen geradelt, Abends Viktoriabadbürgerversammlung, gut besucht. Carla derweil bei M’s, Gisela erst nachher um acht zu Haus, und muss packen.
Mogen kommt Birte. Juhu.

8. November 2006

Mittwoch. Nach morgendlichem lokalen Kind-, Quiche-, Lampions- (alles für den Abend), Visotherm- und Altglastransport ab nach Düsseldorf. Treffen im hochgesicherten jüd. Altersheim. Nachmittags zurückgekehrt finde ich hier den neuen Thinkpad X60S. Schön schaut er aus, klein, und trotz Lenovo fast wie noch von IBM. Seit dem »Butterfly« habe ich Thinkpads. (Und noch etliche Butterflys!) Heute für den Neuen erst einmal meine Patent-Stromzuführung zum Netzteil gebastelt. Ich ersetze die 230-V-Netzleitung und ihren riesigen Schukostecker mit einer sträflich dünnen, dafür langen, zweiadrigen Leitung an einem Europastecker. Den Anschluss an den Trafo bilden Puppenstubenbuchsen, die passen.
Dann vor allem: St. Martin im Kindergarten mit einem richtigen, römisch uniformierten St. Martin samt rußgeschwärztem, kleinen Bettler und Adjutantinnen, diese wie Messdiener. In der Remigiuskirche erzählte er den Kindergartenkindern seine Gschichtln: Der Mantel sei so lang, damit des Pferdes Nieren mit geschützt werden. Und ich hab mir die ganze Zeit vorgestellt, er würde ihn gleich mit dem Holzschwert teilen, ratsch, entlang einem versteckten Reißverschluss. Danach im Klostergarten Feuer und Feier, Glühwein und Getränke aller Art, Pizza und Quiche und Kuchen. Gutes Wetter, gute Unterhaltung. Zum Aufräumen wieder alle fort. Nächstes Jahr wirds das nimmer geben, der Kindergarten zieht weg, das Minoritenkloster (seit 1272) wird aufgegeben.
Schöner, langer Tag.

7. November 2006

Dienstag. »Herrenfrühstück« mit meinen beiden Freunden. Henning empfängt mich mit meinen heutigen Artikeln. Da kommt Freude auf! Später schickt sie mir auch mein treuer Leser Dr. B. als PDF. Zeige das Bloggen. Ein anonymer Kommentar klappt auch gleich. Wie voreingestellt, muss ich ihn erst freischalten. Lerne, dass ich noch mehr Grundsätzliches erklären muss: Was ist ein Blog, was ein Post? Posts lassen sich direkt einzeln erreichen, z. B. genau nur dieser:
http://blogabissl.blogspot.com/2006/11/dienstag.html – das ist halt ausm Jahr 2006 vom Monat 11 der mit »Dienstag« beginnende.
Lerne aber noch mehr: Zum Brodo gehört ein »Blumenstück« – Schwanzrolle, das kennt nicht einmal die Wikipedia – oder ein »Deckel mit Naht« – na, da muss ich wirklich beim Fleischer meines Vertrauens nachfragen, unglaublich! Gute Gespräche, von Neapel bis Spracherkennung – hier Henning beim Vorsprechen. (Videos lassen sich nicht in den Blog hochladen, merke ich gerade.)

Zum Abschluss leiht er mir noch einen Rowenta-viso-therm-Tischbackofen für wieder wen anders.

Abends nach dem Kindergarten mit Carla aufn Spielplatz, spätherbstliche Sonnenuntergangsstimmung.

6. November 2006

Montag. Erst’s Private. Nach dem horriblen Bestseller der letzten Nächte – s. gestern – wieder das feine Raunen Brittings erlebt: Georg Britting, »Die kleine Welt am Strom«. Das Buch hat mir jüngst die lb. Frau Schuldt-Britting geschenkt. Wie kunstvol einen der Dichter schon im ersten Satz herunterbremst. »Mein Vater, ich erinnere mich gut, war eine Zeitlang Angler, später ließ er es, ich weiß nicht warum, war also eine Zeitlang Angler, sogar leidenschaftlicher Angler, ...«, so beginnt der »Fischfrevel an der Donau«. Der Wechsel zwischen Erzählung und Erzähler lässt den Leser kuppeln, schalten, weiterfahren, stufenweis, langsam, Britting will das so; lässt vor dem »war also« das »er« weg, um uns das Lesen einen Tick schwerer zu machen. Oder sind’s Kulissen, die er nach Bedacht vorzieht, wieder zurücktreten lässt, um uns desto mehr in seinem Guckkasten zu bannen. Eine kleine Welt am Strom halt. Danke, Dichter!
Gestern nettes Abendessen mit Renate und ihrem Stefan. Kein Stromausfall hier (Ursache ist m. Wissens immer wieder, dass sich Kraftwerke schneller in Sicherheit bringen als Verbraucher abgeschaltet werden – muss mal einen Artikel schreiben übers Phänomen). Heute Carla zum Chor und dann zu Alma. Auf dem Weg zum Kindergarten sehen wir zu, wie in der Straße die Gasleitung angebohrt wird, vorsichtig.
GfdS’ »Sprachdienst« lässt sich aus über »Unterschicht« und »Prekariat«, sprachlich genau, und schreibt dann doch wieder über die »... Bevölkerungsschichten (Ober-, Mittel-, Unterschicht) mit jeweils ungleich verteilten Ressourcen«. Ja sind denn alle immer nur der Meinung, dass die Ressourcen (schon mal ein blödes Wort) verteilt werden? Ich bin’s leid, alles »verteilt« zu sehen. Verdient, erarbeitet, geschenkt usw. könnte doch auch sein. Stillschweigend wird allgemein angenommen, dass wir alle »gleiche Lebensbedingungen« in Ost und West haben wollen, dass »soziale Gerechtigkeit« in Gleichverteilung liegt usw. Es fehlen mir hier in Bonn die Berge – wie ungerecht, wie ungleich, wie unsozial! Muss der Staat fixen. Tut’s auch, indem er Flachlandberge fördert. Oder etwa nicht?
Nacher ’s Technische. Die Blog-Schrift gefällt mir nicht; die Umlaute hat einer drübergspuckt. Positiv aber, dass mir nachts doch noch ein Weg für »Watchthatpage« eingefallen ist, als Umweg über eine Seite bei mir. Weitere Rätsel bei Writely. Lerne weiter über RSS, dynamische Lesezeichen, etc.

5. November 2006

Muss mich erst einüben. Und – technisch – will ich heute versuchen, die nächste Stufe zu erklimmen: RSS-Feeds*), was auch immer das genau ist. Hat ja auch die Kanzlerin ... Gestern war ich positiv überrascht, dass ich an meinem alten Blog auch nachträglich einfach was ändern konnte. Beruhigend. Ärgerlich war: das US-Datumsformat, das einer nur mühsam umgehen kann bei diesem US-Provider Blooger.com.
Persönlich: Hab ich in der N8 endlich “Extremely Loud & Incredibly Close” von Jonathan Safran Foer zu Ende gelesen. Ein US-Bestseller (“Dazzling”, “Heartbreaking”, “Beautiful” aus Kritikstimmen schon auf der Titelseite!), für mich ein ärgerliches Buch, maßlos in Mitteln und Inhalt. Vormittags mit Carla in den Kindergottesdienst, »gelesen« vom kinderlieben, wirklich gläubigen polnischen Minoriten. Wenig Kinder, wenig Leute, gute Predigt zum wichtigsten Gebot. Nachmittags Garten einwintern, weiter am Writely-Text basteln. G’mütlich halt.

*) Ist was ganz anderes. Die anderen müssen sich meine Blog-Änderungen via Feed holen. Mit Spezialprogrammen. Zum Selberprobieren hab ich mir »Attensa« ins Outlook geladen, wollte nicht noch’n Programm. Mal sehen. Hier übrigens meine Feed-Adresse:
http://blogabissl.blogspot.com/atom.xml
Wie die Blog-Adresse, nur ’s »Atom« dazu. Das will sagen, dass es nach diesem Verfahren geht.
Da erscheint mir für diesen Zweck – zu merken, wenn’s (beim Jörn) gelegentlich was Neues gibt – die alte Methode, sich von Watchthatpage.com aus Norwegen Mail schicken zu lassen, viel simpler und besser. Ich probier das einmal hier einzubauen, wie zu Hause auch, im HTML-Kode halt ...

»E-Mail-Benachrichtigung bei Änderungen dieser Seite.«

– Geht leider nicht: “Ihr Tag is not allowed: Javascript-Code kann nicht übernommen werden.” Klar: Die ganze Blogerstellung arbeitet mit Javascript, da kann keiner zwischenfunken.
[Dochdochdoc! In der Nacht ist mir die Lösung eingefallen – bitte also mal versuchsweise auf den blauen Knopf klicken, und dann auf der neuen Seite wieder!]
Also Freunde, bitte selbst auf Watchthatpage.com gehen, notfalls Konto eröffnen, und als zu beobachtende Seite http://blogabissl.blogspot.com eingeben. Übrigens ein Super-Tipp auch für andere Seiten, die man beobachten will, und heimlich übrigens, denn der Besitzer der Seite bekommt keine Rückmeldungen.

4. November 2006

Google Earth ist ja noch Kino; Picasa Web Album schon die Diaschau, mit eigenen Bildern, bloß ohne Rähmchenkleben. Seit ich nun aber hier Writely probiere, bin ich total vergoogelt, jedenfalls voll im Netz. Ich werf nur so mit modischen Accessoirs um mich, mit Web 2.0, Ajax (früher: »macht Bad und Spülstein weiß wie neu!«, Colgate), mit dicken und dünnen Klienten, vorzugsweise mit dünnen, die sind leichter.
Und dann kommt ja uns’ Bundeskanzlerin auch mit einem »Video-Podcast« daher, das man sich als RSS-Feed abonnieren kann. Na servus! Das müsst ich doch auch können, ohne Video vielleicht, und erst einmal ohne RSS, aber öffent- oder semiöffentlich wie meine jüngsten Fotoalben.
Oiso probiermas! Platz dem Landvogt! Spämmers bewär!
Erst einmal muss ein Blogplatz her, auf zu Blogger also. http://blogabissl.blogspot.com solls sein, eventuell mit /atom.xml dran. Bloß, was ist denn: »Wählen Sie Vollständig, um eine Syndication für den gesamten Inhalt Ihrer Post durchzuführen. Wählen Sie Kurz, wenn Sie eine Syndication nur für den ersten Absatz oder in etwa 255 Zeichen, je nachdem, was kürzer ist, durchführen möchten« und »Geben Sie Ihren Code-Snippet für AdSense für Feeds ein, um die Anzeigen auf Anzeigenebene in Ihrer Website-Feed zu aktivieren. Sie müssen außerdem die Postseiten aktivieren (in den Archivierungseinstellungen) und die Beschreibungen auf “vollständig” setzen (in den Einstellungen für die Website-Feed).« Aha, klar doch, machen wir ... Ihr werz gleich sehen!
(Gleich ist gut gesagt. Stunden später! Und das »Publish« aus Writely tut nicht:

Wobei davor anscheinend alles bestens war ... Also probieremmer Copy-Päist!
Klappt pfundig. [Und am nächsten Tag sogar eine »Veröffentlichung« aus dem Writely.] Sogar später korrigieren lässt sich die Chose. Dazu steige ich über www.Blogger.com ein und tu’ »bearbeiten«. Danach beim Prüfen nicht vergessen, im Browser neu zu laden.
Hoppla!